Im Test: Microsoft Hyperlapse

Zeitraffer und Bildstabilisator in einem. Sogar für Selfies.

von Luca Diggelmann 06.10.2017

Es gab einmal eine Zeit, in welcher der Hyperlapse zu den umständlichsten Videotechniken überhaupt gehörte. Mit einer Spiegelreflexkamera ist das auch heute noch grösstenteils wahr. Mit dem Smartphone hingegen sind Hyperlapses ein wahres Kinderspiel geworden.

Viel kann man bei Microsoft Hyperlapse nicht falsch machen Viel kann man bei Microsoft Hyperlapse nicht falsch machen Zoom© Screenshot / NMGZ

Bei Hyperlapse handelt es sich um eine fortgeschrittene Version des Timelapse oder Zeitraffers. Anders als beim üblichen Zeitraffer, bei dem eine stationäre Kamera einzelne Bilder aufnimmt, die dann in schneller Abfolge abgespielt werden, verwendet Hyperlapse eine bewegliche Kamera. Entsprechend kompliziert war der Aufnahmevorgang früher. Hunderte bis Tausende von Fotos mussten über lange Zeit hinweg geschossen und später in der Postproduktion aufeinander abgestimmt werden. Und im Gegensatz zum Zeitraffer konnte man nicht einmal die Kamera beim Aufnehmen einfach stehenlassen, sondern musste ständig die Position peinlich genau anpassen, um die Komposition nicht zu ruinieren.

Microsoft Hyperlapse macht den Vorgang deutlich leichter. Die App verwendet die Kamera des Smartphones in Kombination mit den Gyrosensoren, um die Postproduktion zu automatisieren. Dank der Gyrodaten wird das Video zudem automatisch stabilisiert. Dadurch wird es möglich, Hyperlapsevideos einfach aus der Hand zu schiessen, statt ein Stativ oder einen sonstigen Stabilisator zu verwenden. Zugegeben: Die Qualität ist nicht ganz so gut wie von der DSLR, aber für ein beeindruckendes Ferienvideo oder für VLOGs ist die App ausgezeichnet. Plus: Sie können auch bestehende Videos von besseren Kameras per App zu Hyperlapses machen.

Erste Schritte: Microsoft Hyperlapse ist relativ einfach zu bedienen. Im Startbildschirm können Sie entweder ein bestehendes Video importieren oder ein neues Video aufnehmen. Mit den drei Punkten oben rechts gelangen Sie zu den Optionen. Beim Aufnehmen selbst gibt es wenige Einstellungsmöglichkeiten. Sie können lediglich den Blitz ein- und ausschalten sowie zwischen Front- und Hauptkamera hin und her wechseln. Die eigentliche Magie passiert nach den Aufnahmen: Microsoft Hyperlapse gibt Ihnen hier die Option, die Geschwindigkeit des Videos anzupassen. Sie reguliert, wie schnell die einzelnen Fotos aufeinander folgen und somit, wie lange das Video effektiv wird. Haben Sie beispielsweise 16 Sekunden lang aufgenommen und wählen 4x aus, wird das Video vier Sekunden lang und komprimiert das ganze Material dazwischen auf diesen Zeitraum herunter.

Tipp: Sie können Microsoft Hyperlapse auch als reines Stabilisationsprogramm verwenden. Nehmen Sie dazu einfach ein Video in Hyperlapse auf und wählen beim Exportieren die Geschwindigkeit 1x. Dadurch wird das Video nicht verschnellert, die Stabilisierung aber trotzdem angewandt.

Microsoft Hyperlapse gibt es für Android und Windows 10 (Mobile).

Kommentare

  • Thomas64 06.10.2017, 15.47 Uhr

    Aktualisiert 2. März 2016 (1.5 Jahre)

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