Test: Nokia Lumia 800
Pünktlich zum Verkaufsstart des ersten gemeinsamen Smartphones von Nokia und Microsoft in der Schweiz hat PCtipp das Lumia 800 getestet.

Direkt nach dem Auspacken des wunderbar verarbeiteten Nokia Lumia 800, das der Hersteller in Blau, Rot und Schwarz verkauft, stellen wir ein unerwartetes Problem fest: Aufgrund der unzureichenden Beschriftung der seitlich angebrachten Knöpfe weiss man nicht auf Anhieb, wie sich das aus einem Block gefräste Gerät einschalten lässt. Doch bereits nach kurzem Ausprobieren ist deren Bedeutung klar. Sie kommen bei der Lautstärkeregelung, zum Auslösen der Kamera und wie erwähnt zum Ein- und Ausschalten des Geräts zum Einsatz. Ansonsten wird das Gerät komplett über das berührumgsempfindliche 3,7-Zoll-Display gesteuert. Das gelingt gut: Das Nokia Lumia 800 setzt sämtliche Eingaben rasch und verzögerungsfrei um.
Als Betriebssystem kommt Windows Phone 7.5 (Codename Mango) zum Einsatz. Im Gegensatz zu den grossen Konkurrenten Android und iPhone basiert es nicht auf Desktop-Verknüpfungen, sondern zeigt sogenannte Live-Tiles für Kontakte, Nachrichten, E-Mails, Fotos und Kalendereinträgen. Das hat den Vorteil, das direkt innerhalb dieser Kacheln zu sehen ist, wer seinen Facebook-Status aktualisiert, eine E-Mail geschickt hat oder welche Termine gerade anstehen. Allerdings bietet Windows Phone 7 punkto Personalisierung kaum Einstellungsmöglichkeiten. Zwar können eigene Fotos als Hintergrund definiert werden, aber diese werden lediglich auf dem Sperrbildschirm angezeigt. Auf dem «Desktop» lassen sich lediglich die Hintergrundfarbe (Hell oder Dunkel) sowie die Farbe der Kacheln anpassen.
Günstiges Navigationsgerät
Das knapp 500 Franken teure Gerät liegt sehr gut in der Hand und verfügt über einen gelungenen, kontrastreichen Bildschirm. Es bietet 16 GB Speicherplatz, die sich leider nicht per SD-Karte erweitern lassen. Dafür steht Käufern dank vollwertigem GPS ein Navigationssystem zur Verfügung, bei dem im Gegensatz zu Android-Geräten und dem iPhone tiefere Internetverbindungskosten anfallen. Wer regelmässig eine Orientierungshilfe benötigt, ist mit dem Lumia besser bedient als mit der Konkurrenz. Allerdings erfordert «Nokia Navigation» trotz GPS zwingend eine Internetverbindung, weil diese via WLAN oder Mobilfunk berechnet wird.
Enttäuschende Ergebnisse lieferte die Kamera bei ungenügenden Lichtverhältnissen. Im Vergleich mit dem iPhone 4S, das ebenfalls eine 8-Megapixel-Kamera besitzt, knipst das Lumia deutlich schlechte Fotos. Wie das Apfel-Telefon bietet aber auch Nokia die Möglichkeit, das Foto direkt am Gerät zu optimieren. Die Software leistete im Test ganze Arbeit und verbesserte selbst schlecht ausgeleuchtete Fotos massiv.
Umstiegstücken
Der Smartphone-Markt in der Schweiz ist zwar noch nicht komplett, aber schon in beträchtlichem Masse vergeben. Bisher teilen sich Apple und Android den Kuchen. Wer zu Nokia wechseln will, kann das in Apps investierte Geld als verbrannt betrachten. Wer sich beispielsweise die Tagesanzeiger- oder Teletext-App auf dem iPhone gekauft hat, muss diese fürs Nokia bzw. Windows Phone 7.5 neukaufen. Dagegen ist die Übertragung der Kontakte kein Problem. Synchronisieren Sie diese von Android oder iPhone mit GMail und wiederholen Sie den Vorgang auf dem Lumia 800. Umsteiger müssen allerdings aufgrund der unterschiedlichen Navigation mit einer kurzen Eingewöhnungszeit rechnen, obwohl diese von Windows Phone 7.5 ebenfalls intuitiv ist.
Reto Vogt PRODUKTINFOS
Nokia Lumia 800
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