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Linux, GNU/Linux

blue_quad von Christian Bütikofer (08.08.2000, Update: 23.04.2007)

vergrößen Wie jedes Computer-Betriebssystem kümmert sich auch Linux ums Verwalten und Ansteuern der Geräte und der Software sowie ums Bereitstellen und Nutzen von Diensten. Zudem stellt es dem Anwender eine auf Wunsch mehr oder weniger aufwändige grafische Bedienoberfläche (Symbolleisten, Menüs usw.) zur Verfügung.Screenshot Xubuntu Linux 6.06

Linux ist ein Abkömmling des UNIX-Server-Betriebssystems [1]. Anfangs der 90er-Jahre erfand der damalige Student Linus Torwalds eine Variante des Betriebssystems UNIX. Dieses "abgespeckte" UNIX lässt jedoch auch in der Torwaldsen "Home-Edition" nichts an Sicherheit und Performance vermissen. Es untersteht dem GNU-Projekt [2], deshalb sollte man eigentlich bei diesem Betriebssystem von GNU/Linux sprechen, denn "Linux" alleine bezeichnet genau genommen nur den Kernel - das Herz dieses Betriebssystems.

GNU/Linux ist als solches Open-Source-Software [3]. Es etabliert sich immer mehr als stärkster Konkurrent vor allem für die Windows-Generation. Mehr als die Hälfte aller Web-Server läuft mit der Linux-Applikation Apache.

Weil der Programm- bzw. Quellcode frei verfügbar ist, können nun etwa Firmen oder Organisationen den Linux-Kernel zusammen mit einer Auswahl an ebenfalls freien Programmpaketen, Treibern, Verwaltungswerkzeugen und grafischen Oberflächen zu einer so genannten Distribution zusammenschnüren. Anders als zum Beispiel Windows, kommen fast alle GNU/Linux-Distributionen von Anfang an mit einer Vielzahl von Programmen daher: Es gibt Server-Distributionen, die Programmpakete für Firmennetze enthalten. Es existieren Mini-Linux-Systeme, die sogar auf uralten PCs nur als Netzwerk-Router oder Firewall dienen. Im Herbst 2007 sollen in Europa erste Handheld-Computer bzw. Organizer mit einem auf GNU/Linux basierenden Betriebssystem erscheinen.

GNU/Linux auf dem Desktop

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Nicht zuletzt kennen wir natürlich die typischen Desktop-Linux-Distributionen. Sie bringen klassische Büro- und Multimedia-Anwendungen mit, die fürs Mailen, Surfen, Briefe schreiben, Fotos verwalten, MP3s hören und so weiter kaum Wünsche offen lassen. Und wenn darauf eine gängige Anwendung fehlt, lässt sie sich nachinstallieren. Viele Linux-Distributionen für den heimischen PC sind als ISO-Datei gratis herunterladbar, die sich auf CD oder DVD brennen lässt. Danach hat der Anwender eine Live-CD in der Hand, mit der er den PC aufstarten und das Linux-System einmal ausprobieren kann; völlig ohne Auswirkungen auf z.B. ein bereits installiertes Windows. Wem das, was er sieht, gefällt, der installiert dann direkt aus der Oberfläche dieses Live-Systems ein Linux auf seinen PC; entweder als zweites Betriebssytem neben Windows oder an dessen Stelle.

Typische und in der Schweiz derzeit recht weit verbreitete GNU/Linux-Distributionen sind zum Beispiel folgende:

Fedora Core [4]: Ein Community-Projekt, das aus Red Hat Linux entstanden ist. Es enthält ausschliesslich freie Anwendungen, ist also komplett Open Source. Proprietäre (nicht quelloffene) Pakete, um z.B. MP3-Dateien abzuspielen, sind kostenlos nachrüstbar.

Mandriva Linux [5]: Früher unter dem Namen Mandrakelinux bekannt, ist Mandriva sowohl in Frankreich als auch in der Schweizer Romandie eine der am häufigsten genutzten GNU/Linux-Distributionen.

SUSE/openSUSE: Eine der grössten in Deutschland entstandenen Linux-Distributionen, weshalb auch die Nutzerbasis im deutschsprachigen Raum sehr gross ist. SUSE ist in Nürnberg beheimatet und wurde im Jahr 2003 vom amerikanischen Netzwerk-Konzern Novell übernommen. Für den Desktop gibts grundsätzlich zwei Versionen: Hauptsächlich für Firmen ausgelegt ist der kostenpflichtige SUSE Linux Enterprise Desktop [6] (SLED), der zertifizierte Anwendungen sowie professionellen Support beinhaltet.

