Test: Pearl Touchlet X2
Pearl will mit dem Touchlet X2 das untere Preissegment des Tabletmarkts aufmischen.

Pearl Touchlet X2
Beim Auspacken purzeln zwei Gummiabdeckungen aus den Schraubenlöchern an der Unterseite, ansonsten fühlt sich das Gerät robust an. Nicht so der Stecker des Ladekabels; wir fürchten, ihn beim Einstecken abzubrechen. Als die rote LED
(nicht orange, wie in der Anleitung beschrieben) aufleuchtet, können wir nur hoffen, dies sei das Zeichen, dass es nun lädt. Das Gerät ist mit 400 Gramm etwas schwer für seine Grösse.
Bildergalerie
Das Pearl Touchlet X2 im Test
Der resistive Touchscreen
(17,8 cm) zollt seinen Tribut: kein Multitouch. Man muss je nach App fast mit den Nägeln über die Oberfläche kratzen, damit sich etwas rührt. Das ist mit der Zeit anstrengend. Ebenso zäh ist das Eintippen von Text: Wenn mehrere Tasks laufen, verzögert sich die Zeichenausgabe. Ausserdem hat das Gerät Schwierigkeiten, ein Wischen (zwecks Scrollen) von einem Tippen (Starten/Öffnen) zu unterscheiden. Beim Hauptschirm und im Dateimanager beharrt das Gerät aufs Querformat; die meisten Apps drehen sich erwartungsgemäss mit. Mit dem beigelegten Plastikclip kann man das Gerät vor sich aufstellen; allerdings nur in genau einer Richtung im Querformat. In dem Moment müssen Sie allerdings aufs Laden verzichten: Die Buchse fürs Ladegerät ist an der denkbar ungünstigsten Seite angebracht; nämlich ausgerechnet am linken bzw. – da im Querformat betrieben – am unteren Rand (siehe Bildergalerie).
Apps – leider nicht aus dem Android Market
Das nur rund 2400 Anwendungen umfassende App-Center mit der Pearl-Startseite ersetzt den fehlenden Android Market nur ansatzweise. Einige Apps starten nach der Installation gar nicht oder hängen sich nach wenigen Sekunden auf. Ein Besuch im Taskmanager zum Abwürgen solcher Apps ist an der Tagesordnung. Im etwa viertägigen Testzeitraum vollführte das Gerät auch dreimal einen unerwarteten Reboot. Das App-Center führte uns zudem mit der Anzeige eines «Systemupdates für Ihr Touchlet Tablet-PC» in die Irre, das gar nicht für diese Geräteversion gedacht war. Die angezeigte Fehlermeldung beim Installationsversuch monierte nur, der Content werde auf diesem «Telefon» (sic!) nicht unterstützt. Dieselbe Meldung gleich beim Link daneben, nämlich beim Handbuch, bei dem wir hofften, eine etwas ausführlichere Anleitung zu finden als die mitgelieferte. Wir mussten von selbst darauf kommen, einen PDF-Reader nachzuinstallieren. Das klappte – aber das PDF-Handbuch war identisch mit der Papierversion.
Wer sich über die vorinstallierten «UMTS
-Einstellungen» wundert, sucht vergeblich nach einem Simcard-Slot. Das Touchlet X2 unterstützt stattdessen 3G USB-Surfsticks. Der Versuch scheiterte allerdings mit dem hier zur Verfügung stehenden Stick (Option iCon 225) von Orange. Der Akku lief mit ausgeschaltetem WLAN
und etwas Beschäftigung durch einfache Spiele wenig mehr als vier Stunden. Der freie interne Speicher ist mit 250 MB mager. Das Gerät lässt sich mit MicroSD-Karten um bis zu 32 GB erweitern. Enthalten ist auch eine Kameralinse, die allerdings nur VGA
-Auflösung bietet (640 x 480). Fotos konnten wir damit nicht knipsen; die Videos waren hoffnungslos verpixelt.
Fazit: An die harzige Bedienung des resistiven Touchscreens kann man sich gewöhnen. E-Books lassen sich angenehm lesen und unsere MP3s spielt das Gerät in anständiger Qualität ab. WLAN funktioniert gut und auf Anhieb. Der Webbrowser ist brauchbar, wenn auch ohne Flash; für YouTube ist eine App erforderlich. Für wen ist das Gerät? Als «Spielzeug», um sich mal eine längere Zugfahrt zu verkürzen, taugt das Touchlet X2. Wer sich Root-Rechte verschafft, kann das Gerät mit weiteren Anwendungen ausstatten und an eigene Bedürfnisse anpassen. Damit ist es am ehesten etwas für experimentierfreudige Sparfüchse.
PRODUKTINFOS
Pearl Touchlet X2
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