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FBI-Chef wettert gegen Verschlüsselung

Der FBI-Direktor James B. Comey kann sich nicht mit den Verschlüsselungsplänen von Google und Apple anfreunden und fordert Hintertüren für Regierungsbehörden.

von Luca Diggelmann 17.10.2014
FBI-Direktor James B. Comey will Hintertüren für seine Angestellten FBI-Direktor James B. Comey will Hintertüren für seine Angestellten Zoom

In einer Rede am Brookings Institute in Washington, D.C., wehrt sich FBI-Direktor James B. Comey gegen die Verschlüsselung privater Daten. Die Technologien, die von Unternehmen wie Google und Apple vermehrt verwendet werden, liessen Gesetzeshüter «im Dunkeln tappen». Comey befürchtet, dass mit Massenverschlüsselung Kriminellen freie Hand gewährt wird.

Ginge es nach Comey, hätte jede Software eine eingebaute Hintertür für Regierungsspione. Nur so könne man Kinderschändern, Gewaltverbrechern und Terroristen Einhalt gebieten. Comey zeigt vier Fälle auf, in denen der Zugang auf einen Rechner ausschlaggebend für den Erfolg einer Mission gewesen sei. Diese Fälle hätten mit verschlüsselten Geräten nur schwer gelöst werden können, meint Comey.

«Wir haben das Recht, Kommunikation und Informationen abzufangen, nur mangelt es oft an den technischen Möglichkeiten», so Comey. Das Volk solle sich an Spionage gewöhnen. Statt diese technisch zu verhindern, solle man sich auf die Richtlinien der Regierung verlassen, die Missbrauch verhindern sollen.

Menschenrechtsaktivisten sind über die Aussagen von Comey wenig erfreut. «Jeder Versuch des FBI, Verschlüsselung zu schwächen, macht unsere privaten und geschäftlichen Daten anfällig für Hackerangriffe», so Laura W. Murphy, Direktorin der American Civil Liberties Union (ACLU) in Washington, D.C. «Wir applaudieren den Tech-Unternehmen wie Apple und Google, die ihre Sicherheitsmassnahmen nicht für die Regierung und deren bereits grosses Spionagearsenal aufgeben.» Murphy hofft, dass auch andere Technologieunternehmen dem Vorbild von Google und Apple folgen werden und Privatsphäre und Sicherheit mehr Aufmerksamkeit schenken.

Sowohl Google als auch Apple haben ihre aktuellen Betriebssysteme mit automatischer Verschlüsselung ausgestattet.


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