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Das elektronische Portemonnaie im Test

von Luca Diggelmann 26.09.2017

Die Twint-App

Die von PostFinance lancierte Twint-App hat einen wichtigen Schritt in Richtung Marktführung getan: Der grösste nationale Konkurrent Paymit wurde übernommen. Jetzt arbeitet die PostFinance zusammen mit diversen Schweizer Banken und der Swisscom an der Schweizer Bezahl-App als Alternative für die Angebote von Apple und Google.

Statt auf Kreditkarten oder andere Vorauszahlmethoden zu setzen, funktioniert Twint eher wie digitales Bargeld. Man verknüpft sein Bankkonto mit der App und lädt Guthaben auf. Das ist momentan noch die wichtigste Methode, wird aber nicht die einzige bleiben. Kunden von ZKB und UBS können bereits Geldbeträge direkt vom Konto abbuchen. Andere Banken sollen folgen.

In der Twint-App laden Sie das gewünschte Guthaben direkt von Ihrem Konto In der Twint-App laden Sie das gewünschte Guthaben direkt von Ihrem Konto Zoom Das Guthaben kann bei Händlern mit Twint-Bezahlstelle ausgegeben werden. Derzeit sind das Coop-Unternehmen und kleinere Detailhändler sowie Selecta-Automaten. Im Verlauf dieses Jahres sollen Migros, Denner, Landi, Volg und Lidl folgen. Auch in einigen Onlineshops kann Twint bereits verwendet werden. Die Bezahlung am Terminal gestaltet sich einfach: die App öffnen, an das Twint-Lesegerät halten (auch Beacon genannt) und die Zahlung bestätigen. Soweit kein Problem. Die Twint-App erwies sich in unserem Praxistest allerdings noch als ein wenig heikel und verweigerte ab und zu den Dienst, was sich auch in den gemischten Nutzerbewertungen und -kommentaren widerspiegelt.

Allerdings dürfte die grösste Schwäche von Twint die Unterstützung durch die Händler sein. So fehlt mit der Migros noch der grösste Schweizer Detailhändler als Partner. Ausserdem dürfte es die Nutzer verwirren, dass nicht immer gleich bezahlt wird – teils via Prepaid, teils direkt übers Konto, teils per Smartphone am Terminal und teils mittels QR-Code.

Ein weiterer Kritikpunkt von Twint ist die App, da diese zur Bezahlung geöffnet werden muss. Hier sind die Konkurrenten von Android Pay und Apple Pay klar im Vorteil. Bei Samsung Pay muss das Smartphone lediglich entsperrt sein, um eine Zahlung tätigen zu können. Bei Apple Pay reicht es, das iPhone mit dem Finger auf der Touch-ID an das Terminal zu halten. Bleibt noch das letzte grosse Problem von Twint. Twint gibt es nur in der Schweiz und nicht im Ausland. Der Vorteil davon liegt auf der Hand: die Sicherheit. Der Nachteil: In den Ferien klappt es nicht und man muss sich für eine zusätzliche Bezahlmethode entscheiden. Für Kreditkartennutzer ändert sich dagegen im Ausland fast nichts.

Fazit: erst am Anfang

Twint hat noch einiges vor sich, wenn sich die Bezahllösung durchsetzen soll. Mit der Übernahme von Paymit wurde die App im Frühjahr zwar neu lanciert. Dennoch fehlt es Twint aktuell noch an einigem. Die Einbindung von Kundenkarten steht erst am Anfang. Unterstützt wird zum Beispiel Coops Supercard, aber noch nicht die Cumulus-Karte der Migros. Der Fokus von Twint sollte also darauf liegen, möglichst schnell möglichst viele grosse Partner an Bord zu holen. In diesem Fall könnte die Schweizer Bezahllösung vielleicht erfolgreich werden.

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    Kommentare

    • traumflieger 26.09.2017, 15.58 Uhr

      dies ist nun schon innerhalb recht kurzer Zeit der zweite Artikel, den ich im Pctipp über Twint und Co lese. Über das reine Berichten hinaus fällt auf, dass das Vorankommen dieser Zahlungsmethoden stark propagiert wird ("noch ist Bargeld..", ". Twint...hat einen wichtigen Schritt Richtung Markteinführung getan..") Für mich sieht es so aus, dass die Abschaffung des Bargeldes als grosser Vorteil dargestelt werden soll. Diesen Vorteil vermag ich so nicht zu erkennen: -der Gebrauch von Barge[...]

    • gunbla 26.09.2017, 16.25 Uhr

      Sieht zuerst schön und angenehm aus, nur anwenden kann man es nicht. Die erste Version war absolut unbrauchbar und die zweite kann ich nicht einmal auf mein iPhone laden! Somit ein absolutes No-go! Die sollten zuerst einmal eine brauchbare App zur Verfügung stellen, was bis heute immer noch nicht der Fall ist. Wird wieder verschwinden wie die erste Version!

    • edger 26.09.2017, 20.15 Uhr

      So lange man es vorwiegend im Inland und nur sporadisch im Ausland benutzt gibt es ja zumindest 2 Kreditkarten die kostenlos angeboten werden. Es gibt sogar eine kleine Provision in Form von Bonuspunkten. Nur bei hohen Auslandumsätzen lohnt sich eine Karte mit Jahresgebühr, weil da die Fremdwährungszuschläge etwas geringen ausfallen. Wichtig scheint mir aber vor allem, dass diese Karten bei entsprechendem Umgang deutlich sicherer sind als Smartphone basierende Lösungen. Wenn man verfolgt was da [...]

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