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Windows XP: Wie lange Ihr Virenschutz noch hält

In wenigen Monaten läuft der Microsoft-Support von Windows XP aus. Auch Antivirenhersteller aktualisieren ihre Definitionen nur noch für eine begrenzte Zeit.

von Luca Diggelmann 14.01.2014
Windows XP wird von Antivirenherstellern noch etwas unterstützt, ist aber trotzdem gefährlich Windows XP wird von Antivirenherstellern noch etwas unterstützt, ist aber trotzdem gefährlich Zoom Ab Anfang April gibt es keine Sicherheits-Updates für Windows XP mehr. Doch wie sieht es mit den Antivirenherstellern aus? Das deutsche Magazin c't hat nachgeforscht. Die gute Nachricht: Die meisten unterstützen ihre Produkte für mindestens ein weiteres Jahr. Die schlechte: Für Sicherheit kann dennoch nicht garantiert werden.

Als Erstes endet der Support für Eset-Kunden. Der NOD32 Antivirus 7 wird noch bis Ende Jahr unterstützt. Avira will seinen AntiVirus noch genau ein Jahr laufen lassen. Das heisst, ab dem 8. April 2015 ist auch hier Schluss. Microsofts eigener Schutz Security Essentials sollte ursprünglich mit dem Support-Ende von Windows XP ausgeschaltet werden. Dies ist jedoch nicht mehr der Fall. Security Essentials wird bis zum 14. Juli 2015 mit Signaturen versorgt.

Auch bei Kaspersky (Anfang 2015) und McAfee (Ende 2015) werden die Programme ins nächste Jahr hinein unterstützt. AVG (Ende 2016) und F-Secure (10. September 2016) sind sogar noch ein Jahr länger dabei. Einige Hersteller richten sich nicht nach festen Daten, sondern nach individuellen Lizenzen. Avast und G Data unterstützen ihre Versionen so lange, bis die Lizenz dafür abgelaufen ist. Bei Avast sind dies 3 Jahre, bei G Data 2 Jahre ab dem Zeitpunkt der Aktivierung.

Kein Ende des XP-Supports ist bei Panda, Symantec und Bitdefender geplant. Bei Panda sind nach wie vor ein Drittel der Nutzer auf Windows XP unterwegs. Daher macht ein Support-Ende wenig Sinn. Symantec wird bei den Produkt-Updates zurückschrauben, jedoch Signaturen weiter ausliefern. Bitdefender will Windows XP «so lange wie nötig» unterstützen.

Gefahr trotz Anti-Virus

Trotz des weiteren Supports raten die Antivirenhersteller dazu, auf ein neueres Betriebssystem umzusteigen. Hersteller, die nur neue Signaturen liefern, warnen davor, sich komplett auf diese zu verlassen. Ohne die aktuelle Software sei der Schutz möglicherweise nicht ausreichend. McAfee und AVG bemerken zudem, dass sie stellenweise Hilfe von Microsoft benötigen. Diese können sie für Windows XP nicht mehr anfordern.

Bitdefender und Trend Micro gehen zudem davon aus, dass nach dem Support-Ende eine Welle von Attacken auf Windows-XP-Nutzer niedergehen wird. Für Kriminelle gibt es dann eine Quasigarantie, dass die gefundenen Sicherheitslücken in Windows nicht mehr geschlossen werden. Spätestens, wenn die Anbieter von Flash- und Java-Modulen das Betriebssystem nicht mehr unterstützen, werde es äusserst gefährlich.

Update 16.01.2014: Microsoft hat angekündigt, seine Anti-Malware-Software bis 2015 mit Signaturen zu versorgen. Tabelle und Text wurden entsprechend angepasst. Weitere Informationen finden Sie hier.

Supportzeit für Antiviren-Software unter Windows XP

Entwickler

Software

Signatur-Updates bis

Avast

Antivirus 2014, Internet Security 2014, Premier 2014

Ende der Lizenzlaufzeit

AVG

AntiVirus 2014, Internet Security 2014

Ende 2016

Avira

AntiVirus, Protection Suite

8. April 2015

Bitdefender

Antivirus Plus, Internet Security, Total Security

«so lange wie nötig»

Eset

NOD32 Antivirus 7, Smart Security 7

Ende 2014

F-Secure

Anti-Virus 2014, Internet Security 2014

10. September 2016

G Data

AntiVirus 2015, Internet Security 2015, Total Protection 2015

Ende der Lizenzlaufzeit

Kaspersky

Anti-Virus 2014, Internet Security 2014, Pure 3.0

Anfang 2015

McAfee

AntiVirus Plus 2014, Internet Security 2014, Total Protection 2014

Ende 2015

Microsoft

Security Essentials

14. Juli 2015

Panda

AntiVirus Pro 2014, Internet Security 2014, Global Protection 2014

Kein Ende in Planung

Symantec

Norton AntiVirus, Norton Internet Security, Norton 360

Kein Ende in Planung


    Kommentare

    • Kommentar-Ch 14.01.2014, 16.11 Uhr

      Microsoft erzwingt mehr Geld für sich, indem die Kunden gezwungen werden ihr lieb gewordenes XP Professional einzustampfen, unkompatible Drucker, Scanner, etc. alles wegzuschmeissen und für das Blincki-Clicki Windows-8 ihr Geld zum Fenster raus zu werfen. Merke: Nur Panda und Symantec machen die Raffgier nicht mit und liefern weiterhin Virenschutz für XP. Niemals also nochmals auf andere Virenschutzverkäufer reinfallen und dort keine Software mehr kaufen. Es gibt auch Webseitenprogrammierer welc[...]

    • globi84 14.01.2014, 16.34 Uhr

      Ich finde es immer Lustig wenn gewisse Leute Panik haben. Wenn du also noch mit XP unterwegs bist, hast du also ein Computer oder Notebook das älter als 7 Jahre ist. Weil sonst hättest du ja ne Vista Lizenz und könntest diese gebrauchen. Da hasst du noch ein wenig Support drauf. Niemand zwingt dich auf Win 8 zu wechseln, bei Digitec bekommt man Win 7 ab 100.- dann Kaufst du dir noch ne SSD und du bist mit deiner Arbeit 4 mal schneller wie vorher, wenn nicht noch mehr. Und wegen pre IE 8. Dann [...]

    • schrepfer 14.01.2014, 19.55 Uhr

      Wenn du wüsstest, was es für ein Aufwand ist, eine Seite kompatibel zu Internet Explorer 7 oder 8 zu machen, würdest du ganz anders reden. Internet Explorer ist der einzige Browser, der sich nicht an Standards hält. Man schreibt eine Internetseite also für alle anderen Browser ausser Internet Explorer und kann danach - wenn das Budget reicht - Stunden/Tage in einen Workaround für den IE investieren. Verständlicherweise macht das nicht jeder. Ab Version 9 oder noch besser 10 hat auch Micro[...]

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