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Und Snowden warnte noch vor dieser Google-App

Der Schutz der Privatsphäre steht bei Google offenbar nicht im Vordergrund: Die Chat-App «Allo» postete während einer Konversation urplötzlich Links aus dem Browserverlauf.

von Thérèse Fleischer, pte 17.03.2017

«Recode»-Redakteurin Tess Townsend musste in einer Konversation in Googles Chat-App «Allo» feststellen, dass die künstliche Intelligenz dahinter namens Google Assistant ein Ergebnis aus dem Browserverlauf ihres Konversationspartners im Gruppen-Chat veröffentlichte.

Fehler soll behoben sein

Glücklicherweise war es kein peinlicher Link, den Google in der Konversation postete, sondern lediglich eine Harry-Potter-Fanseite, nach der der Betroffene kürzlich gesucht hatte. Trotzdem war es ein erstaunlicher Ausrutscher, der auf die Frage folgte, ob der Google Assistant ein Bot sei. Und auch Townsends Privatsphäre wurde gefährdet: Anstatt der offiziellen Adresse ihres Arbeitgebers gab Google sofort preis, dass sie von einem Co-Working-Space aus gearbeitet hatte und zeigte diesen auf Google Maps.

Screenshot: Auf einmal tauchte eine Harry-Potter-Fanseite auf, nach der kürzlich gesucht wurde Screenshot: Auf einmal tauchte eine Harry-Potter-Fanseite auf, nach der kürzlich gesucht wurde Zoom© Screenshot / recode.net

Wie diese Fehler passieren konnten, ist noch nicht ganz klar. Schliesslich nutzt Allo bei anderen Anfragen bessere Sicherheitsvorkehrungen: Wenn die Redakteurin nach ihrem eigenen Namen fragte, bekam sie zuerst eine Benachrichtigung, ob dieser mit dem Gesprächspartner geteilt werden dürfe. Google versicherte Townsend nach Veröffentlichung des Artikels, dass der Fehler jetzt behoben sei. Trotzdem ist Vorsicht im Umgang mit dem intelligenten Assistenten geboten, schliesslich ernährt er sich von persönlichen Daten und Suchanfragen.

Snowden warnte vor App

Whistleblower Edward Snowden hat übrigens bereits im September vergangenen Jahres, gleich nach dem Launch der Chat-App, vor ebendieser gewarnt. Damals schrieb er auf Twitter: «Was ist Allo? Eine Google-App, die jede Nachricht aufzeichnet, die du sendest und diese der Polizei auf Anfrage verfügbar macht.» Denn wenn User die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht selbst einstellen, rückt Google auf behördliche Anfrage die privaten Konversationen raus.

(Quelle: Pressetext)


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