Das Anti-Google, das keine Daten sammelt

Die alternative Suchmaschine DuckDuckGo verspricht, keinerlei Daten über seine Nutzer anzulegen. Im Gegensatz zu Google sollen alle die gleichen Resultate erhalten.

von Hannes Weber 15.11.2012

Die Suchmaschine DuckDuckGo soll eine Alternative zur dominanten Google-Suche bieten. Abheben will sich DuckDuckGo in erster Linie durch einen besseren Datenschutz, wie der Spiegel berichtet: Kein User-Tracking und keine Filter Bubbles, verspricht der Entwickler, der US-Amerikaner Gabriel Weinberg, der seit vier Jahren an seiner Websuche bastelt. Damit will er die meistgenannten Kritikpunkte der omnipräsenten Google-Suche ausmerzen.

DuckDuckGo kommt ohne Schnickschnack daher DuckDuckGo kommt ohne Schnickschnack daher Zoom Google legt bekanntlich anhand unserer Suchanfragen Nutzerprofile ab. Diese Profile beeinflussen unsere künftigen Suchresultate – in diesem Zusammenhang spricht man von der Filter Bubble. Jeder Nutzer erhält persönliche, individualisierte Suchtreffer, die sich völlig von den Suchresultaten einer anderen Person unterscheiden können. Die Nutzerprofile werden überdies zum zielgruppengerechten Vermitteln von Werbeanzeigen herbeigezogen.

All dies will DuckDuckGo nicht machen. Alle Nutzer sollen die gleichen Resultate erhalten, Datensammlungen über die Nutzer sind ein Tabu. Als Quellen für die Suchtreffer greift die Suchmaschine auf Webseiten wie Wikipedia, die Wissenssuchmaschine Wolfram Alpha oder die Rezensionsseite Yelp zu. Ausserdem werden, ähnlich wie bei Googles Knowledge Graph, wichtige Informationen zu einem Suchbegriff, etwa zu einer Person, in einer Box am oberen Bildrand zusammengefasst.

Die Ziele von DuckDuckGo-Gründer Weinberg sind übrigens bescheiden: Mit 1 Prozent Marktanteil wäre es schon zufrieden. Geld verdienen will auch er mit Anzeigen, die sollen aber klar gekennzeichnet und nicht abhängig von früheren Suchanfragen sein.


    Kommentare

    • Hensel 15.11.2012, 12.41 Uhr

      Mir ist auch schon stark aufgefallen dass Google mir ganze Seiten voll (bezahlte) Links bringt mit denen ich überhaupt nichts anfangen kann - ich suche hauptsächlich im deutschen Raum, die Bezahl-Links stammen aber sämtliche aus der Schweiz, was mich so manchmal schon sehr verärgert, dazu kommt noch, dass die optisch praktisch nicht von den normalen Suchergebnissen zu unterscheiden sind! Ich werde diese Suchmaschine mal eine Weile mit Google vergleichen und wenn die Resultaten dieselben sind [...]

    • Marenda 15.11.2012, 16.08 Uhr

      Google hat noch ein anderes Problem: Die sind auch noch archäologisch tätig. Suche ich etwas, kann es vorkommen, dass bereits die ersten paar Vorschläge Altertümer von 2003, 2004 etc. sind. Völlig schräg. Und ist anderen Nutzern auch schon aufgefallen. Mehrheitlich nutze ich deshalb ixquick, werde aber auf jeden Fall auch noch die Ente testen und wie Hensel schreibt, vergleichen. Google macht es einem auch bequem mit der personalisierten Startseite und so. Aber das wird ja von G. in abseh[...]

    • David Lee 15.11.2012, 16.59 Uhr

      Wer DuckDuckGo benützt, hat Google schon integriert. Einfach ein !g anhängen, schon sucht die Maschine auf Google. Funktioniert mit fast allem: !w für Wikipedia, !i für Bilder, !bi für Bilder auf Bing, !gnde für Google-News auf Deutsch usw.

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