Bevölkerung glaubt nicht an mehr Datensicherheit

Die Mehrheit der Deutschen glaubt nicht, dass ihre Daten durch die Einführung der DSGVO besser geschützt sind.

von dpa 20.06.2018

Lediglich 17 Prozent der Menschen in Deutschland sind laut einer Studie davon überzeugt, dass ihre Daten durch die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) besser geschützt sind. Die von Unternehmen, Behörden, Vereinen und Websitebetreibern veröffentlichten Erklärungen zum Umgang mit Daten empfinden demnach 65 Prozent der Befragten als zu umfangreich, kompliziert und unverständlich, teilte die European netID Foundation, Auftraggeberin der Studie, am Dienstag mit.

Das Inkrafttreten der DSGVO am 25. Mai habe dazu geführt, «dass das Internet mit Cookie-Hinweisen geflutet wurde», sagte Jan Oetjen, Vorsitzender des Stiftungsrats. Der Studie zufolge bestätigt jeder zweite Nutzer die Cookie-Hinweise mit «okay», ohne die Erläuterung zu lesen. Etwa ebenso viele Nutzer löschen die Cookies mindestens einmal wöchentlich. Dabei bleibe aber auch das Surferlebnis auf der Strecke, sagte Oetjen. «Denn bei jedem erneuten Besuch einer Seite müssen die Cookies wieder und wieder bestätigt werden.»

Unternehmen sammeln ebenso viele Daten

61 Prozent der Befragten glauben demnach, dass Unternehmen künftig ebenso viele Daten sammeln wie bisher, dies aber transparenter darstellen. Daran, dass die DSGVO Konsequenzen für die Geschäfte US-amerikanischer Internetunternehmen haben wird, glauben demnach 58 Prozent nicht. 63 Prozent wünschen sich von den neuen Regeln mehr Klarheit darüber, welche Daten erhoben werden. 45 Prozent der Befragten sprachen sich für einheitliche Lösungen aus, die ihre Einwilligungen auf allen Webseiten speichern und anwenden.

Die European netID Foundation wurde von Mediengruppe RTL Deutschland, ProSiebenSat.1 sowie United Internet (Web.de und GMX) gegründet und bietet den offenen Login-Standard netID ein, der eine Alternative zur Nutzung grosser US-Konzerne wie Facebook und Google bieten soll.


    Kommentare

    • karnickel 23.06.2018, 10.06 Uhr

      Ich bin ein bisschen überrascht. Die paar Stirnbänder und Bauchbinden, die man nicht mal gross beachten braucht, um trotzdem surfen zu können sollen etwas bewirken? Installiert nicht jede/r immer noch Whatsapp und überlegt sich nicht eine Sekunde, wo nun genau das Adressbuch mit den heiklen Dinge des Bekanntschaftsnetzer hin upgeloadet werden? Natürlich, weiterhin zu Facebook, die sich nach dem Datenskandal mit Cambridge Analytica bestimmt schon den nächsten Datenkuschelpartner ins Bett gehol[...]

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