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«Was ist was?»: eine Buchreihe für das iPad

Apple zeigt in der Werbung oft und gerne, wie Kinder von interaktiven Büchern gefesselt werden. Doch wie schlagen sich die Klassiker der Serie «Was ist was»?

blue_quad von Klaus Zellweger (12.07.2012)

Die Buchreihe gibt es seit einer gefühlten Ewigkeit. Egal ob Roboter, die Erde, den Magnetismus oder was auch immer: Die Serie «Was ist was?» liefert dazu einen lehrreichen Bildband, der den Kindern das Thema auf eine bekömmliche Weise näher bringt.

Nun gibt es die Reihe auch auf dem iPad – zumindest in den Anfängen. Dabei geht es um unseren Planeten, Pferde oder den Volkssport Fussball. Doch wie schlagen sich die digitalen Ausgaben gegenüber den gedruckten Büchern?

Digital Living sah sich den Titel «Unsere Erde» genauer an. Die iPad-Variante zeigt weitgehend den Inhalt der gedruckten Ausgabe. Geblättert wird mit Wischbewegungen, einzelne Bilder lassen sich vergrössern und Texte bei Bedarf heraus kopieren. Eine angenehme Erzählstimme referiert an ausgesuchten Stellen über die Details. Solche Kommentare lassen sich via AirPlay auch auf kompatiblen Geräten wiedergeben lassen; in der Praxis dürfte das jedoch eher selten vorkommen.

Bildergalerie Zum Starten auf das Bild klicken Impressionen: Unsere Erde

Und so reihen sich Texte an Texte und Bilder an Bilder, wie man es von den Büchern her kennt. Leider liefert die iPad-Ausgabe keinen echten Mehrwert, abgesehen davon, dass man sie immer dabei hat. Auch der Preis spielt kaum eine Rolle, denn das gedruckte Buch kostet bei Ex Libris knapp zwei Franken mehr, so dass sich der Preisvorteil in Grenzen hält.

Stattdessen wirkt die iPad-Version so, als hätte man sie krampfhaft ins Multimedia-Zeitalter gedrängt, ohne den Inhalt wirklich umzubauen. Seltsam ist auch, dass die Reihe im iBooks Store nicht unter der bekannten Marke vertrieben, sondern auf die verschiedenen Autoren verteilt wird.

Der grösste Nachteil liegt jedoch paradoxerweise im Medium selbst. Die Buchreihe eignet sich perfekt, um verschenkt zu werden – doch kaum ein Götti oder eine Gotte verschenken ein solches Buch in Form eines iTunes-Gutscheins, und so bleiben nur die Eltern als Zielgruppe übrig. Diese werden jedoch schnell erfahren, dass eine Jahresmitgliedschaft bei der lokalen Bibliothek deutlich günstiger zu stehen kommt als iPad-Apps, die im Prinzip dasselbe bieten.

Fazit: Die heute verfügbaren Ausgaben der klassischen Buchreihe bieten fast dasselbe wie die gedruckten Ausgaben. Die kann man jedoch nicht ausleihen, verleihen, mieten oder dekorativ verschenken. Und so bleibt die Variante auf Papier in den meisten Fällen die bessere Wahl.

 Klaus Zellweger 



     


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