Maru OS verwandelt Smartphones in PCs

Maru OS will Androids Antwort auf Windows Continuum sein. So können Nutzer ihr Smartphone als Linux-PC mit Debian verwenden.

von Stefan Bordel 11.02.2016

Smartphone als Desktop-Ersatz: Nachdem Microsoft mit Windows Continuum bereits eine Lösung zur Verknüpfung von mobilen und stationären Systemen bereitstellt und das exotische Ubuntu-Phone mit Convergence ebenfalls an einem ähnlichen Konzept arbeitet, soll nun Maru OS auch Android-Smartphones für den Desktop fit machen.

Das alternative Android-Betriebssystem setzt auf ein zusätzliches Linux-System, das automatisch beim Anschluss eines Monitors über HDMI bootet. Peripherie-Geräte werden über die Bluetooth-Schnittstelle des Smartphones gekoppelt. Bei dem Desktop-OS handelt es sich um die ARM-Variante von Debian, für das zahlreiche bekannte Open-Source-Tools wie beispielsweise LibreOffice oder Mozilla Thunderbird bereitstehen.

Auch echtes Multitasking soll unter Maru OS möglich sein, wobei die Performance hier wohl stark von der eingesetzten Hardware abhängt und in den meisten Fällen nicht an die Leistungsfähigkeit moderner Desktop-Rechner heranreichen dürfte.

Smartphone und Desktop parallel nutzen

Praktisch: Während des Desktop-Betriebs von Maru OS bleibt das Smartphone wie gewohnt nutzbar. So können etwa Telefonate ganz normal getätigt oder Apps genutzt werden. Speicher und Netzwerk-Schnittstellen für Mobilfunk und WLAN teilen sich beide Systeme. Dadurch sind sämtliche auf dem Smartphone gesicherte Dateien auch im Desktop-Betrieb zugänglich und umgekehrt.

Aktuell ist Maru OS lediglich in einer Beta-Version für das Google Nexus 5 erhältlich. Ein direkter Download steht allerdings nicht zur Verfügung, Interessenten können sich auf der Mailing-Liste des Herstellers eintragen, um auf die Warteliste zu gelangen.


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