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Wirren um «Paywall» auf Wikileaks

Überraschender Strategiewechsel von Wikileaks: Einzelne Inhalte sollen künftig nur noch gegen Auflagen verfügbar sein. Das kommt bei einigen Supportern überhaupt nicht gut an.

blue_quad von Fabian Vogt (12.10.2012)

Update: Allem Anschein nach wurde die Paywall wieder entfernt, zuvor betreffende Files sind nun wieder ohne Einschränkungen einsehbar. Allerdings hat Wikileaks die Paywall gestern schon kurzzeitig abgebrochen, wie Cnet schrieb, um sie kurz darauf wieder zu errichten, wie in Comments auf ZDnet.com zu lesen ist. Durchaus möglich also, dass es bald wieder Einschränkungen beim Lesen der Files gibt.

Ursprünglicher Artikel:

Julian Assange will für Wikileaks-Daten bezahlt werden. Das gefällt nicht allen.vergrößenJulian Assange will für Wikileaks-Daten bezahlt werden. Das gefällt nicht allen. Seit zwei Tagen gibt es auf Wikileaks Daten, beispielsweise die deutsche Übersetzung der «Syria-Files» , bei denen der Leser eine unangenehme Überraschung erlebt: Die Datei ist nicht zu sehen. Stattdessen erscheint das am Ende dieses Artikels angefügte Video, das an den US-Wahlkampfvideos angelehnt ist. Doch statt eines Präsidenten soll man Wikileaks wählen, erklärt dessen Gründer Julian Assange am Ende des Videos. Dies tut man, indem man ihm eine Spende zukommen lässt. Alternativ können die Videos auch via Facebook oder Twitter verbreitet werden, auch dann darf den vollen Inhalt der Files sehen.

Dieses Vorgehen ist ziemlich merkwürdig, setzt sich Wikileaks doch genau für den freien Zugang zu Daten ein. Kostet Assanges Aufenthalt in der ecuadorianischen Botschaft in London etwa zu viel? Nein. Dass Wikileaks finanzielle Schwierigkeiten hat, ist seit längerem bekannt. Die Enthüllungsplattform gab im Sommer bekannt, mindestens eine Million Euro sammeln zu müssen um fortbestehen zu können.

So nötig dieser Schritt deshalb ist, auf den ersten Blick scheint die Spendenmassnahme die Probleme von Wikileaks noch zu verstärken. Einstige Supporter finden überhaupt keine Freude an der Aktion, eine Gruppe Anonymous-Mitglieder veröffentlichte einen Brief auf Pastebin, in dem sie ihre Unzufriedenheit ausdrückten: «Wir können nicht mehr unterstützen, was aus Wikileaks geworden ist: die Ein-Mann-Julien-Assange-Show.»

Wer übrigens weiterhin Wikileaks-Files lesen will, ohne zu spenden, kann einfach Java-Script deaktivieren.

Video «Vote Wikileaks»:

Video Player


 Fabian Vogt 


     


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