Besserer Handy-Empfang im Zug nicht Sache des Bundes

Der Bundesrat anerkennt das Bedürfnis nach gutem Mobilfunkempfang in Zügen. Für ihn ist es aber Aufgabe der Bahnunternehmen und nicht des Bundes, Regionalzüge technisch nachzurüsten.

von Simon Gröflin 18.03.2014
Die SBB haben kein zusätzliches Budget vom Bund für die Installation von Signalverstärkern in Regionalzügen Die SBB haben kein zusätzliches Budget vom Bund für die Installation von Signalverstärkern in Regionalzügen Zoom Bernhard Guhl, Nationalrat der BDP, wollte bereits im Juni 2013 eine Motion lancieren, damit der Bundesrat hinsichtlich WLAN-Ausstattung von Zügen Druck auf die Verkehrsbetriebe ausübt. Die SBB setzen allerdings nach wie vor primär auf leistungsstarke Repeater, um auf Langstreckenzügen den Handy-Empfang zu verstärken. Dies, weil die WLAN-Ausrüstungskosten im zweistelligen Millionenbereich liegen würden. Diese Repeater verstärken innerhalb der Züge die Mobilfunksignale, die vom Wagendach der Züge aufgefangen werden.

In einer Fragestunde des Nationalrats vom Montag nahm der Bundesrat Stellung zu einer Frage von Bernhard Guhl. Diesmal wollte der BDP-Politiker wissen, wie hoch die Kosten für die Nachrüstung von Signalverstärkern in Regionalzügen ausfallen würden und wer dafür aufzukommen hätte.

Nachrüsten nur auf Kosten der SBB

Rund 100 Millionen Franken würde der Einbau von Repeatern in sämtlichen Regionalzügen kosten, hiess es in einer schriftlichen Antwort des Bundesrats. Der Bundesrat schrieb, er anerkenne das Bedürfnis der Zugpassagiere nach gutem Mobilfunkempfang. Bei neuen Fahrzeugen sei der Einbau von Signalverstärkern Standard.

«Zum jetzigen Zeitpunkt sind etwa drei Viertel aller Intercity- und Interregio-Fernverkehrszüge mit leistungsstarken Repeatern ausgestattet, bis Ende 2014 werden voraussichtlich alle Fernverkehrszüge mit Repeatern ausgestattet sein», meinte Reto Schärli, Mediensprecher der SBB, gegenüber PCtipp.

Keine weiteren WLAN-Projekte für Züge

Bei Regionalzügen könne ein Nachrüsten nur finanziert werden, wenn die Investitionen von den Bahnen selber getragen werden, schrieb der Bundesrat im Antwortschreiben auf Guhls Frage. Zusätzliche Mittel vom Bundesrat seien bisher nicht vorgesehen.

Punkto WLAN rüsten die SBB bis Ende 2015 rund 100 Bahnhöfe mit Gratis-WLAN aus, weil Mitte Jahr die Verträge mit Swisscom auslaufen. WLAN-Projekte für Züge seien daher bis auf Weiteres keine mehr geplant, meinte der Mediensprecher der SBB im Gespräch mit PCtipp.


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