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Der weltweit erste 1000-Kern-Prozessor

Der «KiloCore»-Prozessor schafft 1,78 Billionen Befehle pro Sekunde und benötigt nur eine AA-Batterie.

von Simon Gröflin 21.06.2016

Ein Forscherteam der University of California Davis hat den weltweit ersten 1000-Kern-Prozessor der Welt entwickelt. Der Rekord liegt laut Bevan Baas, dem Professor, der das Forscher-Team leitet, bei 300 Kernen. Die meisten Mehrkernchips dieser Art wurden aber bislang nur zu wissenschaftlichen Zwecken geschaffen. Alle Rechenwerke des «KiloCore»-Prozessors mit seinen 621 Millionen Transistoren verarbeiten 1,78 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. Präsentiert wurde der Superchip nun erstmals an einer Fachkonferenz in Honolulu.

1000 selbstständige Kerne

Speziell an der Architektur sind die voneinander unabhängig arbeitenden Prozessorkerne. Von komplexen Anwendungen kann dabei jeder Kern im parallelen Betrieb einen Teil abarbeiten und sich nach verrichteter Arbeit wieder selbstständig ausschalten. Dadurch lässt sich vor allem der Energieverbrauch optimieren. Der ganze Prozessor soll mit nur 0,7 Watt auskommen, wozu eine einzige AA-Batterie ausreiche. Laut seinen Entwicklern ist der KiloCore-Chip damit hundertmal effizienter als die Prozessoren aktueller Laptops.

KiloCore-Prozessor mit 1000 Kernen der US-Universität UC Davis KiloCore-Prozessor mit 1000 Kernen der US-Universität UC Davis Zoom© UC Davis

Noch kein Produkt für den Massenmarkt

Allerdings basiert das ganze CPU-Konstrukt auf IBMs veralteter CMOS-32-Nanometer-Architektur. Neue Prozessoren wie Intels Skylake werden im 14-Nanometer-Verfahren hergestellt. Natürlich ist der Chip noch lange nicht reif für den Massenmarkt. Passende Software müsste erst programmiert werden. Denkbare Einsatzszenarien wären wohl alle Bereiche, in denen hohe parallele Rechenleistung gefragt ist. Abseits der Forschung wäre der Chip auch schneller bei der Videoverarbeitung oder etwa bei der Verschlüsselung grosser Datenmengen.

Tags: Prozessor

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