Facebook aktualisiert Newsfeed

Künftig sollen Nachrichten aus vertrauenswürdigen Quellen mehr Aufmerksamkeit bekommen. Das soll Fake News und Clickbaiting eindämmen.

von Susanne Gillner, dpa 04.07.2018

Facebook hat seinen Algorithmus aktualisiert. Künftig rankt das Soziale Netzwerk News stärker nach Reichweite und Vertrauenswürdigkeit als bisher. Besser bewertet werden damit:

  • Nachrichten aus überregionalen Quellen, die von einer repräsentativen Öffentlichkeit auf Facebook als vertrauenswürdig eingestuft werden
  • Nachrichten, die die Menschen als informativ einschätzen
  • Nachrichten, die auf lokaler Ebene relevant sind

Wirtschaftliche Anreize für Spammer beseitigen

Bereits Anfang des Jahres hatte Facebook einige grössere Anpassungen am Newsfeed vorgenommen. Ziel war es, den Fokus auf den Austausch zwischen Freunden und der Familie zu setzen und weniger auf die Maximierung der Nutzungsdauer. Daher wurden vermehrt Beiträge von Freunden und Seiten angezeigt, die den  Austausch zwischen den Nutzern förderten.

Infolge dieser Änderungen bekamen die User – zum Leidwesen der Publisher und Business-Seiten-Betreiber – weniger öffentliche Beiträge zu sehen, einschliesslich Nachrichten-Beiträgen, Videos sowie Beiträgen von Unternehmen.

Hintergrund war auch die wachsende Problematik der Falschnachrichten und des Clickbaiting-Phänomens. Man wollte dieses reduzieren und die wirtschaftlichen Anreize für Spammer beseitigen.

«Zwar ist die Zahl der öffentlichen Beiträge im Newsfeed insgesamt gesunken, dennoch sind Nachrichten auf Facebook wichtig, um zu einer informierten Öffentlichkeit beizutragen. Deshalb werden wir in Zukunft die Beiträge von überregionalen, reichweitenstarken Nachrichtenquellen priorisieren, die von einer Mehrheit der Menschen auf Facebook als vertrauenswürdig eingestuft werden und umgekehrt den als weniger vertrauenswürdig angesehenen Medien weniger Verbreitung geben», so das Unternehmen in einem Blogpost.

Bedeutung für Medienunternehmen

Welche Medien stufen die Nutzer als «vertrauenswürdig» ein? Welche Medien stufen die Nutzer als «vertrauenswürdig» ein? Zoom Für Medienunternehmen bedeutet das, dass sie wieder eine höhere Reichweite erzielen können – sofern denn die Nutzer die Inhalte als «vertrauenswürdig» einstufen. Beiträge aus Quellen, denen die Community kein hohes Vertrauen entgegenbringt, werden voraussichtlich weniger starke Verbreitung finden.

Wer denn als vertrauenswürdig gilt und wer nicht, hat Facebook in einer repräsentativen Befragung einer «stetig wechselnden Gruppe von Menschen auf Facebook» ermittelt. Die gewonnenen Erkenntnisse seien ein wichtiges Signal für das Newsfeed-Ranking von überregionalen Nachrichtenquellen, aber gleichzeitig eines von Hunderttausenden anderen Ranking-Signalen.

Nutzer können aber nach wie vor mit der Funktion «Als Erstes anzeigen» festlegen, welche Beiträge im oberen Bereich des Newsfeeds angezeigt werden sollen.

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