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Adblock: Werbung gegen Geld geduldet?

Seit Kurzem duldet das populäre Firefox-Plug-In Adblock Plus unaufdringliche Werbung. Womöglich aber nur gegen Geld, wie ein Schwestermagazin aus Deutschland aufgedeckt hat.

von Hannes Weber 10.01.2012

Mitte Dezember wurde das beliebte Firefox-Plug-In Adblock Plus in der Version 2 veröffentlicht (PCtipp.ch berichtete). Das Plug-In, das Werbung im Internet blockt, erhielt damit eine brisante neue Funktion: «Unaufdringliche Werbung» soll nämlich neu auf Wunsch zugelassen werden können. Die Macher von Adblock Plus definierten die Kriterien für unaufdringliche Werbung so: Sie muss statisch sein, weder Animationen noch Ton beinhalten und am besten nur aus Text bestehen. Nur: Das alleine reicht nicht. Wer Werbung schalten will, die von Adblock Plus geduldet wird, muss von den Entwicklern nämlich manuell auf eine Whitelist gesetzt werden.

Wie unser deutsches Schwestermagazin PC-Welt aufgedeckt hat, ist so ein Eintrag aber nicht ohne Weiteres zu haben. Konkret: Es geht um Geld. Scheinbar hausieren die Macher von Adblock Plus bei grossen Webseiten und Verlagen, um mit ihnen entsprechende Deals zu machen. So soll Adblock Plus auch im Verlag der PC-Welt in München mit einem entsprechenden Angebot angeklopft haben.

Teufelskreis für Webseiten

Neue Enthüllungen werfen ein schlechtes Licht auf Adblock Plus Neue Enthüllungen werfen ein schlechtes Licht auf Adblock Plus Zoom Für die Webseitenbetreiber ist es ein Teufelskreis. Immer mehr Leute surfen mit Adblock Plus und umgehen so die Werbeanzeigen, was zu sinkenden Werbeeinnahmen führt. Eine Möglichkeit, diese zu kompensieren, sind besonders aufdringliche Werbeformate, weil diese mehr Geld einbringen. Jetzt wollen ausgerechnet die Macher von Adblock Plus also, die für diese Situation mitverantwortlich sind, solche aufdringlichen Werbeformate bekämpfen und sich scheinbar mit guter Absicht für harmlosere Werbung im Web starkmachen. Dass Adblock Plus daran allerdings Geld verdient, sorgt für einen unangenehmen Beigeschmack. Erst recht, wenn man bedenkt, dass die neue Funktion zur Duldung unaufdringlicher Werbung mit der neuen Version der Browsererweiterung standardmässig aktiviert ist.

Seit 2010 steht übrigens laut PC-Welt ein Kapitalgeber hinter Adblock Plus, welcher der Firma Eyeo GmbH gehört. Mozilla, die Macher des Firefox-Browsers, haben gegenüber unseren deutschen Kollegen verlauten lassen, dass man die Neuerungen von Adblock Plus derzeit genau anschaue und prüfe, ob sie mit den Richtlinien konform sind.


    Kommentare

    • Kovu 10.01.2012, 18.35 Uhr

      Hmm... und so eröffnet sich ein Tool, welches der Bekämpfung der Werbeplage dient, einen neuen Markt, mit Freischaltung von Werbung. Und schon hat man wieder Wachstum erzeugt. Den Entwicklern gehört in diesem Falle wirklich auf die Finger geschaut.

    • losalamos 10.01.2012, 20.31 Uhr

      wieso gehört den entwicklern auf die finger geschaut? das ist eine kostenlose erweiterung, es zwingt dich wirklich keiner das zu benutzen. dass es um geld, dafür wäre nun wirklich keine recherche von pc-welt erforderlich gewesen. bereits bei der ankündigung man wolle einen teil der werbung in zukunft durchlassen, wusste jeder das es nur um geld geht. sie sollten das tool dann wenigstens umbennen weil adblock ist dann nicht mehr korrekt, blocktmalblocktmalnichtads wäre doch leicht z[...]

    • Kovu 10.01.2012, 21.37 Uhr

      Hierbei geht es meiner Meinung nach nicht um den Anwender. Denn die Funktion lässt sich mit ein paar Klicks deaktivieren. Es ist einfach wie bei der Mafia: Auf dem Internet hat sich die Werbeindustrie breit gemacht (und ja, ich empfinde das wie manch anderer auch als eine Plage). Das heisst, mit Werbung wird Geld verdient (also, eben die genutzten Dienste damit finanziert). Dann kommt ein Entwickler daher und befreit den geplagten Benutzer von der Werbung. Ergo, Werbeeinnahmen gehen zurü[...]

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