Sunrise bringt Flatrate für 49 Franken

Preisschock von Sunrise: Mit sunrise24.ch bietet der Mobilfunkprovider neu die mit Abstand günstigste Total-Flatrate der Schweiz an. Das neue Abo hat zudem einen Mindestlaufzeit von nur drei Monaten und wird ausschliesslich online verwaltet.

von Hannes Weber 05.09.2012

Überraschend hat Sunrise am Mittwoch ein neues Mobilfunkabo vorgestellt, das es in sich hat. Das Angebot mit dem Namen «sunrise24.ch» bietet unlimitierte Anrufe in alle Schweizer Netze, unlimitiert SMS und eine Daten-Flatrate für gerademal 49 Franken im Monat. Bislang war das vergleichbare Angebot «Sunrise flat 4» mit 75 Franken monatlich (ohne Handy-Subventionierung) das günstigste. Die Konkurrenz von Swisscom (99 Franken im Monat für das vergleichbare Angebot «infinity M») und Orange (120 Franken im Monat für Orange Me) ist massiv teurer. Und: Die Mindestvertragslaufzeit für sunrise24.ch beträgt lediglich drei Monate.

Wo ist der Haken?

Die günstigste Flatrate der Schweiz kommt von Sunrise Die günstigste Flatrate der Schweiz kommt von Sunrise Zoom Aber wo ist der Haken bei der neuen Sunrise-Flatrate? Gleich vorneweg: Das Angebot ist zweifelsohne äusserst attraktiv. Einige Einschränkungen gibt es aber dennoch. So ist sunrise24.ch nicht in Verbindung mit einer Handy-Subventionierung erhältlich – Rabatte für neue Handys gibts also nicht. Das ist allerdings nicht weiter schlimm, denn Sunrise hat die Handy-Subventionierung im klassischen Sinne schon längst abgeschafft bzw. verrechnet diese separat und schlägt sie einfach auf den Abopreis auf.

Weiter ist das mobile Internet bei der neuen Sunrise-Flatrate auf eine Downloadgeschwindigkeit von 7,2 Mbit/s beschränkt. Dies ist allerdings auch beim vergleichbaren (und doppelt so teuren) Swisscom-Abo infinity M der Fall. Zu guter Letzt ist sunrise24.ch, und das erklärt auch den ungewöhnlichen Namen des Angebots, voll auf den Online-Kanal fokussiert. Das betrifft sowohl die Bestellung, als auch die Verwaltung des Abos. Man kann das neue Abo also ausschliesslich über das Internet bestellen, und auch die Rechnungsstellung und der Kundenservice erfolgen ausschliesslich übers Web. Ein cleverer Schachzug von Sunrise: Der Anbieter spart sich so teure Personal- und Administrationskosten, was mit ein Grund für den tiefen Preis des neuen Abos ist.

Mit Tiefpreisgarantie

Sunrise ist sich seiner Sache übrigens so sicher, dass sogar eine Tiefpreisgarantie auf den neuen Flatrate-Tarif gewährt wird: Sollte ein anderer Schweizer Anbieter ein Postpaid-Angebot mit den gleichen Leistungsmerkmalen zu einem günstigeren monatlichen Basispreis offerieren, verspricht Sunrise eine schnelle Preissenkung für sunrise24.ch. Auch das ist bislang einmalig in der helvetischen Mobilfunklandschaft.

Es gibt eben doch einen Haken

Übrigens: Sollten Sie jetzt auf das neue Angebot wechseln wollen, sollten Sie unbedingt einmal einen Blick auf die Kündigungsvorlagen werfen, die Sunrise bereitstellt. Sind Sie allerdings bereits Kunde bei Sunrise, müssen Sie sich den Wechsel auf das neue Abo gut überlegen. Denn die Übernahme Ihrer bestehenden Sunrise-Nummer ist paradoxerweise nicht möglich, hingegen ist die Rufnummerübernahme von einem anderen Anbieter (Swisscom, Orange etc.) möglich.

Damit ist klar: sunrise24.ch hat doch einen Haken – wenn auch nur für Sunrise-Kunden. Das Angebot zielt offensichtlich primär darauf ab, den Mitbewerbern Kundschaft abzujagen, lässt aber treue Kunden im Regen stehen. Was Sunrise zu diesen Vorwürfen sagt, lesen Sie hier.


    Kommentare

    • aladoro 05.09.2012, 15.46 Uhr

      das ideale Abo für Ihre Türkei-Ferien: Anrufe in die CH nur Fr 4.75 pro Minute, eingehende Anrufe lumpige 3 Stutz ... *lol* http://www.sunrise24.ch/is-bin/intershop.static/WFS/Sunrise-Site/Sunrise-Sunrise24/de_CH/PDFs/preisliste_d.pdf

    • Wotan 05.09.2012, 16.59 Uhr

      Es steht auch deutsch und deutlich, für die Schweiz. Und sowieso, wer geht schon in die Türkei in die Ferien???? ;)

    • swissmac 05.09.2012, 18.39 Uhr

      War schon 4x dort und das war's ... auf nimmerwiedersehen ... ich möchte ja nicht wegen einem Kieselstein, der mir in der Schuhsohle steckt 50 Jahre ins Gefängnis ... Das einzig Gute war, das die meisten Geschäfte keine Ahnung von WLAN Sicherheit hatten und man locker vor jedem zweiten Laden so 'gratis' via Skype nach Hause telefonieren konnte ... ;-)

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