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ProtonMail nun als Android- und iOS-App kostenlos nutzbar

Ab sofort kann jeder Interessierte einen Account bei dem Schweizer Krypto-Mail-Anbieter ProtonMail bekommen. Zur Wahl stehen kostenlose und kostenpflichtige Accounts sowie Apps für Android und iOS.

von Andreas Fischer 18.03.2016

Der Schweizer Krypto-Mail-Anbieter ProtonMail hat die geschlossene Beta-Phase verlassen und erlaubt nun jedem an Verschlüsselung und Privatsphäre interessierten Anwender, einen kostenlosen – oder kostenpflichtigen – Account anzulegen. E-Mails bei ProtonMail sind mit zwei Passwörtern geschützt. Zunächst mit dem normalen Kennwort, das jeder Benutzer benötigt, um auf den Dienst überhaupt zuzugreifen.

Das zweite Passwort wird verwendet, um die auf den ProtonMail-Servern verschlüsselt gespeicherten Nachrichten lokal zu entschlüsseln. Aufgrund dieses zweistufigen Systems hat das Unternehmen selbst keinen Zugriff auf die Inhalte der bei ihm gespeicherten Mails. Auch auf Anfrage von Strafverfolgungsbehörden sei man nicht in der Lage, auf sie zuzugreifen, teilte ProtonMail mit.

ProtonMail: Anwender haben die Wahl zwischen dem hier gezeigten Web-Client und/oder Apps für Android und iOS ProtonMail: Anwender haben die Wahl zwischen dem hier gezeigten Web-Client und/oder Apps für Android und iOS Zoom© ProtonMail

Darüber hinaus verschlüsselt der Dienst E-Mails Ende-zu-Ende, wenn sie von einem ProtonMail-Nutzer zu einem anderen gesendet werden. Das Senden oder Empfangen von mit PGP beziehungsweise S/MIME verschlüsselten E-Mails wird allerdings noch nicht direkt von ProtonMail unterstützt. Zumindest für PGP soll diese Funktion jedoch nachgereicht werden. Ein Termin steht dafür aber noch nicht fest.

Das Unternehmen finanziert sich über Spenden und die seit kurzem eingeführten kostenpflichtigen Accounts. Zahlungsbereite Anwender erhalten mehr Speicherplatz, mehr Mail-Adressen und zudem die Möglichkeit, eine eigene Domain einzubinden. Nutzer der Gratis-Version können nur die Domains protonmail.com beziehungsweise protonmail.ch verwenden.

Preismodell ProtonMail: Zahlende Kunden können eigene Domains für ihre E-Mail-Adressen einbinden Preismodell ProtonMail: Zahlende Kunden können eigene Domains für ihre E-Mail-Adressen einbinden Zoom© ProtonMail

Seit kurzem bietet ProtonMail auch Apps für Android und iOS an, die kostenlos aus den jeweiligen App-Stores heruntergeladen werden können. Wer die Apps lieber direkt von ProtonMail beziehen will und/oder als erster neue Beta-Versionen ausprobieren will, der kann am kostenpflichtigen Mobile-Programm teilnehmen. Für 29 Dollar kann man sich dafür anmelden.

Vergangenen Herbst machte ProtonMail Schlagzeilen, weil die Server des Unternehmens für mehrere Wochen per DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) lahmgelegt wurden.


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