Firefox will Werbung im Browser

Im Firefox-Browser soll schon bald Werbung geschaltet werden. Mozilla-Direktorin Mitchell Baker beschwichtigt, es sei nicht so schlimm, wie es sich anhöre.

von Luca Diggelmann 17.02.2014
Auf dieser Seite könnte bald Werbung stehen Auf dieser Seite könnte bald Werbung stehen Zoom Die Mozilla-Foundation hat angekündigt, Werbung in ihrem Firefox-Browser zu schalten. Die Werbung soll ausschliesslich in den Kacheln in neuen Tabs angezeigt werden. Dort sehen Nutzer zurzeit ihre meistgenutzten Seiten und einige Mozilla-Seiten. Die Kacheln können zudem individuell angepasst werden. Neu sollen von den neun Kacheln bis zu drei Kacheln mit bezahlten Inhalten gefüllt werden. Dagegen regt sich starker Widerstand der Nutzer.

Mozilla wehrt sich

Mozilla-Direktorin Mitchell Baker versucht, die Netzgemeinde zu beschwichtigen. Die Werbeeinblendungen seien klar gekennzeichnet und ausschliesslich in den Tab-Kacheln eingebaut. Zudem verfügen die Werbeeinblendungen über keine Tracking-Funktionen. Laut Baker werden die Werbepartner zudem von der Mozilla Foundation selbst ausgesucht. Es werde also keine fragwürdigen Einblendungen geben.

Mitchell Baker begründet die Werbung mit zwei Beweggründen. Natürlich sei das Geld ein Thema. Die Mozilla Foundation ist als Non-Profit-Organisation aufgestellt und verlangt für ihre Software kein Geld. Daher ist Mozilla stets auf alternative Einnahmequellen angewiesen.

Ein zweiter Beweggrund sei ein verbessertes Angebot für die Nutzer. Mozilla will laut Baker vermehrt auch Inhalte Dritter anbieten. In den Anfangstagen von Firefox konnte sich der Browser durch seine Unabhängigkeit von der Konkurrenz von Netscape/AOL und Internet Explorer abheben. Im Gegensatz zu den anderen Browsern bot Firefox nie Dienste an. Dies sei jedoch in der heutigen Zeit nicht mehr erwünscht. «Ich glaube, wir können unseren Nutzern nützliche Inhalte in den Kacheln bieten», so Baker.

Wenig Neues für Nutzer

In der Praxis wird sich für Firefox-Nutzer wohl nicht viel ändern. Die leeren Tab-Seiten können leicht ignoriert oder umgangen werden. Statt ein neues Tab per «Ctrl + T» oder das Plussymbol in der Tableiste zu öffnen, ginge auch ein Mittelklick auf den «Home»-Knopf. Damit öffnet sich ein neues Tab mit der Startseite und die Kacheln sind vergessen. Geht Mozilla zudem sorgfältig mit der Auswahl der Werbepartner um, werden die bezahlten Kacheln kaum stören.

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