Test: Mac-Tastatur Logitech K750
Eine erweiterte Tastatur für den Mac und erst noch kabellos? Die K750 scheint aus dem Paradies entfleucht, um das Leben der Mac-Anwender zu versüssen.
Apple kennt kein Erbarmen. Wer eine schicke Tastatur für seinen Mac sucht, darf zwischen zwei Modellen wählen: der kleinen Bluetooth-Tastatur ohne Zehnerblock und dem erweiterten Modell mit USB-Kabel. Nur der Himmel weiss warum, denn USB-Kabel sind längst aus der Mode gekommen – der Zehnerblock nicht.
In diese Lücke springt das Logitech-Keyboard K750 für den Mac. Es bietet exakt dieselbe Tastenbelegung wie das Apple-Original, inklusive aller Sonderfunktionen. Nur die zusätzliche Taste für die Batteriekontrolle sowie den Ein-/Aus-Schalter findet man auf dem Original aus Cupertino nicht.

Batteriekontrolle und Hauptschalter
Nicht zu übersehen ist die grosse Fläche, die von den schwarzen Solarzellen in Beschlag genommen wird. Sie sind die einzige Energiequelle und sollen auch bei schwachem Licht über Monate hinweg funktionieren. In Anbetracht der Hässlichkeit fragt man sich jedoch, ob diese Form der Speisung wirklich nötig war. Schliesslich gibt es überall Akkus und Ladegeräte zu kaufen, darunter sogar einige besonders hübsche.

Die K750 aus der Vogelperspektive
Die Tastatur wird über Logitechs «Unifying Connector» mit dem Mac verbunden, der in einen freien USB-Anschluss eingestöpselt wird. Warum nicht einfach Bluetooth verwendet wurde, bleibt uns ein Rätsel. So ist die K750 zumindest in Bezug auf freiwerdende Anschlüsse kein Gewinn.
Die Installation beschränkt sich darauf, den kleinen Zipfel in einen freien USB-Anschluss zu stecken und die Tastatur einzuschalten. Weitere Software ist nicht erforderlich. Die Tastatur wird auch sofort von Windows 7 in einer virtuellen Maschine unter Parallels Desktop erkannt. OS X verlangt hingegen einen einzigen Tastendruck, damit die K750 als eine europäische Tastatur erkannt wird.

Der einzige Beitrag des Anwenders zur Installation
Anmutung und Ergonomie
Kommen wir zum weniger lustigen Teil. Die Tastatur ist zwar wie das Original in Weiss und Grau gehalten, doch statt Aluminium glänzt bei der K750 billiger Plastik. Die Tasten sind nach innen gewölbt und fühlen sich nicht ganz so wertig an – allerdings gewöhnt man sich schnell an die neue Haptik. Das Schreibgefühl ist in Ordnung; nicht mehr und nicht weniger. Die Geräusche beim Tippen sind deutlich lauter als bei der Apple-Tastatur, fallen aber nicht unangenehm auf – allerdings scheiden sich hier die Geister.

Im direkten Vergleich: die Logitech-Tastatur (oben) gegen das Apple-Original
Zu Beginn wirkt die Tastatur ein wenig klapperig, was den fragilen Füsschen auf der Rückseite zu verdanken ist, mit denen die Tastatur aufgerichtet wird. Natürlich könnte man die K750 flach auf den Tisch legen, doch dann spiegeln die Solarzellen das Bild vom Monitor so ungünstig, dass es störend wirkt. Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel, und in diesem Fall dumm gelaufen.

Die Füsschen wären noch besser, wenn man sie aus Adamantium gemacht hätte
Fazit: Die Logitech K750 ist zurzeit die einzige halbwegs brauchbare Alternative zur Apple-Tastatur – wenn man bei der Ästhetik beide Augen zudrückt. Ihre grössten Vorteile sind die identische Tastenbelegung und der angenehme Anschlag. Hingegen kassieren die Verkaufsargumente von Logitech – Solarzellen und Unifying Connector – einen Punkteabzug wegen sträflicher Missachtung aktueller Technologien.
Klaus Zellweger PRODUKTINFOS
Logitech K750 Mac
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