So streng geht Google gegen unerlaubte Werbung vor

3,2 Milliarden Werbeanzeigen blockierte Google im Jahr 2017. Aber auch Apps und Seiten kamen dran...

von Susanne Gillner 14.03.2018 (Letztes Update: 14.03.2018)

Jedes Jahr schlüsselt Google in seinem Bad Ads Report, der sich nun Trust and Safety in Ads Report nennt, auf, wie viele Anzeigen gelöscht werden mussten, weil sie gegen die Werbe-Richtlinien verstossen haben. Dem aktuellen Bericht nach blockierte Google 2017 über 3,2 Milliarden Anzeigen. Das sind mehr als 100 Bad Ads pro Sekunde. Im Jahr 2015 waren es noch 700 Millionen.

Etwa 66 Millionen dieser 3,2 Milliarden Anzeigen waren sogenannte Trick-to-Click-Banner, die dem Nutzer System-Warnungen oder Gewinnspiele vorgaukeln und ihn so zum Klicken animieren. 48 Millionen Ads versuchten Nutzer zum Download einer Schadsoftware zu ermutigen.

Auch gegen Tabloid Cloaking-Banner ging Google vor. Diese gaukeln dem Nutzer vermeintliche Schlagzeilen vor, die dann nicht mehr wie Anzeigen wirken, sondern tatsächlich wie News. Klickt der Nutzer, kommt er auf reine Spam-Webseiten. Hier blockte Google über 7000 AdWords-Accounts. 2014 waren es noch 1400.

Daneben galt es auch, Malware zu unterbinden. Hier blockte Google 70 Millionen Ads im Netzwerk, die Nutzer automatisch auf mit Malware infizierte Seiten geleitet hätten. 400’000 dieser unsicheren Seiten wurden dann entfernt.

Wegen Scraping, also dem Duplizieren und Kopieren von Inhalten anderer Webseiten, gesperrt wurden 2017 über 12’000 Webseiten. Mehr als 130 Millionen Anzeigen wurden schliesslich wegen sonstiger verdächtiger Aktivitäten entfernt, also beispielsweise dem Missachten und Umgehen des Überprüfungsprozesses für Anzeigen.

Bedrohungen aus anderen Quellen wurden ebenfalls gelöscht

  • 320’000 Bad Publisher wurden 2017 aus dem Ad-Netzwerk verbannt, ausserdem wurden fast 90’000 Webseiten und 70'000 Mobile Apps wegen Policy-Verstössen entfernt.
  • Mithilfe einer neuen Technologie, dem Page Level Enforcement wurden Google-Anzeigen auf über zwei Millionen Seiten jeden Monat beseitigt.
  • Im vergangenen Jahr stellte Google 28 neue Regeln für Advertiser und 20 neue für Publisher auf, um das Werbeerlebnis zu verbessern und Ad-Bedrohungen aus dem Weg zu räumen. Dieses Jahr sollen weitere Policies dazukommen, die sich vor allem gegen missbräuchliche Anzeigen aus dem Finanzbereich richten.
  • Über 10’000 Menschen sollen 2018 bei Google arbeiten, die sich nur damit beschäftigen, das digitale Werbe-Ökosystem sauber und sicher zu halten.
Tags: Google

    Kommentare

    • karnickel 20.03.2018, 13.19 Uhr

      unerlaubte? Dieser Begriff bezieht sich auf das im Artikel genannte und von Google selbst erstellte Regelwerk. Ich selber bin als Konsument natürlich Nutzniesser einer solchen Einschränkungsvorgabe an die Werbeindustrie. Jedoch muss man sich auch bewusst darüber sein, dass wenn ein Werbeanbieter es einmal geschafft hat, die absolute Mehrheit der Werbung schaltenden Anbieter an sich zu reissen, ein Vorgeben der Spielregeln an die verbleibenden, wenigen Konkurrenten aus Sicht des Gesetzgebers nur [...]

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