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Swisscom bringt mobile Internet-Flatrates

Jetzt gibts die Flatrate auch noch für die mobilen Datenpläne der Swisscom. Wer mit Tablet, Laptop und Co. ins Internet will, zahlt künftig wie bei den Infinity-Handyabos nach der Geschwindigkeit.

blue_quad von Hannes Weber (29.10.2012)

Vier neue «Natel data»-Preispläne für mobiles Internet bietet Swisscom ab 1. November an. Die unterscheiden sich, wie von den Infinity-Handyabos bekannt, neu nach der gewünschten Internetgeschwindigkeit. Ein Datenvolumen gibt es nicht mehr, alle vier Tarife haben Flatrate-Charakter. Wobei so ganz stimmt das nicht: Ab 5 resp. 10 GB drosselt Swisscom die Geschwindigkeit massiv, und zwar auf mittelalterliche 64 Kbit/s.

Die Preise für die neuen mobilen Internetabos beginnen bei 39 Franken im Monat für Natel data S (1 Mbit/s) und enden bei 89 Franken pro Monat für Natel data XL (100 Mbit/s via LTE). Dazwischen liegen die Angebote data M (7,2 Mbit/s für 49 Franken) und data L (21 Mbit/s für 69 Franken). Die beiden günstigeren Tarife werden ab 5 GB gedrosselt, die beiden teureren ab 10 GB.

Günstiger kommen bestehende Swisscom-Kunden weg, die entweder bereits ein Infinity-Mobilfunkabo, einen DSL-Anschluss oder ein Kombiangebot wie Vivo Casa beim Telekomriesen beziehen. Sie erhalten bis zu 30 Franken Rabatt auf die Tarife. So gibts Natel data S dann bereits für 9 Franken im Monat. Die weiteren Natel-data-Abos kosten dann 29, 49 und 69 Franken monatlich.

Die neuen mobilen Internetabos können auch mit einem «Natel business infinity»-Abo kombiniert werden, was zu denselben Rabatten wie bei Privatpersonen führt.

Die bisher verfügbaren Natel-data-Abos werden laut Swisscom nicht mehr vermarktet. «Wer bei gleicher Leistung vom selben oder einem günstigeren Preis profitiert, wird automatisch auf die neuen Abos migriert», so Swisscom-Sprecher Olaf Schulze gegenüber PCtipp.ch.

Die neuen mobilen Internetabos von Swisscom in der ÜbersichtvergrößenDie neuen mobilen Internetabos von Swisscom in der Übersicht

PCtipp.ch meint

Flatrate klingt immer toll, aber unter dem Strich verkauft Swisscom hier etwas als Flatrate, was gar keine Flatrate ist. Wer will schon mit 64 Kbit/s im Web surfen, wenn das Limit erreicht wurde? Klar, 95 Prozent der Kunden erreichen das Limit wahrscheinlich nie. Dennoch: Die neuen Tarife werben mit Flatrate, sind aber eigentlich praktisch identisch mit den alten Tarifen. Beispiel: Das bisher verfügbare Angebot «Natel data plus» beinhaltete 5 GB Daten bei einer Geschwindigkeit von 7,2 Mbit/s für 49 Franken im Monat. Kommt bekannt vor? Entspricht auch quasi 1:1 dem neuen Angebot data M. Auch das bisher verfügbare «Natel data premium» (10 GB, max. 42 Mbit/s) für 85 Franken im Monat ähnelt dem neuen data XL in Preis und Leistung stark.

Die «Flatrate», die Swisscom bewirbt, ist also an und für sich ein PR-Gag. Wirklich attraktiv sind die neuen Preispläne hingegen für bestehenden Swisscom-Kunden: Mit dem Rabatt, den sie erhalten, lassen sich die Preise durchaus sehen.

Kunden, die allerdings nicht von diesen Rabatten profitieren, müssen tiefer ins Portemonnaie greifen. Denn: Sie bezahlen neu mindestens 39 Franken im Monat für das günstigste Angebot (Natel data S). Bislang konnten sie für weniger als die Hälfte das Abo «Natel data start» beziehen, das zwar auf 500 MB beschränkt war, dafür aber mit 7,2 Mbit/s eine deutlich höhere Surfgeschwindigkeit bot. Wenignutzer kommen bei den neuen Tarifen also schlecht weg. Immerhin dürfen bestehende «data start»-Abonnenten bei ihrem Tarif bleiben, denn auf sie trifft das «bei gleicher Leistung von einem günstigere Preis profitieren» ganz sicher nicht zu.



     


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