Version 5.1: Rundum-Renovation für LibreOffice

Wir haben uns die neue Version 5.1 von LibreOffice angeschaut. Was ist alles neu?

von Gaby Salvisberg 11.02.2016

Experimentierfreudige User können seit gestern die Version 5.1 der quelloffenen Office-Suite LibreOffice herunterladen. 

Insgesamt solle es nun flüssiger starten und laufen. Unter der Haube seien zahlreiche Verbesserungen vorgenommen worden. Aber auch mehrere für den Benutzer sichtbare Neuerungen gibts. Die zugehörigen Screenshots finden Sie unten in der Bildergalerie.

Allgemein: Die LibreOffice Version 5.1 bietet nun Optionen, Dateien direkt aus den Anwendungen heraus in Clouddienste verschiedener Anbieter zu speichern. Hierfür bieten die Anwendungen via Datei einen etwas irreführenden Punkt Auf Webserver speichern. Der erlaubt das Hinzufügen der von Ihnen verwendeten Dienste. Das könnte besonders Linux-Usern entgegenkommen, für die es etwa für Google Drive noch immer keinen offiziellen Client gibt.

Im Writer: Das Menü Ansicht hat nun einen Punkt Zwischenraum verbergen bekommen. Der blendet breite obere und untere Seitenränder und andere leere Seitenbereiche aus, damit fürs Überarbeiten mehr vom Inhalt auf den Bildschirm passt.

Die Rechtschreibprüfung schliesst nun nach dem Durchlaufen nicht mehr automatisch. So muss man sie nicht jedes Mal neu öffnen. Sie besitzt jetzt auch Funktionen zum Einfügen von Sonderzeichen.

Bei der Serienbrieffunktion muss nun bei der Nutzung von Adressdaten aus Calc keine Extra ODB-Datenquelle mehr eingetragen werden. Das war eine komplizierte Sache für ungeübte User.

Die Druckvorschau wurde ebenfalls ein wenig aufgemöbelt. Sie erhält eine Box, über die man direkt zu einer bestimmten Seitennummer springen kann.

Impress: Dieses verfügt nun über eine Option zum Angleichen von Objekten. Markieren Sie mehrere Objekte und klicken mit Rechts drauf. Via Formen/Breite angleichen oder Höhe angleichen passen Sie diese nun automatisch aneinander an.

In der Werkzeugleiste ist ein neuer Knopf Anzeige-Optionen aufgetaucht. Hier können Sie zwischen verschiedenen Modi umschalten; genauer gesagt: zwischen den Bearbeitungsmodi Normal, Notizen, Gliederung und Foliensortierung sowie zwischen den Mastermodi Folienmaster, Notizenmaster und Handzettel.

Bei Folien mit Hintergrundbild lässt sich letzteres nun per Rechtsklick bequem auf die Festplatte speichern.

Bei erweitereten Formen kann man nun via Rechtsklick die Werte der Kontrollpunkte ändern, was exaktere Formen ermöglicht als eine manuelle Korrektur per Maus. Kleine Bemerkung hierzu am Rande: Bei uns hat dies (noch) nicht funktioniert; die zu verwendenden Felder waren inaktiv.

Im Präsentationsmodus gibts neuerdings einen Knopf Restart. Mit dem können Sie den Timer zur Präsentation neu starten, ohne auch gleich die Präsentation neu zu starten. 

LibreOffice öffnet jetzt unter anderem auch Präsentationsfiles aus Apple Keynote 6.

Die Folienübergänge wurden modernisiert und durch weitere ergänzt, etwa Wirbel, Bienenwabe, Wogen und Glitzern.

Calc: Einige neue statistische, logarithmische und mathematische Berechnungsfunktionen sind dazugekommen.

Man hat an den Menüs gefeilt und an der Kompatibilität zu Microsoft Office-Open-XML-Formaten.

Ins Auge fällt dem User ein neues Menü Tabelle, das die Organisation von Tabellenblättern, Zeilen und Spalten vereinfacht. Hierzu wurden dem Kontextmenü auch neue Befehle einverleibt, mit denen man gezielter Spalten links bzw. rechts einfügen oder Zeilen ober- bzw. unterhalb einfügen kann.

Die Eigenschaftenspalte besitzt jetzt ein Vorlagen-Ausklappmenü. Ferner lässt sich hier auch die Schriftgrösse beeinflussen.

Wer eine Tabelle vertwittern oder anderswo als Bild einfügen möchte, bitte schön: Genau wie vorher schon im HTML- oder PDF-Format lässt sich eine Tabelle jetzt auch als PNG-Bilddatei exportieren.

Die Suche nach Werten ist einfacher geworden, indem nun auch eine Option angehakt werden kann, die ein als Tausenderstrich verwendetes Komma erkennt.

Als «stabile» Version gilt allerdings nach wie vor Version 5.0.4. Wir hatten beim Antesten von 5.1 auch einige Crashes zu beklagen – und zwar aller LibreOffice-Komponenten gleichzeitig. Es könnte auch mit Windows 10 zu tun haben, aber für Produktivnutzung ist LibreOffice 5.1 zumindest unter Windows 10 noch nicht so recht geeignet. Zudem hat bei uns das manuelle Editieren eines Kontrollpunktes in Impress nicht funktioniert.

Importierte Daten kommen zudem manchmal nur rudimentär in LibreOffice an. Ein identisch ausschauendes Dokumentbild werden Sie nie bekommen. Wir haben uns testhalber auf die erstbeste Pressemitteilung im Word-Format gestürzt, die uns heute untergekommen ist. Wie Sie am Ende der Bildergalerie sehen, zeigt der Writer diese Datei fehlerhaft formaitiert an.

Tipp: Wers trotzdem installieren oder auf 5.1 aktualisieren will, schliesst bitte vorher alle Programme. Falls eine Meldung erscheint, dass der Windows-Explorer einige Dateien benutzt, die ersetzt werden müssen, starten Sie einfach kurz den Windows-Explorer neu. Drücken Sie hierfür Ctrl+Shift+Esc, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Prozess Windows-Explorer und wählen Neu starten. Das gibt die Datei frei. Klicken Sie im LibreOffice-Setup auf Wiederholen, dann sollte es klappen.


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