Server einfach aus der Cloud nutzen

Mit Cloud-Computing können gerade KMU IT-Leistung nutzen, die sie selbst kaum erbringen können. Microsoft vereinfacht mit neuen Cloud-Services die Nutzung von Servern und Speicher über das Internet. Das senkt für KMU die Kosten, bringt mehr Flexibilität und lässt ihnen den Freiraum, selbst über ihre Anwendungen zu entscheiden.

von rue 27.06.2013

Roman Schweizer, Product Manager Windows Azure bei Microsoft Schweiz, im Interview 

Redaktion: Mit Windows Azure bietet Microsoft jetzt Infrastructure as a Service, kurz IaaS, ein recht abstraktes Modell für IT-Services. Wie erklären Sie das KMU-Kunden?

   © Microsoft Zoom  Schweizer: Bei Infrastructure as a Service stellt ein Cloud-Dienstleister Server bereit. Statt also selbst physische Hardware anzuschaffen, eigene Server lokal im Unternehmen zu betreiben und zu unterhalten, können Unternehmen dies auch in die Cloud auslagern. Über IaaS können Sie virtualisierte Server in Rechenzentren von Microsoft betreiben. Sie bezahlen dann nur für die Leistung, die Sie effektiv brauchen. Dies ermöglicht massive Kosteneinsparungen bei Hardware, Strom, Lizenzen und Administration und bringt grosse Flexibilität. Unternehmen kümmern sich nur noch um die Applikationen, den Rest macht Microsoft für Sie.

Redaktion: Inwiefern lohnt sich das für kleine und mittlere Unternehmen?

Schweizer: Wenn Applikationen nicht zwingend „im eigenen Haus“ betrieben werden müssen, lohnt sich das aus oben genannten Gründen eigentlich immer. Was man zudem bedenken muss: Microsoft garantiert eine Verfügbarkeit der Server von 99.95 Prozent. Solche Werte erreichen die meisten KMU bei weitem nicht – sie müssten dafür eigene Ersatzserver vorhalten mit entsprechenden Möglichkeiten, auf diese innerhalb von kürzester Zeit umzusteigen. Bei unserem IaaS-Angebot stehen „Server-Kopien“ jederzeit bereit und werden im Bedarfsfall nahtlos eingesetzt. Benötig man Zusätzliche Leistung, stehen neue virtuelle Server innerhalb von Minuten bereit; Server, die nicht gebraucht werden, können einfach gelöscht werden. Bezahlt wird nur, was man effektiv genutzt hat. Diese Flexibilität ist mit dem herkömmlichen „on premise“-Modell, also Installation und Betrieb der eigenen Server im Unternehmen, nur mit sehr grossem Aufwand zu erreichen.

Ein weiteres interessantes Szenario, das wir ermöglichen, zeigt ganz praktisch, wie einfach IaaS funktioniert: Selbstverständlich kann man auf unserer technologischen Basis, auf Windows Azure, auch Webseiten betreiben – für bis zu zehn Webseiten bieten wir das sogar kostenlos an.

Redaktion: Bislang hat Microsoft Windows Azure vor allem als Platform as a Service bereitgestellt. Worin liegt der Unterschied?

Schweizer: Mit Plattform as a Service, kurz PaaS, stellt Windows Azure eine Umgebung und Ressourcen bereit, auf deren Basis moderne Cloud-Applikationen entwickelt und betrieben werden können. Es ist quasi das Betriebssystem für die Cloud und unterstützt auch verschiedene Open-Source-Programmiersprachen.

Infrastructure as a Service (IaaS) hingegen ermöglicht es, bestehende Server und Applikationen einfach in die Cloud zu verschieben, ohne grosse Anpassungen vorzunehmen. Neben Windows Server werden auch verschiedene Linux-Versionen unterstützt, und es stehen SQL-Server, BizTalk und SharePoint-Images bereit. Ausserdem kann man auch bei unserem IaaS-Angebot beispielsweise nur den Speicher nutzen und so beispielsweise Back-up- oder Archiv-Daten sehr kostengünstig in die Cloud auslagern.

Redaktion: Wie funktioniert das Zusammenspiel mit der unternehmenseigenen IT?

Schweizer: Man kann seine Windows Azure-Ressourcen ganz einfach über ein Management-Portal verwalten oder mittels virtueller Netzwerke mit der eigenen Infrastruktur verbinden.

Redaktion: Wie können KMU Windows Azure Infrastructure as a Service nutzen und wie viel kostet das neue Angebot?

Schweizer: Unter www.windowsazure.com kann man Windows Azure kostenlos testen. Genaue Preisangaben erhält man über den Windows Azure Kostenrechner. Den kleinsten virtuellen Windows Server erhält man bereits ab monatlich rund 15 Schweizer Franken.

Für Entwickler ist Windows Azure im Speziellen interessant, da sie innerhalb von Minuten eine virtuelle Testumgebung erstellen können, die nach dem Test wieder gelöscht werden kann. Dies ist, wie gesagt, eine viel flexiblere Lösung, als eine eigene Testumgebung aufzubauen, und zudem weit kostengünstiger.

Wir empfehlen jeweils, mit einer einfachen Anwendung auf Windows Azure zu beginnen und sich darauf aufbauend weiter einzuarbeiten. Es gibt auch bereits verschiedene Partner in der Schweiz, die Unternehmen genau dabei unterstützen können.

Weitere Informationen

Windows Azure Infrastructure as a Service: 

http://www.windowsazure.com/de-de/home/scenarios/infrastructure-services/

Windows Azure Kostenrechner:

http://www.windowsazure.com/de-de/pricing/calculator/?scenario=virtual-machines

Windows Azure Websites:

http://www.windowsazure.com/de-de/pricing/calculator/?scenario=web


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