Schnelleres Internet: Swisscom kombiniert Fest- und Mobilnetz

Mit ausgewählten Kunden testet Swisscom derzeit eine neue Technologie, um zu Hause eine schnellere Internetbandbreite zu ermöglichen.

von Simon Gröflin 18.01.2016 (Letztes Update: 18.01.2016)

Die Swisscom bringt eine Internet-Speed-Bündelungstechnik ins Heimnetz. Der Telko hat nach eigenen Angaben einen «innovativen LTE-Empfänger» entwickelt. Dieser nimmt den Mobilfunkdatenstrom auf und leitet ihn per WLAN an den DSL-Router weiter. Der Router verwaltet dank einer speziellen Software die beiden Datenströme. Dies wiederum resultiert in zusätzlicher Geschwindigkeit. Nach ersten Labortests mit eigenen Mitarbeitern erprobt der Telko bereits im Januar die Technologie mit ausgewählten Kunden. 

Swisscom stellt mit «DSL+LTE Bonding», wie sich der Standard nennt, eine integrierte Lösung zur Verfügung. Es sei deshalb kein spezieller Mobilfunkvertrag notwendig, so Swisscom auf Anfrage. Pilotkunden müssen einzig über ein Vivo-Abonnement (XS, S, M, L, oder XL) verfügen und die Teilnahmebedingungen für die Pilotteilnahme akzeptieren.

Während der ersten Testphase erlaube die Bündelungstechnik eine aggregierte Bandbreite von bis zu 20 Mbit/s. Erst später sollen höhere Bandbreiten möglich sein. Die Verfügbarkeit von «DSL+LTE Bonding» und die effektive Bandbreite hänge von der Länge der Festnetzkupferleitung und der 3G- bzw. 4G-Mobilfunkabdeckung am Wohnort des Kunden ab.

«Wir wollen die aggregierte Bandbreite jenen Kunden zur Verfügung stellen, die an ihrem Wohnort tiefere Bandbreiten in Kauf nehmen müssen», erläutert Swisscom-Mediensprecher Armin Schädeli auf Anfrage. So liesse sich zum Beispiel ein Anschluss, der heute über 12 Mbit/s (Downlink) mit «DSL+LTE Bonding» auf bis zu 20 Mbit/s erhöhen. Der Router, der die Bandbreiten aggregiert, stelle bereits einerseits ein WLAN-Netzwerk zur Verfügung, könne aber auch über ein Ethernet-Kabel direkt mit einem Endgerät verbunden werden, so Schädeli.

Bis Ende 2020 plant Swisscom, 85 Prozent aller Wohnungen und Geschäfte mit Ultrabreitband zu versorgen – mit Fibre to the Building (FTTB) sowie Fibre to the Home (FTTH). Mit FTTS und FTTB sind derzeit Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s möglich – ab Ende 2016 mit dem Übertragungsstandard G fast bis zu 500 Mbit/s. Bei Orten ausserhalb der Ballungszentren setzt der Telko meist auf einen Mix aus Technologien. 

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