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Android verrät weniger über Zugriffsrechte

Wer automatische Updates für Android-Apps zulässt, wird künftig weniger Kontrolle über die App-Berechtigungen der einzelnen Apps haben.

von Simon Gröflin 16.06.2014
Künftig erfordern App-Updates keine manuelle Bestätigung der Rechte mehr Künftig erfordern App-Updates keine manuelle Bestätigung der Rechte mehr Zoom Automatisch aktualisierte Android-Apps können sich neuerdings ungefragt erweiterte App-Berechtigungen einholen.

Installiert ein Nutzer eine neue App, sieht er grundsätzlich alle Berechtigungen der App. Wenn bis anhin zum Beispiel die Taschenrechner-App durch ein automatisches Update auf einmal Zugriffsrechte auf die Kontakte erlangen wollte, konnte der Nutzer sich aufgrund dessen auch gegen die Aktualisierung der App entscheiden.

Im Unterschied zum neuen Play Store in der Version 4.820 musste vorher einer automatisch aktualisierten App, die auf einmal ein neues Recht anforderte, das neue Recht zunächst bestätigt werden. Dieser Schritt entfällt nun: Es ist ist nicht mehr ersichtlich, ob sich die App durch automatische Updates ein neues Recht eingeholt hat.

Warum das so ist, begründet Google mit der neuen Kategorisierung nach Gruppenrechten:

Wenn zum Beispiel eine Musikanwendung durch ein automatisches Update auf einmal Zugriff auf Ihre Ortsdaten hat, liegt das daran, dass ebendieses Recht seit Neuem aus der Berechtigungsgruppe für Ortsdaten stammt. Gleichwohl ist zum Beispiel eine App, die vorher nur SMS lesen konnte, durch ein Update vielleicht auf einmal zum Senden von SMS berechtigt, weil sie die Rechte aus einer schon gutgeheissenen Berechtigungsgruppe «SMS» nimmt.

Umstellung bringt auch Vorteile mit sich

Androidnext betont nebst der Kritik auch die Vorteile der Umstellung, weil «Lieschen Müller» und «Otto Normal» ohnehin bei Apps nur auf Installieren klicken und oft nicht gross über die App-Berechtigungen nachdenken. Dass Google Wert auf übersichtlichere Darstellungen der App-Berechtigungen legt, könnte immerhin das Ergebnis von Bemühungen sein, die Aufmerksamkeit stärker auf die App-Rechte zu lenken.

Auto-Updates im Zweifelsfall ausschalten

Allerdings hat Google diese wichtige Änderung noch zu wenig gut kommuniziert. So verweist Google eher lapidar auf die Support-Seite und betont, dass die App-Berechtigungen vereinfacht wurden. Bleibt dennoch zu hoffen, dass Google die Auto-Update-Funktion wieder einführt oder eine App nach einem Update wenigstens eine entsprechende Information zu einem neu erlangten Recht anzeigt.

Wer im Moment nicht will, dass Apps sich automatisch neue Rechte zuweisen, muss automatische Updates über die Einstellungen des Play Stores deaktivieren.

Tags: Android, Apps

    Kommentare

    • keuenhof 16.06.2014, 17.05 Uhr

      Wieder ein Grund mehr sich von Android zu verabschieden.

    • multi-os 16.06.2014, 22.45 Uhr

      @keuenhof Sehe ich grundsätzlich auch so (Wobei ich sagen muss dass ich Android nicht in Form eines Smartphones verwende). Die im Artikel zitierte Aussage ist mir unverständlich. Sollte ein Update ein Mehr an Funktionen bieten und entsprechend zusätzliche Zugriffe/Berechtigungen benötigen, so wird dieser User wohl kaum einwenden. Kritische User könnten mit dem genanntem Ratschlag aber auch davon abgehalten werden, Sicherheittsupdates zulassen - indem sie eben per "default" keine Update[...]

    • LapTec 17.06.2014, 08.26 Uhr

      Ich bin immer wieder überascht welche Berechtigungen von Apps benötigt werden. Für das was die betreffende App eigentlich macht, völlig unnötig. Das Stimmt habe mich auch gefragt, was das eine oder andere App mit so viel Information will? Und da denke ich immer, das die Apps zur Analyse dienen und von einigen Großkonzernen selbst programmiert und unter einem anderen Namen vermarktet werden. Ja ist schon weit hergeholt, aber wenn man genau darüber nachdenkt ;)

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