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Nationalrat will tiefere Roaming-Gebühren

Der Nationalrat will den überrissenen Handy-Gebühren im Ausland einen Riegel vorschieben und hat eine entsprechende Motion gutgeheissen.

blue_quad von Harald Schodl (20.09.2011)

Die Motion gegen teure Roaming-Gebühren wurde von der SP-Politikerin Ursula Wyss eingereichtvergrößenDie Motion gegen teure Roaming-Gebühren wurde von der SP-Politikerin Ursula Wyss eingereicht Gehören horrende Handy-Rechnungen nach den Ferien schon bald der Vergangenheit an? Mit überwältigender Mehrheit von 181 zu 5 Stimmen hat der Nationalrat eine Motion der SP-Politikerin Ursula Wyss durchgewunken. Sie fordert ein Ende der überrissenen Roaming-Gebühren. Konkret soll der Bundesrat beauftragt werden, für alle Telekom-Anbieter verbindliche Höchsttarife für ein- und abgehende Anrufe, SMS sowie Datentransfers mit dem Handy im Ausland festzulegen. Das soll analog zu den Vorgaben der Europäischen Union passieren. Die Motion muss vorher allerdings noch vom Ständerat gutgeheissen werden. Brisant ist, dass der Bundesrat erst Anfang September 2011 für eine Ablehnung der Motion war, da er eine «einseitige Festlegung von Preisobergrenzen» als nicht sachgerecht einstufte. Sollte der Ständerat der Motion nun allerdings zustimmen, muss sich der Bundesrat nochmals eingehend mit der Materie beschäftigen.

EU-Obergrenzen sinken zunehmend

Fakt ist, dass in der Europäischen Union seit Längerem Roaming-Obergrenzen gelten, die zudem laufend gesenkt werden. So dürfen seit dem 1. Juli 2011 innerhalb der EU höchstens 35 Eurocent (exklusive Mehrwertsteuer) verrechnet werden, wenn man mit dem Handy vom Ausland aus jemanden anruft. Bis 2014 sollen dann für abgehende Anrufe gar nur noch rund 28 Eurocent (plus Mehrwertsteuer) pro Minute fällig sein. Das sind Tarife, von denen Schweizer Kunden derzeit nur träumen können. Telekom-Platzhirsch Swisscom hat zwar eine Reduzierung der Roaming-Gebühren angekündigt, die Gebühren bleiben aber – verglichen mit EU-Telkos - nach wie vor hoch: So sinkt der Minutentarif für Swisscom-Abokunden per Sommer 2012 von heute 85 auf 65 Rappen und liegt damit noch immer deutlich über der Obergrenze der Europäischen Union. Für Telekom-Experten Ralf Beyeler von Comparis.ch ist daher klar, dass der Schritt von Swisscom noch immer viel zu klein ist: Im Verhältnis zum effektiven Aufwand, der für die Netzbetreiber entsteht, seien die Preise weiterhin viel zu hoch.

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