Google bringt Sicherheitszentrum nach Europa

Google rollt sein neues Sicherheitszentrum in Europa aus. Die Nutzer sollen damit ihre persönlichen Daten besser schützen können.

von Alexandra Lindner 10.10.2018

Google startet sein neues Sicherheitscenter in Deutschland und fünf weiteren europäischen Ländern. Die Nutzer sollen damit mehr Informationen zu den Themen Datensicherheit und Privatsphäre bekommen. Ausserdem möchte Google damit die Verwaltung der persönlichen Daten vereinfachen.

Künftig muss eine App den Zugriff auf verschiedene Daten eines Android-Nutzers jeweils einzeln abfragen Künftig muss eine App den Zugriff auf verschiedene Daten eines Android-Nutzers jeweils einzeln abfragen Zoom Neben Deutschland kommt das Sicherheitszentrum auch nach Belgien, Frankreich, Italien, die Niederlande und Grossbritannien. Weitere Länder und Sprachen sollen in Kürze folgen. Google gibt den Nutzern auch Tools an die Hand, den Schutz ihrer Daten besser zu verwalten und liefert Informationen zum korrekten Umgang mit Daten in der Familienfreigabe. Etwa für YouTube Kids und den Family Link. Eltern können hier auch Regeln festlegen, auf welche Inhalte die Sprösslinge zugreifen dürfen und auf welche nicht.

Ferner will der Suchmaschinenprimus auch Tipps und Ratschläge zu Themen wie Cybermobbing, angemessene Bildschirmzeiten und mehr liefern.

Das Sicherheitszentrum bietet den Nutzern die Möglichkeit, eine Datenschutzprüfung durchzuführen und dann auch gleich gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Hier ebenfalls inbegriffen ist das bereits seit einiger Zeit zugängliche «Meine Aktivitäten». Dieses liefert eine Aufstellung über alle Aktivitäten des angefragten Kontos. Auch hier können direkt Anpassungen vorgenommen oder auch Aktivitätsdaten gelöscht werden.

Ergebnisse und Aktionen aus Project Strobe

Ausserdem arbeite der Konzern derzeit am sogenannten Project Strobe. Damit soll ein besserer Überblick darüber gewährt werden, welche Drittanbieter Zugriff auf das Google-Konto und die Android-Gerätedaten haben. Nun gibt Google erste Ergebnisse der Untersuchung bekannt.

So hat sich etwa herausgestellt, dass es erhebliche Schwierigkeiten bereitet, den Zugriff von App-Anbietern auf der Social-Media-Plattform Google+ zu kontrollieren. Das und die Tatsache, dass das soziale Netzwerk ohnehin keine besonders grosse Akzeptanz bei den Nutzern gefunden hätte, resultiere nun in der Schliessung von Google+.

Weiter will das Unternehmen seinen Nutzern nun verbesserte Kontrollmöglichkeiten dafür geben, auf welche Google-Konto-Daten Drittanbieter-Apps abgreifen dürfen. Fordert eine App den Zugriff auf mehrere Informationen, muss jede einzelne Information künftig separat angefragt und vom Nutzer genehmigt werden. Bisher war dafür nur ein einziger Klick in einem einzigen Fenster notwendig.

Aktualisiert werden soll zudem die Gmail-Nutzer-API. Nur Apps, welche die E-Mail-Funktion direkt verbessern, sollen künftig Zugriff auf Gmail haben.

Die letzte aufgeführte Änderung betrifft die Möglichkeit von Apps, auf Android-Geräten Anrufprotokoll- und SMS-Benachrichtigungen zu erhalten. Diese Interaktionsvariante soll künftig nicht mehr über die Android-Kontakt-API zur Verfügung stehen. Nur Anwendungen, die direkt zum Telefonieren oder Versenden von Textnachrichten dienen, sollen auf die im Gerät gespeicherten Kontakte zugreifen können.

Europäischer Cyber-Sicherheitsmonat

Der gewählte Zeitpunkt für diese Ankündigungen ist durchaus interessant. Nicht nur läutet Google den «Europäischen Cyber-Sicherheitsmonat» ein. Ausserdem informierte das Unternehmen jüngst über eine grosse Datenpanne bei Google+. Mit den nun neu veröffentlichten verbesserten Datenschutzeinstellungen scheint man die Nutzer direkt wieder in Sicherheit wiegen zu wollen, dass alles halb so schlimm sei. Die Datenpanne bei Google+ sei dem Konzern den Angaben zufolge schon seit rund sechs Monaten bekannt gewesen. Dennoch wurde mit der Mitteilung offenbar gewartet, bis eine angemessene Strategie dazu entwickelt wurde.


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