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Twitter wird restriktiver

Letzte Woche hat der Kurznachrichtendienst Twitter tiefgreifende Änderungen an seiner Programmierschnittstelle (API) bekannt gegeben. Erwartungsgemäss wird diese restriktiver und weniger offen. Twitter stösst damit viele Entwickler vor den Kopf.

blue_quad von Hannes Weber (20.08.2012)

Twitter macht sich mit der neuen API-Version nicht viele FreundevergrößenTwitter macht sich mit der neuen API-Version nicht viele Freunde Am letzten Donnerstag kündigte Twitter die kommende Version 1.1 seiner API (Programmierschnittstelle) an. Diese bringt tiefgreifende Änderungen für Drittentwickler mit sich. Beispielsweise müssen Anwendungen, die auf die Twitter-API zugreifen, sich in Zukunft eindeutig identifizieren. Drittanwendungen müssen ausserdem ab einer bestimmten Nutzerzahl direkt von Twitter zertifiziert werden. Dies sind nur zwei der einschneidendsten Veränderungen an den API-Richtlinien, hinzu kommen viele weitere Auflagen und Einschränkungen für die Entwickler von Drittanwendungen.

Der Kurznachrichtendienst Twitter büsst damit mehr und mehr von seiner Offenheit ein, die ihn einst auszeichnete. Der Grund für den Strategiewechsel: Twitter braucht Geld und will sich deshalb vermehrt Unternehmen zuwenden.

Verärgerte Entwickler

Viele Entwickler reagieren verärgert oder resigniert auf die neue Twitter-API. So etwa Marco Arment, Entwickler der App Instapaper, der recht deutliche Worte findet: «Ich würde ganz sicher kein Geschäft auf Twitter aufbauen und wahrscheinlich überhaupt keine nicht trivialen Features mehr dafür entwickeln. Und wenn ich selbst im Twitter-Client-Geschäft tätig wäre, würde ich beginnen, mit einem anderen Produkt zu arbeiten.»

Auch wenn nicht alle Entwickler derart negativ reagieren: Viele Beobachter haben den sich schon früher abzeichnenden Strategiewechsel von Twitter von einer offenen Plattform hin zu einem geschlosseneren Ökosystem bereits in der Vergangenheit kritisiert. So war genau diese Entwicklung etwa auch ausschlaggebend für Dalton Caldwell, mit App.net eine offene Twitter-Alternative ins Leben zu rufen. Jüngst konnte Caldwell die Finanzierung seines Projekts sichern, das statt auf Werbung auf ein Finanzierungsmodell über Mitgliederbeiträge baut.



     


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