Sanfter Übergang in die Cloud

Cloud-Computing bringt grosse Vorteile, doch immer noch gibt es Vorbehalte. Die Verbindung von eigener IT und Cloud-Services bietet eine gute Möglichkeit, schrittweise ins Cloud-Computing einzusteigen und so Erfahrungen zu sammeln. Microsoft bietet dem «Cloud OS» eine stimmige Plattform, die genau derartige Szenarien ermöglicht.

von ray 21.11.2013

Roman Schweizer, Product Manager bei Microsoft Schweiz, im Interview

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Redaktion: Schon seit ein paar Jahren beschäftigt sich die IT intensiv mit dem Thema Cloud-Computing. Vorteile wie hohe Flexibilität, grosse Professionalität und gut kalkulierbare Kosten der Cloud-Services werden überall herausgestellt. Und doch gibt es immer noch in vielen Unternehmen grosse Vorbehalte. Warum?

Roman Schweizer: Ich erlebe täglich das ganze Spektrum von Kunden, die bereits erfolgreich ausschliesslich auf die Cloud setzen, bis hin zu solchen, die sich vehement gegen diese Entwicklung stemmen. Es stimmt also, wenn Sie sagen, dass es noch Vorbehalte gibt. Diese haben verschiedene Ursachen. Viele Unternehmen wissen selber nicht genau, welche Daten in die Cloud ausgelagert werden können und welche besser lokal gehalten werden. Die unternehmensinternen Vorgaben sind da sehr unterschiedlich. Ausserdem kann sich die rechtliche Situation von Kanton zu Kanton unterscheiden. Deshalb müssen sich Unternehmen mit der Frage auseinandersetzen, was in die Cloud darf und soll sowie was «im Haus» bleibt. Das sollte ohne Scheuklappen geschehen – denn wir dürfen nicht vergessen: Jede E-Mail, die heute verschickt wird, ist de facto in der Cloud. Wenn wir ehrlich sind – das hat bisher niemand hinterfragt.

Redaktion: Sind die Sorgen und Befürchtungen denn eher psychologischer Art –etwa ein Unwohlgefühl bei der Auslagerung von Daten und Services – oder gibt es auch rechtliche Bedenken?

Schweizer: Es gibt «psychologische Befürchtungen», wie Sie es nennen, ja. Hier machen wir jedoch regelmässig die immer gleiche Erfahrung: Wenn Kunden oder Partner einmal eines unserer Rechenzentren besucht haben – wegen der strengen Sicherheitsvorkehrungen ist das nur selten möglich –, erübrigt sich für sie die Frage nach der Sicherheit. Für Kundenunternehmen ist es schlicht unmöglich, einen nur ansatzweise ähnlich hohen Sicherheitsstandard für ihre IT zu gewährleisten, wie dies Microsoft tut. Das reicht von den rigorosen Eingangskontrollen und Hochsicherheitsschleusen über Sicherheitspersonal bis zu redundanten Netzanbindungen für Strom und Internet sowie doppelt und dreifach abgesicherte Notfallszenarien für jeden erdenklichen Bereich. Mit diesen Argumenten können wir eher psychologisch begründeten Vorbehalten gegen Cloud-Computing ausräumen.

Bei rechtlichen Bedenken kommt es auf die Branche, die Art der Daten und schliesslich auch auf den Standort von Unternehmen und Servern an. Deshalb müssen in der Regel spezialisierte Anwälte die damit verbundenen Fragen klären.

Redaktion: Gesetzgebung und Rechtsprechung hinken zwangsläufig den technischen Möglichkeiten hinterher. Wie und wann, meinen Sie, können die rechtlichen Probleme gelöst sein?

Schweizer: Die rechtliche Diskussion überlasse ich gerne den juristisch versierten Personen. Fakt ist, dass Microsoft über sämtliche Zertifikate verfügt und für Transparenz sorgt. So hat Microsoft selbstverständlich das „Swiss-US Safe Harbor-Abkommen“ unterzeichnet (MSFT-Zertifikat), und im Azure-Vertrauenscenter finden sich eine Vielzahl an Informationen zu Privacy, Sicherheit und Compliance im Zusammenhang mit Microsoft Cloud Services. Wir machen alles uns Mögliche, damit Kunden Antworten auf ihre rechtlichen Fragen rund um Cloud-Computing bekommen.

