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Windows 10: Jetzt schaltet sich der Datenschützer ein

Windows 10 gerät ins Visier des Schweizer Datenschutzbeauftragten. Der Vorwurf: Das neue Microsoft-Betriebssystem sammelt zu viele Daten.

von Simon Gröflin 24.08.2015

Mehrere Staaten prüfen zurzeit, ob die neuen Grundeinstellungen von Windows 10 hinsichtlich Datenschutzkriterien gegen nationales Grundrecht verstossen - auch die Schweiz. Kurz nach dem Erscheinen von Windows tauschten sich Reddit-User untereinander über die Datensammelwut von Windows 10 aus. Schnell wurde klar, dass das neue Betriebssystem bei Übernahme der Expresseinstellungen weitaus mehr Daten sammelt, als einem Anwender recht sein mag.

Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftrate (Edoeb) hat laut einer Meldung von inside-it.ch ebenfalls damit begonnen, abzuklären, inwiefern die Datenbearbeitungen bei Windows 10 mit dem Datenschutzgesetz vereinbar seien. Fragen, die der Datenschützer in Kontakt mit Microsoft abklärt, betreffen primär die Transparenz der Datenbearbeitung und Einwilligung der Kunden. Wenn nötig, würde der Datenschützer auch vor Gericht ziehen, allenfalls sogar bis zum Bundesgericht, sagte Jean-Philippe Walter, der stellvertretende Datenschutzbeauftragte, gegenüber der Westschweizer Zeitung «Le Temps». 

Unzufrieden äusserte sich anfangs Juli auch die Schweizer Piratenpartei. In einem offenen Brief, der an Bevölkerung und Gesetzgeber gerichtet war, forderten die Piraten, dass jede Funktion, die im Hintergrund Daten übermittelt, erstmals ausgeschaltet bleibt und nur mit expliziter Genehmigung des Nutzers aktiviert wird. 

Laut Heise prüft derzeit auch der Generalstaatsanwalt von Russland, ob Microsoft und Windows 10 sich an die dortigen Vorschriften halten. Unter anderem wird untersucht, ob Windows 10 überhaupt für den russischen Markt, geschweige denn für staatliche Behörden zugelassen werden könne. 


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