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Tausende Hotmail-Konten geknackt

Im Internet sind die Zugangsdaten von über 10'000 Hotmail-Konten aufgetaucht. Microsoft hat den Vorfall bereits bestätigt. Betroffene sollen sofort ihre Passwörter ändern.

blue_quad von IDG . (06.10.2009)

vergrößen Der Webmaildienst Hotmail ist attackiert worden. Die Angreifer haben zur Demonstration ihres Erfolgs die Daten von über 10'000 Hotmail-Konten online gestellt. Im Internet tauchten die User-Namen und die für den Zugriff auf die Hotmail-Konten jeweils notwendigen Passwörter auf. Dabei beschränkten sich die Angreifer allerdings darauf, nur die User-Namen, die mit «A» oder «B» beginnen, zu veröffentlichen. Jeweils 5500 User-Namen plus Passwörter wurden für die beiden Anfangsbuchstaben online gestellt. Sollten die Angreifer die gleiche Anzahl an Daten für alle anderen Anfangsbuchstaben besitzen, dann wären über 140'000 Hotmail-Konten vom Vorfall betroffen.

Zunächst war man von einem direkten Angriff auf das Microsoft-Netzwerk ausgegangen, auf dem Hotmail gehostet wird. Dem widersprach allerdings eine Microsoft-Sprecherin in einem Statement gegenüber unserer Schwesterpublikation Computerworld.

Laut Angaben von Microsoft gelangten die Angreifer über eine Phishing-Attacke auf Webuser an die sensiblen Hotmail-Daten. Auch Microsoft hat mittlerweile bestätigt, dass die im Internet aufgetauchten Hotmail-Zugangsdaten echt sind. Man sei dabei, den betroffenen Anwendern dabei zu helfen, wieder die vollständige Kontrolle über ihren Windows-Live-Hotmail-Zugang zu erlangen.

Bei Windows Live Hotmail sind über 400 Millionen Anwender registriert. Angaben seitens Microsoft darüber, wie viele Anwender den Webmaildienst tatsächlich aktiv nutzen, gibt es keine.
Sollte tatsächlich die Rechnung aufgehen, dass die Angreifer jeweils pro Anfangsbuchstaben rund 5500 Zugangsdaten gestohlen haben, dann wäre der Vorfall einer der grössten Phishing-Attacken überhaupt.

Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die Angreifer die Daten im Rahmen einer Phishing-Attacke über mehrere Monate hinweg gesammelt haben müssen. Nicht auszuschliessen ist, dass noch viel mehr Zugangsdaten in den Besitz der Angreifer gelangt sind.

Microsoft hat betroffene Hotmail-Konten gesperrt
Bei Microsoft läuft derzeit eine Untersuchung des Vorfalls auf Hochtouren. Laut eines offiziellen Statements von Microsoft wurden vorsorglich alle Hotmail-Konten gesperrt, deren Zugangsdaten im Internet aufgetaucht sind. Die betroffenen Anwender können über dieses Formular die Freischaltung ihres Hotmail-Kontos beantragen.

Hotmail-Kunden sollten umgehend reagieren
Es ist nicht auszuschliessen, dass mehr Hotmail-Konten betroffen sind, als die im Internet veröffentlichten Zugangsdaten Glauben schenken wollen. Sollten Sie ein Nutzer von Windows Live Hotmail sein, dann sollten Sie daher sofort reagieren und das Passwort für den Zugang zu ihrem Hotmail-Postfach umgehend ändern. Generell empfiehlt es sich, die Passwörter für Mail- und Webdienste regelmässig zu wechseln.



  


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