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ISDN- und Analogtelefonie vor dem Aus

Die Swisscom transferiert nach und nach alle Festnetzkunden auf IP-Telefonie. Das bringt nicht nur Vorteile.

von Janis Berneker 18.03.2014
Wählscheiben-Telefone funktionieren bald nicht mehr (© Gestumblindi/Wikipedia) Wählscheiben-Telefone funktionieren bald nicht mehr (© Gestumblindi/Wikipedia) Zoom Bis 2017 rüstet das Telekomunternehmen Swisscom seine Sprachtelefonie auf. Diese läuft dann ausschliesslich über IP – wie bereits das Internet und Swisscom TV. Für den Kunden bedeutet dies: Telefone werden nicht mehr an einer Telefonbuchse eingesteckt. Stattdessen ist eine Verbindung über einen Router nötig, der die Daten bündelt. Analog-Telefonierer müssen also ihre herkömmliche Telefone entweder direkt am Gerät einstecken oder zu neuen DECT-Telefonen der Swisscom greifen, welche drahtlos mit dem Router kommunizieren.

Die Digitalisierung der Sprachtelefonie bringt verschiedene Vorteile. Sie erlaubt der Swisscom nicht nur, die Kosten für Prozesse und Betrieb zu senken. Auch der Kunde profitiert von einer höheren Sprachqualität sowie der Möglichkeit der Verlinkung verschiedener Dienste. Neue Telefone lesen beispielsweise automatisch die Namen unbekannter Anrufer aus dem Online-Telefonbuch aus und zeigen diese sofort an. Auch die Bedienung wird einfacher. So lassen sich Telefonnummern über das Online-Kundencenter mit wenigen Mausklicks sperren.

Gerade für ISDN-Kunden verläuft die Umstellung aber nicht ganz schmerzlos. Denn ISDN-Telefone funktionieren nach der Umstellung nicht mehr und müssen ersetzt werden. Auch wer lediglich Festnetztelefonie verwenden möchte – ohne Internet und TV der Swisscom –, muss sich auf Änderungen gefasst machen. Denn ein Router ist selbst für diese Kunden Pflicht und muss zur ständigen Erreichbarkeit Tag und Nacht in Betrieb sein.

Die Umstellung versucht die Swisscom deshalb so schonend wie möglich zu vollziehen. Neben Neukunden werden deshalb vorerst nur Kunden transferiert, welche sich für ein neues Angebot der Swisscom entscheiden. Aktuell laufen bereits 260'000 Kunden über die neue IP-Telefonie, pro Monat kommen weitere 20'000 bis 30'000 Kunden hinzu. Die Umstellung soll so bis Ende 2017 abgeschlossen werden. Wie dann mit den verbleibenden Analog- oder ISDN-Kunden vorgegangen wird, ist noch nicht bekannt.


    Kommentare

    • Hubi43 18.03.2014, 17.46 Uhr

      Das ist ja nicht nur absolut unerfreulich sondern dann kann ich Swisscom verlassen und den vielen Werbeangeboten von Fremdanbietern bedenkenlos folgen. Ich kaufe sicher keinen neuen Geräte wie Fax & Telefon. Und wenn ein Service 21 auf mein Handy nicht mehr funktioniert brauche ich ISDN sowieso nicht mehr und spare in Zukunft viel Geld. Die sogenannte "Kundenfreundlichkeit" ist ja nichts anderes wie Gewinnmaximierung. Ein Narr wer an Kundenservice glaubt. Hubi

    • hpe05 18.03.2014, 18.45 Uhr

      Ich habe bereits Erfahrungen mit VoIP-Telefonie. Die sind halt so, dass das ganze Zeugs noch Kinderschuhe an hat. Das einzige Teil, was in meiner Firma IMMER funktioniert, ist mein 5-Nummern ISDN, bzw. analog dazu das analoge Telefon. Wenn die mir das wegnehmen, dann haben die Swisskomiker garantiert einen Kunden weniger. hpe04

    • Supporter 18.03.2014, 18.45 Uhr

      nanana...alles halb so wild. Du kannst sowohl Telefon als auch Faxgerät weiternutzen - sofern sie Tonwahlverfahren haben. Und das haben seit ca. 1990 praktisch alle Geräte. Die werden dann einfach entweder hinten am Router angesteckt oder man lässt sich eine BBR Installation machen und danach sind alle Dosen im Haus wieder nutzbar. (Mache ich momentan praktisch wöchentlich, da aktuelle VivoCasa Abos bereits heute ohne expliziten Gegenwunsch auf ALLIP geschaltet werden.) ISDN Geräte sind NICHT m[...]

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