Kostenlos und auf Community-Support beschränkt, gibts für den privaten Anwender auch openSUSE [7]. Dieses ist auch ein sehr gutes Beispiel dafür, wie sich kostenlose und kostenpflichtige Produkte in der GNU/Linux-Szene gegenseitig ergänzen: Die Paketauswahl in openSUSE ist grösser und die Veröffentlichungszyklen sind häufiger als bei SLED. Neue Technologien (z.B. unlängst die schicken Desktop-Effekte) werden in der Regel zuerst in openSUSE getestet, bevor sie später in SLED einfliessen.

Debian [8]: Eine nichtkommerzielle Distribution, die ausschliesslich freie Software enthält. Für Einsteiger etwas schwieriger zu installieren und zu verwalten, lässt sich Debian jedoch mit genügend Fachwissen auf so ziemlich jedem Computer einsetzen. Es gibt mehrere andere Distributionen, die auf Debian basieren, so zum Beispiel die im Folgenden erwähnten Distributionen Knoppix und Ubuntu.

Knoppix [9]: Eine vom deutschen Ingenieur Klaus Knopper entwickelte Linux-Distribution. Anders als die anderen hier erwähnten Produkte ist Knoppix in erster Linie als Live-CD gedacht. Eine Installation auf dem PC oder Notebook ist zwar mit einem leicht versteckten Script möglich, wird aber offiziell nicht unterstützt.

Ubuntu Linux [10]: Die auf Debian basierende Distribution wurde vom südafrikanischen Multimillionär Mark Shuttleworth ins Leben gerufen. Der Name "Ubuntu" bedeutet ungefähr "Menschlichkeit gegenüber anderen". Genau dies solle auch dauerhaft zur Ideologie der an Ubuntu Beteiligten gehören. Ubuntu ist sehr benutzerfreundlich und lässt sich in weiten Teilen an eigene Bedürfnisse anpassen. Die Haupt-Distribution (Ubuntu selber) enthält den GNOME-Desktop, während die Schwesterprojekte Kubuntu und Xubuntu jeweils den KDE- bzw. den etwas schlankeren XFCE-Desktop an Bord haben.

Ubuntu hat sich in kürzester Zeit zu einer der beliebtesten Linux-Distributionen entwickelt. Deutschsprachige Anwender finden den Community-Support unter Ubuntuusers.de [11]. Im Laufe des Jahres 2007 soll auch Ubuntu Studio [12] erscheinen, das sich auf Multimedia-Aufgaben wie Videoschnitt und Soundbearbeitung konzentriert.

Der Support der freien GNU/Linux-Distributionen findet meist via Internet in der Gemeinschaft (Community) der Anwender statt. Unzählige Anleitungen, Webforen und Wikis in vielen Sprachen werden von den Anwendern und Fans selber gepflegt.

Anwendungen

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Windows-Software läuft unter Linux entweder gar nicht oder nur mit Tricks (z.B. mit WINE). Statt der Windows-Anwendungen kommen andere zum Einsatz, die dieselben Aufgaben erfüllen. Ein paar davon dürften dem Windows-Anwender jedoch bekannt vorkommen, da es sie sowohl in einer Windows- als auch in einer Linux-Version gibt. Einige Beispiele für Programmpakete, die in vielen Linux-Distributionen enthalten sind:

Office-Suite für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation usw.: OpenOffice.org

Bildbearbeitung: The Gimp

Webbrowser: Mozilla Firefox oder Konqueror

E-Mail: Mozilla Thunderbird

Kalender/Aufgaben/E-Mail (wie Outlook): Evolution

Weitere Linux-Software aus den veschiedensten Kategorieren finden Sie z.B. im Debianforum [13].

Hardwareunterstützung

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Die meiste Standardhardware (Netzwerkchips, CD/DVD-Laufwerke) wird von aktuellen Linux-Distributionen von Haus aus wenigstens rudimentär unterstützt. Zum Beispiel in Ubuntu wird bei ATI- und Nvidia-Grafikkarten ein quelloffener Treiber eingesetzt, der grundlegende 2D-Funktionen (z.B. Auflösungen, Farbtiefe) unterstützt. Für 3D-Anwendungen und Desktop-Effekte ist derzeit noch die Installation der proprietären Hersteller-Treiber vonnöten, was jedoch seit Version 7.04 (Feisty Fawn) mit wenigen Klicks erledigt ist.

Ob die eigene PC-Hardware unter Linux läuft, findet man oft heraus, indem man den PC mit der Live-CD der Wunsch-Distribution aufstartet und testet. Auch eine Google-Suche mit dem Namen der Distribution in Verbindung mit dem Gerätenamen bringt rasche Resultate. Es gibt zudem mehrere Webseiten, die sich der Linux-Unterstützung bestimmter Hardwaregruppen widmen. Einige davon sind unter Hardware4Linux [14] verlinkt. Die Seite selber ist nicht sehr aktuell, aber die darin erwähnten Links (z.B. linuxprinting.org oder linux-laptop.net) existieren noch und werden weiterhin gepflegt.



  


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