Im Test: Sony WH1000X M3

Sony bläst zum geräuschlosen Angriff auf Bose. Wie schlagen sich die Japaner?

von Florian Bodoky 05.09.2018

Zu unserer Freude haben die Japaner an der IFA im allgemeinen Smartphone- und TV-Trubel auch an die Audio-Enthusiasten gedacht. Der WH1000X M3 ist der Nachfolger des bereits erfolgreich getesteten WH1000X M2 und soll dessen Stärken noch ausgebaut, dessen Schwächen aber minimiert haben.

Das Design ist noch schlichter als jenes des m2 Das Design ist noch schlichter als jenes des m2 Zoom© Sony

Bereits optisch sind kleine aber deutliche Änderungen zu erkennen. So ist der Kopfhörer schmaler geworden und die Aussenseite der leicht vergrösserten Hörmuschel weist eine glatte Oberfläche ohne Maserung auf. Der uni-farbene Bügel weist lediglich ein kleines Sony- sowie ein NFC-Branding auf. Stirnseitig finden sich die beiden Mikrofone mit bronzenem Finish. Der Kunststoff-Bügel wurde an der Oberseite mit einer Kunstlederabdeckung versehen (so auch die Hörmuscheln), die verstellbaren Elemente sind in Federstahl gefertigt. An der Unterseite befinden sich der Klinkenport sowie eine Power- und eine Ambiance-Taste. Doch dazu später mehr.

Den Tragekomfort haben wir als sehr hoch empfunden. Die Muscheln sind so gross, dass das Ohr die Kunstleder-Umrandung nicht berührt, das Plus ebenjenes Kunstleders gegenüber des Vorjahresmodells sorgt für eine weiche Auflage. Zudem wurde das Gewicht reduziert. Wie bereits im Vorjahr ist der Hörer mit Wischgesten auf der rechten Hörmuschel steuerbar: Tracks skippen, Volumen erhöhen oder reduzieren sowie die Aktivierung der Aussenmikrophone (was eine Unterhaltung ohne Ausziehen des Kopfhörers erlaubt) sind durch die altbekannten Wischgesten möglich.

Verbessertes Noise-Cancelling

Die Noise-Cancelling-Funktion wurde gemäss Medienmitteilung um das Vierfache verbessert. Wir wissen zwar nicht, wie so eine Verbesserung gemessen werden kann, stellten es aber auf die Probe. Nachdem der Vorgänger das emseige Treiben in Zürich bereits «ausschalten» konnte, setzten wir das sogenannte HD Noise Cancelling, respektive den entsprechenden Prozessor QN1, dem Lärm des Berliner Feierabendverkehrs aus. Zwei verkehrsbedingte Nahtod-Erfahrungen unsererseits zeugen von einer soliden Leistung der Technologie – Vorsicht ist also geboten. 

Wem das zu riskant ist, der kann auf die Adaptive Sound Control zurückgreifen. Der WH1000X M3 verfügt nämlich über verschiedene NC-Modi, die bei Bedarf gewisse erwünschte Umgebungsgeräusche zulassen, z.B. menschliche Stimmen, ansonsten das Ohr aber abschotten. Wer selber zwischen den Modi wechseln möchte, kann dies mit der Sony Connect-App tun – im Test funktionierte dies bei Ansagen im Flugzeug zu unserer Zufriedenheit. Apropos Flugzeug: Das NC verfügt auch über einen Luftdrucksensor, so wird die Geräuschunterdrückung im Flugzeug den Luftdruckverhältnissen in der Kabine angepasst. Das alte Problem vom Druckausgleich fällt somit weg – gerade für Flugreisen mit Kindern nützlich. Interessant, aber nicht gerade angenehm: Das NC lässt sich auch anschalten, ohne Musik zu hören – dann herrscht einfach nur totale Stille. Das fühlte sich im Test aber eher nach verstopftem Gehörgang an und war mässig angenehm.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Warmer Sound, die Schwäche und Fazit

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