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Echter Spaziergang durch virtuelle Welten an der ETH

ETH-Forscher Thomas Nescher entwickelte ein System, das in virtuellen Umgebungen echtes, freies Gehen ermöglicht. Damit lassen sich Pläne für Gebäude oder Fertigungsstrassen vorab auf Herz und Nieren prüfen.

von Peter Rüegg, ETH News 20.02.2014
Markus Zank sieht auf dem Head Mounted Display ein dreidimensionales Bild einer virtuellen Umgebung, die er durch echtes Gehen in einem Kellerraum erkundet Markus Zank sieht auf dem Head Mounted Display ein dreidimensionales Bild einer virtuellen Umgebung, die er durch echtes Gehen in einem Kellerraum erkundet Zoom Die Türe steht offen, rechts knistert ein Kaminfeuer, draussen vor der Türe scheint die Sonne, Schmetterlinge flattern vorbei. Der Boden ist mit Tonplatten belegt. Die Decke ist aus Holz, mächtige Balken tragen das Dach. Einige Schritte nur, dann steht man auf der Terrasse, sieht Bäume und grüne Hügel. Nach kurzem Innehalten kann man rechts um die Ecke des Landhauses gehen. Es lockt ein Blick von der Klippe aufs Meer, über dessen Wellen Möwen kreisen. Dann setzt man die Brille ab. Und statt vor einem Landgut in Italien steht man in einem 7 x 12 Meter grossen Raum im Keller des CLA-Gebäudes der ETH Zürich. Neonröhren leuchten kalt von der Decke, schwarze Bodenplatten, Sichtmauerwerk aus grauen Backsteinen. Die Illusion, mal eben schnell durch ein Haus in der Toskana spaziert zu sein, war beinahe perfekt.

Echtes Gehen in virtueller Welt

Thomas Nescher ist Doktorand im Innovation Center Virtual Reality (ICVR) unter der Leitung von Andreas Kunz am Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigung (IWF). Er hat in den vergangenen Jahren ein neuartiges System entwickelt, das «echtes Gehen in virtuellen Umgebungen» (engl.: Real Walking in Virtual Environments, ReWaVE) ermöglicht. Dabei kann ein Anwender ohne gefühlte Beschränkung eine virtuelle Umgebung erkunden, und zwar durch echtes Gehen in einem wesentlich kleineren realen Raum.

Virtuelle Umgebungen sind an sich nichts Neues. Flugsimulatoren, Computerspiele wie Sims oder auch Systeme zur Rehabilitation haben es ermöglicht, in digitale Realitäten einzutauchen, um beispielsweise bestimmte Fertigkeiten zu erlernen. Auch gibt es bereits Systeme, die durch den Einsatz sogenannter «Treadmills» ein beinahe echtes Gehen simulieren. Solche Systeme sind jedoch aufwendig und das Gefühl echten Gehens wird nicht vermittelt.

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