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Security: Olympia setzt auf Schweizer App

Die Londoner Polizei benutzt eine ETH-App, um Besucherströme kontrollieren zu können.

blue_quad von Fabian Vogt (30.07.2012)

Seit vergangenem Freitag, 27. Juli, läuft in London das zweitgrösste Sportereignis der Welt (nach der Fussballweltmeisterschaft): Die Olympischen Sommerspiele. Nur alle vier Jahre stattfindend, sind sie nicht nur für Athleten und Fans ein Höhepunkt, sondern auch für den jeweiligen Veranstalter eine logistische Höchstschwierigkeit. Erst recht in London, wo das öffentliche Transportsystem schon vor der Olympiade am Limit war. Um trotz der nun geschätzten eine Million Zusatzbesucher pro Tag die Sicherheit gewährleisten zu können, hat sich London schweizerische Unterstützung geholt. Die Polizei der englischen Hauptstadt setzt auf eine App der ETH um die Besucherströme zu kontrollieren. Die Smartphone-App sammelt minütlich Positionsdaten, die auf den Servern im Wearable Computing Lab der ETH Zürich zu einer Echtzeit-Visualisierung der Menschenströme verarbeitet werden.

Das funktioniert, indem in Zürich alle 60 Sekunden Positionsdaten tausender Mobiltelefone eintreffen, die durch London getragen werden. Bildet man diese Koordinaten auf einer Karte ab, wird sichtbar, in welche Richtung und mit welcher Geschwindigkeit sich die Menschenmassen bewegen. Das Londoner Polizeikorps kann so die Bewegungen der Besucherinnen und Besucher der Olympischen Spiele in ihrem Stadtbezirk live mitverfolgen – mit dem Ziel, Risikosituationen frühzeitig zu erkennen.

Die ETH-App bildet die Besucherströme abvergrößenDie ETH-App bildet die Besucherströme ab

«City Police» und «What's on?»

Übermittelt werden die Positionsdaten mit Hilfe einer Smartphone-App, die unter dem Namen «City Police» im Appstore von Apple kostenlos heruntergeladen werden kann. Die App soll jedoch nicht nur der Polizei, sondern auch der Bevölkerung nützen: Einerseits durch aktuelle Polizeimeldungen, andererseits durch konkrete Hinweise in heiklen Situationen. Verzeichnet die App etwa einen grossen Andrang bei einer U-Bahnstation, empfiehlt sie per Push-Nachricht die nächstgelegene Ausweichstation.

Auch in der City of Westminster, dem Londoner Stadtbezirk mit den meisten Sehenswürdigkeiten, kommt eine entsprechende Gratis-App zum Einsatz. Unter dem Namen «What’s on?» liefert sie Informationen zu allen Events, die während der Olympischen Spiele in Westminster stattfinden – und generiert dazu ebenfalls Live-Informationen über die Menschenströme.

Bedenken betreffend Datenschutz gibt es keine, sagt Martin Wirz, Doktorant an der ETH Zürich und für das Projekt mitverantwortlich: «Die Nutzer dieser Apps bleiben anonym und können nicht identifiziert werden.»

Apps rund ums Thema Olympia finden Sie hier.

 Fabian Vogt 



     


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