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Swisscom vs. Sunrise: Wer ist günstiger?

Vor Kurzem hat Swisscom mit den neuen Infinity-Handy-Abos, bei denen man je nach Internetgeschwindigkeit zahlt, die Tarifwelt auf den Kopf gestellt. Jetzt hat Sunrise mit Preissenkungen reagiert. Doch: Wer ist jetzt günstiger?

blue_quad von Hannes Weber (03.07.2012)

Eins vornweg: Die Frage, wer jetzt günstiger ist, kann natürlich nicht pauschal beantwortet werden. Je nach Anforderungen und Nutzungsprofil ist mal Swisscom, mal Sunrise und mal ganz ein anderer Anbieter am günstigsten. Dennoch drängt es sich auf, die neuen Abos der beiden grössten Schweizer Mobilfunkanbieter zu vergleichen.

Swisscom unterscheidet neu nach Internet-Tempo

Swisscom hat unlängst die Infinity-Abos vorgestellt. Dabei handelt es sich allesamt um Flatrate-Abos mit unbegrenzt gratis Telefonie, SMS und Datennutzung. Die unterschiedlichen Abos unterscheiden sich nur nach der Geschwindigkeit des mobilen Internets. Das günstigste Abo Infinity XS für 59 Franken im Monat lässt einen nur im Schneckentempo surfen, wer das theoretische Maximum von 100 Mbit/s (via LTE, befindet sich noch im Aufbau) will, zahlt mindestens 169 Franken monatlich.

Sunrise hingegen vertraut nach wie vor auf ein klassisches Tarifmodell. Alle Abos gewähren die höchstmögliche jeweils verfügbare Internetgeschwindigkeit, unterschieden wird weiterhin nach Umfang der Inklusivleistungen. Daran ändern auch die jüngsten Preissenkungen für die Flat-Abos nichts, die Sunrise als Reaktion auf die neuen Swisscom-Abos veranlasst hat. Zwischen 5 und 35 Franken wurden die Abos günstiger.

Vergleich der Mittelfeld-Angebote

Trotz zweier unterschiedlicher Tarifmodelle lassen sich Vergleiche zwischen den beiden Anbietern anstellen. Die günstigsten beiden Sunrise-Flat-Abos (Flat 1 und Flat 2) eignen sich nicht zum Vergleich, da es sich dabei nicht um richtige Flatrates handelt. Durchaus vergleichen kann man aber laut Oliver Zadori von Dschungelkompass das Sunrise-Abo Flat 4 mit dem Swisscom Abo Infinity M, beides Angebote aus dem Mittelfeld. Beide bieten unlimitierte Anrufe in alle Schweizer Netze, unlimitiert SMS und eine Flatrate fürs Internet.

Sunrise hat wieder die bessere Mittelfeld-Flatrate im Angebot (Tabelle: Dschungelkompass)vergrößenSunrise hat wieder die bessere Mittelfeld-Flatrate im Angebot (Tabelle: Dschungelkompass) Da Sunrise aber keine Geschwindigkeitsabgrenzungen vornimmt, surfen Kunden derzeit mit bis zu 21 Mbit/s auf dem 3G-Netz (und bald gar mit bis zu 42 Mbit/s). Swisscom hingegen begrenzt das Tempo beim Angebot Infinity M auf 7,2 Mbit/s. Die Preise: 90 Franken im Monat für Sunrise Flat 4 (mit Handy), 99 Franken für Swisscom Infinity M. Hier gilt also: Punktesieg für Sunrise bei den beiden Mittelfeldangeboten, auch wenn im Swisscom-Abo noch 30 Gesprächsminuten ins EU-Ausland inbegriffen sind. Hier hat es sich für Sunrise gelohnt, den Preis des Abos um stolze 35 Franken zu senken. Ohne Handy gibts das Flatrate-Abo jetzt gar schon für 75 Franken.

Flatrates nur für Vielnutzer interessant

Für Vielnutzer sind die neuen Angebote, sowohl jene von Swisscom als auch jene von Sunrise, durchaus interessant. Wenignutzer hingegen dürften sich kaum für die Flatrate-Abos interessieren. Nicht jeder ist schliesslich gewillt, um die 100 Franken im Monat für sein Handy-Abo zu bezahlen.

Zu diesem Schluss kommen auch die Tarifexperten von Dschungelkompass und Comparis. Ralf Beyeler von Comparis: «Trotz der Senkung der Grundgebühr sind die «Flat»-Abos von Sunrise für viele Kunden nicht die günstigste Wahl. Diese Kunden würden mit einem «Flex»-Abo oder einem Prepaid-Produkt günstiger fahren.» Dieser Meinung ist auch Oliver Zadori vom Tarifrechner Dschungelkompass. Und auch Swisscom hat laut Zadori für Wenigtelefonierer interessantere Abos im Angebot.

Sicher ist: Für Kunden ist der Tarifdschungel durch das neue Tarifmodell von Swisscom noch undurchdringlicher geworden. Zadori: «Durch die neue Abstufung der Surfgeschwindigkeiten durch Swisscom und dem unterschiedlich beinhaltetem Volumen fürs Roaming gestalten sich klare Aussagen über die Angebote und Preise jetzt noch schwieriger als zuvor.»

Es lohnt sich also mehr denn je, die Tarifrechner von Dschungelkompass, Comparis und Co. zu bemühen, um einen sorgfältigen Vergleich zu kalkulieren.



     


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