Es ist aber wichtig, dass diese Diskussion nun auch auf politischer Ebene geführt wird und dass sich private wie juristische Personen Gedanken darüber machen, was sie in vielen Fällen eigentlich bereits seit zehn und mehr Jahren tagtäglich tun.

Übrigens: Trotz aktueller NSA-Diskussionen sehen wir im Vergleich zum Vorjahr stark erhöhtes Interesse an Windows Azure. Die Vorteile der Cloud sind in vielen Fällen schlicht zu gross, um sie zu ignorieren.

Redaktion: Welche Möglichkeit haben denn Unternehmen konkret, ins Cloud-Computing einzusteigen und sich von dessen Nutzen in der Praxis zu überzeugen?

Schweizer: Wir empfehlen unseren Kunden immer, Schritt für Schritt in die Cloud zu gehen. Das beginnt beispielsweise mit einem kleineren isolierten Projekt – Archiv mit StorSimple wäre so eines oder aber eine Entwicklungs- und Testumgebung auf Windows Azure.

Viele Kunden lagern bereits einen Teil ihrer IT in die Cloud aus, einen anderen Teil betreiben sie lokal. Gründe dafür können rechtlicher Natur sein oder beruhen auf unternehmensinternen Compliance-Richtlinien. Microsoft unterstützt dies. Unsere Antwort darauf heisst „Cloud OS“. Unter diesem Brand versteht Microsoft die Verschmelzung der drei IT-Welten lokale IT, Public Cloud und Service Provider oder Hoster. Mit Windows Server 2012 R2 und Hyper-V in Verbindung mit Windows Azure und System Center 2012 R2 ist es heute möglich, alle drei Welten gleichzeitig zu nutzen und auch einfach zu administrieren. Wir stellen mit den genannten Produkten eine konsistente Plattform für alle Ebenen zur Verfügung. Kunden sind damit beispielsweise in der Lage, einzelne Workloads problemlos von ihren lokalen Servern auf Windows Azure oder zu einem Hoster zu verschieben. Und den Weg in die Gegenrichtung können sie damit natürlich auch gehen.

Redaktion: Gehen aber bei solchen hybriden Cloud-Lösungen, also bei der Mischung von klassischer, installierter IT und Cloud-Services, nicht die Vorteile des Cloud-Computing verloren und kombiniert sie mit dem hohen Aufwand der eigenen IT?

Schweizer: Vom Verwaltungsaufwand her sind reine Cloud-Lösungen in der Tat die effizientesten. Wenn jemand eine hybride Lösung, also die Verschmelzung von lokaler IT und Cloud Services bevorzugt, bietet System Center 2012 R2 die volle Management-Palette für lokale IT, Cloud-Ressourcen, Devices, Software, für alles, was dazu gehört. Die Möglichkeit der kompletten Verwaltung mit einem einzigen Tool vereinfacht vieles und macht eine hybride Lösung sehr gut verwalt- und nutzbar

Redaktion: Wie funktioniert für Unternehmen der Übergang von der eigenen IT zur hybriden Cloud? Hat Microsoft dafür spezielle Angebote?

Schweizer: Ich denke, für kleinere Unternehmen reicht oft eine Kombination von Windows Server mit lokalen Applikationen und zum Beispiel Office 365. Sie finden die wesentlichen Informationen auf dem KMU-Portal von Microsoft Schweiz. Informationen zum Cloud OS finden sich hier. Cloud OS ist aber auch immer wieder Thema auf unseren Events oder aber in regelmässig stattfindenden kostenlosen technischen Schulungen – hybride Lösungen setzen ein gewisses Mass an technischem Know-how voraus, dass man sich aber auch gut aneignen kann.

Weitere Informationen

Windows Azure

Windows Server 2012 R2

System Center 2012 R2

Office 365


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