Mobile Schreibmaschine: iA Writer

Wie überzeugt eine mobile Textverarbeitung? Natürlich im Umgang mit kleinen Bildschirmen.

von Klaus Zellweger 24.02.2016

Texte lassen sich auf dem Tablet oder Smartphone schreiben, doch der Vorgang ist ziemlich spassbefreit. Wenn Sie trotzdem nicht davon lassen können, sollten Sie wenigstens ein potentes Werkzeug verwenden. Die App iA Writer spielt dabei ganz vorne mit (für iPhones, iPads und Android). Sie ermöglicht die volle Konzentration auf das Schreiben. Was stört, wird einfach ausgeblendet. Zurück bleiben eine weisse Fläche und eine einzelne Schrift, die an Lesbarkeit nur schwer zu übertreffen ist.

Trotz dieser Reduktion bietet iA Writer alle essenziellen Funktionen und Anzeigen, die man als Schreiberling benötigt. Welche davon zu sehen sind, bestimmt der Anwender. Dazu gehören zum Beispiel die Anzahl der Zeichen und Wörter. Der Nachtmodus invertiert das Display, während der Schreibmaschinen-Modus die aktuelle Zeile immer in der Mitte der Ansicht behält. Und zu guter Letzt werden über die Funktion Syntax die Adjektive, Verben usw. farblich separiert, um den Schreibstil in der Spur zu halten.

So wenig Platz, aber der wird optimal genutzt So wenig Platz, aber der wird optimal genutzt Zoom

Über der regulären Tastatur befindet sich eine zusätzliche Reihe, mit der sich die Einfügemarke herrlich einfach verschieben lässt. Hier werden ausserdem mit einem Tippen neue Listen definiert, Titel ausgezeichnet und Kommas ohne Umweg gesetzt.

So viel Komfort hat einen Preis: Im Querformat wird die Schreibfläche ziemlich eng. Im Hochformat wird die Tastatur um einige praktische Kurztasten reduziert. Trotzdem gehört die zusätzliche Tastenreihe zu den besten Argumenten für die App. Und auf dem grossen iPad bleibt immer noch genug Fläche für einen entspannten Umgang mit dem Text:

Die iPad-Version, hier im angenehm-finsteren Nachtmodus Die iPad-Version, hier im angenehm-finsteren Nachtmodus Zoom

Wichtig ist auch die Markdown-Unterstützung. Dieser Syntax erfreut sich bei Bloggern einer grossen Beliebtheit, weil sich Texte schnell und unkompliziert auszeichnen lassen. So wird eine Passage zum Beispiel kursiv gestellt, indem sie zwischen zwei Sternchen geklemmt wird. Ein Titel entsteht, indem einer Zeile zwei Rauten (##) vorangehen. Und so weiter. Eine Übersicht der Markdown-Anweisungen finden Sie auf Wikipedia

Datenaustausch

Der Datenaustausch gestaltet sich problemlos. Die Texte lassen sich über die Zwischenablage in andere Apps übertragen oder per E-Mail verschicken. Unter iOS verwendet iA Writer für die Speicherung automatisch iCloud. Falls verschiedene Plattformen zum Einsatz kommen, ist auch die Speicherung in der Dropbox möglich.

Vom Datenaustausch profitieren die Mac-Anwender allerdings am meisten, weil sie am Rechner auf das Gegenstück zurückgreifen können. iA Writer für OS X bietet alle Vorzüge der mobilen Versionen plus ein paar Extras, die einen grossen Bildschirm voraussetzen (20 Franken).

Fazit: iA Writer gehört zu den besten mobilen Textverarbeitungen. Kein Beigemüse stört den Schreibfluss. Die spartanische Aufmachung ist ein Hingucker, die zusätzliche Tastenreihe ein gewaltiger Fortschritt und die Cloud-Integration tadellos.

Weiterführende Informationen
• Website des Herstellers
• iOS-Version
• Android-Version
Mac-Version

  • iA Writer 3.1.1

    Positiv:
    Schriftwahl, Oberfläche, Synchronisierung
    Negativ:
    Keine Windows-Version
    Details:
    Ab iOS 9.0, ab Android 4.0
    Strassenpreis:
    5 Franken (iOS), 0.99 Franken (Android)
    Info:
    itunes.apple.com/ch/app/ia-writer/id775737172?mt=8
    PCtipp-Bewertung:
    5 Sterne

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Tags: iOS, Android

    Kommentare

    • kut 04.03.2016, 14.05 Uhr

      Das ist mal wieder typisch und unerklärbar: für iOS Fr. 5.00 und für Androi Fr. 0.99 oder 5 x teurer für Apple-User.

    • Klaus Zellweger 08.03.2016, 06.40 Uhr

      Das ist mal wieder typisch und unerklärbar: für iOS Fr. 5.00 und für Androi Fr. 0.99 oder 5 x teurer für Apple-User. Wie es der Zufall so will: der Entwickler von iA Writer über den Android-Markt und wie schwierig es ist, dort überhaupt etwas zu verdienen. (Leider nur in Englisch.) Hier der Link. Ich habe nicht das geringste Problem damit, für gute iOS-Apps genauso gutes Geld zu bezahlen; so sind am Schluss des Tages alle zufrieden und die Entwicklung der geschätzten App geht weiter. Das s[...]

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