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Weniger Nacktheit auf Skype: Microsoft als Moralapostel?

Ab dem 29. März gelten auf Skype neue Nutzungsbedingungen. Nacktheitsbilder könnte Microsoft künftig blockieren. Ausserdem will der Instant-Messaging-Dienst mehr Inhalte auf seinen Servern zwischenspeichern.

von Simon Gröflin 03.03.2014
Obacht bei obszönen Skype-Chats: Ab dem 29. März gelten neue Richtlinien Obacht bei obszönen Skype-Chats: Ab dem 29. März gelten neue Richtlinien Zoom Skype-Nutzer werden mit neuen Nutzungsbedingungen ab Ende März weitere inhaltliche Freiheiten verlieren. «Darstellungen von Nacktheit» gelten in Zukunft als «unangebrachte Bilder», die nicht hochgeladen, heruntergeladen oder versendet werden dürfen. Gemäss den bisherigen Nutzungsbedingungen gilt Nacktheit bei Skype grundsätzlich als erlaubt, sofern sie nicht «anstössig, gesetzeswidrig, jugendgefährdend, obszön pornografisch belästigend» ist. Die wichtigste Änderung betrifft das Zwischenspeichern von Nachrichten. Bislang wurden Chat-Protokolle bei Skype nur lokal gespeichert. Grund für mehr Zwischenspeicherung von Inhalten dürfte das Synchronisieren von Nachrichten auf mehreren Plattformen sein.

Blockieren im eigenen Ermessen

Wie Heise zusammenfasst, finden sich unter Absatz 5.7 noch mehr neue Einträge. Unter anderem steht dort nun geschrieben: «Skype kann im Rahmen seiner Bemühungen, die Software, die Produkte und seine Kunden zu schützen oder anderweitig die vorliegenden Bedingungen durchzusetzen, im eigenen Ermessen Inhalte von Kommunikationen blockieren oder auf sonstige Weise entfernen beziehungsweise deren Zustellung verhindern.»

Löschungen bisheriger Phrasen

Gelöscht wurde der ursprüngliche Satz: «Es ist daher möglich, dass Sie Inhalten ausgesetzt werden, die anstössig, ungesetzlich, jugendgefährdend, obszön, unsittlich oder anderweitig beanstandbar sind.»

Gelöscht wurde ebenfalls der Satz: «Der Inhalt der Kommunikation liegt allein in der Verantwortlichkeit derjenigen Person, von der ein solcher Inhalt ausgeht.»

Fragezeichen bei der Umsetzung

Grundsätzlich untersagt war es bis anhin, Material zu versenden, das «anstössig, gesetzeswidrig, jugendgefährdend, obszön, rufschädigend, verleumderisch, bedrohend, pornografisch, belästigend, gehässig, rassistisch oder ethnisch beleidigend ist». Wie Skype die erweiterten Richtlinien ohne Eingriff in die Privatsphäre der Nutzer umsetzen will, ist noch völlig unklar.

Kontrolle in der Cloud

Microsoft hat unter anderem schon SkyDrive-Konten von Aktfotografen gesperrt. Einer der betroffenen Fotografen aus Aachen zeigte sich erzürnt über die Tatsache von offensichtlich kontrollierten privaten Cloud-Inhalten.

Der deutsche Datenschutz argumentierte damals gegenüber Netzpolitik.org, dass nach deutschem und europäischem Recht grundsätzlich Cloud-Anbieter nicht einfach Daten der Nutzer durchsuchen dürften, wobei sich der Sachverhalt bei Zustimmung der AGBs anders verhält.

Zustimmung oder Ablehnung bis zum 29. März 2014

Nutzer, die den neuen Nutzungsbedingungen von Skype nicht zustimmen möchten, müssen ihr Skype-Konto bis zum 29. März 2014 manuell kündigen oder löschen.

Wie Sie das Skype-Konto löschen können, erfahren Sie auf dieser Support-Seite.

Tags: Skype, NSA

    Kommentare

    • Kovu 03.03.2014, 12.40 Uhr

      ...ok. Ich denke Skype fliegt nun definitiv von meinen Geräten.

    • PC-John 03.03.2014, 14.19 Uhr

      Da scheint die gleiche religiöse Fraktion an der Arbeit zu sein wie bei Apple ... Bei Skype ändern dieses Mal (nur) die Nutzungsbedingungen. Bei Apple löschen sie inzwischen auf dem i.... gleich schon mal unerlaubte Apps. Unerlaubt ist dabei alles, was nicht von Apple selbst kommt, bezw. von dort freigegeben wurde. Darum brauche ich niemals ein i..., selbst wenn ich bei den unerlaubten Apps weit weg wäre. Bei Microsoft seien übrigens ähnliche Themen in der Diskussion, zum Glück gibt[...]

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