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Cablecom plant Monatsabo für Filme und Serien

Wie das Gegenangebot zu Netflix aussehen könnte, zeigt ein Blick in die Niederlande

von Simon Gröflin 18.08.2014

Der Startschuss von Netflix naht, die Einladung zur Presseveranstaltung in Zürich wurde bereits verschickt. Mittlerweile kann man auf den 18. September als mögliches Schweizer Startdatum tippen. Der in den USA sehr erfolgreiche Streaming-Dienst bietet zu einer niedrigen Monatspauschale von weniger als 10 US-Dollar ein breites Angebot an Serien und Filmen via Internet an, darunter auch eigens produzierte Serien wie «House of Cards». Inzwischen legte UPC Cablecom auf Anfrage vom Tages-Anzeiger vage Pläne offen, wonach der TV-Anbieter auf Ende Jahr ebenfalls ein eigenes Monatsabo planen soll. Der Preis für das neue Monatsabo von UPC Cablecom dürfte unter 15 Franken pro Monat liegen, verriet Mediensprecher Marc Maurer dem Tages-Anzeiger. Mehr Details gab UPC Cablecom allerdings noch nicht bekannt. Der Grund ist offensichtlich: Man will zunächst den Markteintritt von Netflix abwarten. Denn Netflix selber verrät noch gar nichts zum Preis und zum Angebot.

Was können Cablecom-Kunden erwarten?

In den Niederlanden ist der Cablecom-Mutterkonzern Liberty Global bereits im April mit einem neuen Produkt namens «My Prime» gestartet - und das mit einem aggressiven Preismodell. Kunden mit dem teuersten Abo steht dieses zusätzliche Monatsabo gratis zur Verfügung, für die anderen kostet es um die 7 Franken.

Das My Prime-Angebot gewährt Zugriff in ein sehr grosses Archiv an Video-On-Demand-Filmen. Allerdings lägen viele Filmangebote in SD-Qualität vor und das Angebot beschränke sich auf Filme vom Zeitraum von 2000 bis 2010, meinte Jeroen de Jager, Chefredakteur des holländischen Schwestermagazin Computer!Totaal, auf Anfrage.

Im Gegensatz zu Netflix, können viele VoD-Inhalte des My-Prime-Angebots nur in der Stube geschaut werden. Ausserdem käme die UPC-Box respektive der Decoder in Holland sehr langsam mit der Bedienung zurecht. «Das UPC-VoD-Angebot in Holland ist vor allem interessant, wenn man es gratis durch ein Kombi-Abo von UPC kriegt», meinte der Chefredakteur von Computer!Totaal. Demgegenüber hätte Netflix «neuere Filme» in petto und man könne diese von überallher übers Internet streamen, so eine Einschätzung unserer holländischen Kollegen.

Gut möglich, dass auch in der Schweiz die Kunden mit teureren Cablecom-Abonnenten gratis zu mehr Filmen kommen.

Es tut sich was bei den Schweizer TV-Anbietern

Noch vor knapp einem Monat gab sich UPC Cablecom noch gelassen: Man werde den Markteintritt von Netflix sicher verfolgen und genau beobachten. UPC Cablecom ist der Überzeugung, vor allem auf Blockbuster und Serien zu setzen, während Netflix eher auf ältere Filme und Serien setzen würde, meinte Mediensprecher Andreas Werz damals gegenüber PCtipp.

Auch wurde bekannt, dass die Swisscom zusammen mit ihrer Tochter Cinetrade noch in diesem Jahr über die Teleclub-Plattform ein Flatrate-Angebot plant. Das bestätigte Willy Heinzelmann von der Geschäftsleitung der Cinetrade gegenüber der Schweiz am Sonntag. Unsere Recherchen ergaben, dass auch Quickline anfangs 2015 ein neues VoD-Konzept lancieren will. Quickline und Cinetrade kommunizierten, die Einführung ihrer neuen VoD-Konzepte würden «unabhängig von der Markteinführung von Netflix» erfolgen.

Tags: Cablecom

    Kommentare

    • ipool 18.08.2014, 19.28 Uhr

      Mit vernünftigen Preisen und guter Qualität würde endlich mal was sinnvolles gemacht, anstelle alle OneKlick-Hoster zu blockieren und jeden Torent zu kriminalisieren.

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