Moneyland.ch: So telefoniert die Schweiz

Klassisches Telefonieren ist noch immer sehr beliebt. Rund jeder Dritte in der Deutschschweiz nutzt heute jedoch WhatsApp.

von Claudia Maag 19.06.2018

Das Marktforschungsinstitut GfK Switzerland hat im Auftrag des Vergleichsdienstes moneyland.ch Ende April eine Umfrage zum Thema Telefonie-Verhalten durchgeführt, wie es in einer Mitteilung heisst.

Telefonieren ist in der Schweiz noch immer beliebt. 94 Prozent der Befragten telefonieren mindestens einmal pro Woche. 57 Prozent der Bevölkerung telefoniert täglich, 30 Prozent mehrmals pro Woche, 6 Prozent einmal pro Woche, 5 Prozent mehrere Male im Monat, 1 Prozent einmal pro Monat. 

Befragt wurden 1517 Personen in der Deutsch- und Westschweiz. Gefragt wurde, wie und wie oft (täglich, mehrmals pro Woche etc.) telefoniert wird. Weiter wurde nach den folgenden telefonischen Instrumentarien gefragt: Festnetz zu Hause, Handy/Smartphone via Mobilfunk-Anbieter, WhatsApp, Skype, Facebook, FaceTime von Apple, Viber, Threema, andere VoIP-Apps und Video-Telefonie allgmein. Gemäss GfK ist die Umfrage repräsentativ für die Schweizer Bevölkerung zwischen 19 und 74 Jahren.

Laut Mitteilung telefonieren die Bewohnerinnen und Bewohner in der Westschweiz häufiger – das gilt für verschiedene Telefonie-Dienste. Während in der Deutschschweiz rund die Hälfte (53 %) der Bevölkerung täglich telefoniert, sind es in der Westschweiz fast drei Viertel (72 %).

Am verbreitetsten sind Telefonate mit dem Handy direkt via Mobilfunknetz (ohne Apps). 99 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer telefonieren mit dem Handy. 34 Prozent telefonieren auf diese Weise täglich, 33 Prozent mehrmals pro Woche, 11 Prozent einmal pro Woche, 11 Prozent mehrmals pro Monat, 5 Prozent einmal pro Monat und 5 Prozent nur wenige Male pro Jahr.

99 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer telefonieren mit dem Handy 99 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer telefonieren mit dem Handy Zoom© moneyland.ch

WhatsApp hat aber in den letzten Jahren aufgeholt: 85 Prozent der Befragten telefonieren bereits mit dem Messengerdienst. Danach folgen weitere Telefonie-Dienste: 75 Prozent der Bevölkerung telefonieren übers Festnetz von zu Hause aus, 50 Prozent mit Skype, 33 Prozent mit Facebook, 25 Prozent mit FaceTime von Apple, 11 Prozent mit Viber und 6 Prozent mit Threema.

Popularität von WhatsApp-Telefonie steigt

«WhatsApp und andere Gratis-Apps werden zu einer immer grösseren Herausforderung für hiesige Telekom-Anbieter», lässt sich Telekom-Experte Ralf Beyeler von moneyland.ch in der Mitteilung zitieren. Die Schweizer Mobilfunk-Anbieter hätten darauf reagiert. Handy-Abos würden sich heute vor allem beim Internet-Angebot unterscheiden. Selbst in günstigen Abos sei häufig eine Flatrate für Anrufe in alle Schweizer Netze enthalten, so Beyeler weiter.

35 Prozent nutzen WhatsApp täglich zum Telefonieren (und damit noch etwas öfter als das Handy direkt via Telekom-Provider), 18 Prozent mehrmals pro Woche, 8 Prozent einmal pro Woche, 9 Prozent mehrmals pro Monat, 6 Prozent einmal pro Monat und 9 Prozent nur wenige Male pro Jahr.

Frauen und Romands nutzen WhatsApp häufiger

WhatsApp ist bei Jüngeren weiter verbreitet als bei den älteren Altersgruppen. Ganze 93 Prozent der 19- bis 25-Jährigen nutzen Whatsapp zum Telefonieren, bei den 26- bis 49-Jährigen sind es noch 87 Prozent und bei den 50- bis 74-Jährigen noch 81 Prozent. Frauen (87 %) nutzen WhatsApp noch etwas häufiger als Männer (83 %). 38 Prozent der Frauen nutzt die den Messenger sogar täglich zum Telefonieren, bei den Männern sind es 32 Prozent. 

In der Westschweiz nutzen 87 Prozent WhatsApp, in der Deutschschweiz 84 Prozent. Ins Auge steche vor allem die unterschiedliche Nutzung: In der Deutschschweiz nutzt rund jeder Dritte (32 %) die App täglich, in der Westschweiz ist es fast jeder Zweite (47 %)

Wie Frauen und Männer telefonieren

Bei der Wahl der Zahlungsmittel und Geldanlagen zeigen sich laut Mitteilung deutliche Geschlechter-Unterschiede. Anders bei der Wahl der Telefonie-Dienste, wo keine grossen Geschlechtsunterschiede festzustellen sind.

72 Prozent der Frauen benutzen (in unterschiedlicher Häufigkeit) Festnetz-Telefonie von zu Hause aus, bei den Männern sind es 77 Prozent. Auch Video-Telefonie, Threema, Viber, Facebook und Skype werden etwas häufiger von Männern als Frauen genutzt. Bei WhatsApp ist es umgekehrt: 83 Prozent der Männer nutzen WhatsApp, während es bei Frauen 87 Prozent sind. Telefonie mit einem Handy via Mobilfunknetz und mit Apple-FaceTime ist bei Frauen und Männern etwa gleich populär.

Nutzung von Video-Telefonie im Vergleich

Unabhängig vom Anbieter sind Telefonate via Video (wie Skype oder FaceTime) bereits ziemlich verbreitet in der Schweiz. Rund 29 Prozent der Befragten führen (in unterschiedlicher Häufigkeit) Video-Telefonate. 2 Prozent nutzen Video-Telefonie täglich, 3 Prozent mehrmals pro Woche, 3 Prozent einmal pro Woche, 4 Prozent mehrmals pro Monat, 4 Prozent einmal pro Monat und 13 Prozent nur wenige Male pro Jahr.

Video-Telefonie wird von Frauen etwas weniger genutzt als von Männern. In der Westschweiz führen 34 Prozent Video-Telefonate (in unterschiedlicher Häufigkeit) durch, während es in der Deutschschweiz 27 Prozent sind. 

Bei der jüngsten befragten Altersgruppe zwischen 19 und 25 Jahren führt fast die Hälfte (47 %) Video-Telefonate durch (wenn auch oft nur sporadisch), bei den 26- bis 49-Jährigen sind es noch 22 Prozent und bei den 50- bis 74-Jährigen bloss 20 Prozent.

Lesen Sie hier mehr über die Umfrage.


    Kommentare

    • karnickel 23.06.2018, 10.09 Uhr

      Sorry moneyland, diese Grafik geht gar nicht. Was wollt ihr uns vermitteln? Dass Whatsapp gleich lange genutzt wird wie das Festnetz? Mir schon klar, dass rechts die 100% sind, aber wenn schon präsentieren, dann bitte so, dass ich daraus einen Nutzen habe! In diesem Fall einen optischen.

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