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Google manipuliert Social-Media-Statistik

Unlängst verkündete Google, dass bereits 90 Millionen Nutzer bei Google+ registriert sind. Jetzt zeigte sich aber: Um diese Zahl zu erreichen, hat der Internetriese ordentlich getrickst.

blue_quad von pte (Pressetext) (01.02.2012)

Durch eine Änderung im Anmeldeverfahren Ende 2011 erhält jeder neue Nutzer eines Google-Dienstes automatisch einen Google+-Account, wie Ars Technica berichtet. Das lässt die spektakulären Nutzerzahlen, die das Unternehmen jüngst veröffentlicht hat, in einem anderen Licht erscheinen.

Die Erhebung der Aktivität der Nutzer des Facebook-Rivalen wirft ebenfalls Fragen auf. «Daten für Google+ zu erheben, ist äusserst schwierig. Der Konzern operiert traditionell nicht mit Zahlen für die eigenen Produkte. Diese intransparente Politik wirft Fragen auf», sagt Stefan Schär, CEO von Social Media Schweiz.

Unrealistische Zahlen

Google+: Die 90 Millionen Mitglieder sind nur die halbe WahrheitvergrößenGoogle+: Die 90 Millionen Mitglieder sind nur die halbe Wahrheit Von 90 Millionen Google+-Nutzern hat die Konzernleitung unlängst gesprochen. Dass das neue Anmeldeverfahren, das seit November 2011 in Kraft ist, einen grossen Teil zu dieser beeindruckenden Nutzerzahl beigetragen hat, wurde dabei nicht erwähnt. Die Anmeldemodalitäten wurden laut Google nur aus Gründen der Nutzerfreundlichkeit eingeführt. Google-Kunden sollen mit einem einzigen Account Zugriff auf all ihre Google-Anwendungen erhalten. «Das automatische Anlegen von Google+-Accounts ist fragwürdig. Google steht, was Social Media angeht, unter grossem Zugzwang und will den Erfolg mit allen Mitteln herbeiführen», so Schär.

Auch die Zahlen, die Google zur Aktivität der Nutzer auf Google+ veröffentlicht hat, erweisen sich bei näherer Betrachtung als wenig belastbar. 60 Prozent der Nutzer sollen sich laut Konzernleitung mindestens einmal pro Tag einloggen. Auf Nachfrage von Journalisten musste Google zugeben, dass diese Rate sich auf sämtliche Google-Angebote bezieht. Gesonderte Zahlen für Google+ werden laut Aussage des Suchmaschinenkonzerns gar nicht erhoben. «Ein Medium ist nur attraktiv, wenn sich Leute dort aufhalten. Wachstumsraten bedeuten gesteigerte Attraktivität. Die Wahrheit kommt aber ans Licht. Über aussenstehende Dienstleister kann eine realistische Einschätzung gelingen», so Schär.

Gewiefte Nutzer haben bereits Wege gefunden, das automatische Anlegen eines Google+-Accounts zu verhindern. User, die sich durch ein falsches Geburtsdatum jünger machen, können die Erstellung eines Google+-Profils umgehen, da Google+-User derzeit mindestens 13 Jahre alt sein müssen.

Text: pressetext.com/Markus Kessler



  


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