Multiroom-Soundsysteme: Welches passt zu mir?

von Florian Bodoky 02.06.2017

Apps

Moderne Boxen werden per App installiert und gesteuert. Im Bild: Raumfeld-App Moderne Boxen werden per App installiert und gesteuert. Im Bild: Raumfeld-App Zoom Die Apps der fünf Musikboxen gleichen sich vom Aufbau her. Sie starten mit einem Setup und bieten danach viele ähnliche Funktionen, wie zum Beispiel Equalizer oder die Möglichkeit, mehrere Lautsprecher über die App miteinander zu verbinden.

Die Unterschiede sind also klein, aber es gibt sie: So bietet die App von Sonos beispielsweise ein Feature, das während des Setups Störgeräusche ortet (dazu geht man im Raum herum und schwenkt das Smartphone hin und her). Basierend auf diesen Daten, gibt die App Empfehlungen zur Positionierung des Lautsprechers ab. Störend ist dafür, dass sich die Musik der Boxen nicht direkt über die Streaming-Apps (z. B. Spotify) steuern lässt. Man muss den Dienst separat in die Liste der Sonos-App aufnehmen und ihn darüber steuern.

Die Sonos-App ist professionell, aber auch komplizierter in der Bedienung Die Sonos-App ist professionell, aber auch komplizierter in der Bedienung Zoom Das macht die Konkurrenz besser. Was die Sonos-App zusätzlich anbietet, ist das Koppeln einzelner Boxen in bestimmten Räumen. Möchte man die gleiche Musik in der Küche und im Arbeitszimmer anhören, so lässt sich das einstellen. Verlässt man die Küche und geht stattdessen in den Keller, geht das ebenso. Aber auch das separate Ansteuern der Lautsprecher funktioniert, sodass in jedem Raum andere Musik läuft.

Hier kommen wir gleich zur Schwäche der ansonsten gefälligen Raumfeld-App: Man ist teils auf Zusatzdienste wie Spotify Connect angewiesen. Besitzt man mehrere Raumfeld-Geräte, kann man diese nicht in jedem Fall separat ansteuern und so unterschiedliche Spotify-Lieder auf den Boxen hören. Mit der normalen Musikbibliothek auf dem Smartphone funktioniert dies hingegen, was darauf schliessen lässt, dass das Problem bei der Kompatibilität mit Spotify liegt.

Die Panasonic-App verfügt über eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten Die Panasonic-App verfügt über eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten Zoom Die App von Panasonic glänzt mit einer Einschlaf- und einer Weckfunktion. Jedoch mangelt es an Suchoptionen für die Songs auf dem Smartphone. Es lassen sich nur Suchvorgänge nach Titel, Interpreten und Alben starten, nicht nach Ordner/Playlists. Den wohl detailliertesten Equalizer bietet die App von UE. An sieben Reglern lässt sich der Sound anpassen. Dies ist beim Megaboom auch besonders wichtig, da er, wie bereits erwähnt, als mobiles Mitnahmegerät vorgesehen ist. Ebenfalls cool ist der Partymodus, der es ermöglicht, ganze 50 Megabooms gleichzeitig miteinander zu verbinden und mehreren Anwendern sowie ihren Smartphones die Kontrolle über die Boxen zu geben.

Sound

In Sachen Klang kann man bei allen Boxen von hohem Niveau sprechen, die Unterschiede sind minimal. Je nach persönlichem Schwerpunkt gibt es allerdings Favoriten. Im PCtipp-Testraum ist ein Spannteppich ausgelegt, der leicht schallschluckend wirkt. In dieser Umgebung lieferten die Musiksysteme von Panasonic, Sonos und Raumfeld die klarsten und definiertesten Klänge. Der Sound ist bei diesen Boxen kraftvoll, die verbauten Hochtöner liefern bei den drei Lautsprechern eine sehr hohe Präzision.

Der flippige Lautsprecher UE Megaboom richtet sich an ein jüngeres Publikum mit Bedürfnissen punkto Mobilität und Budget. Er ist wasserfest und lässt sich auch ohne App mit Smartphones verbinden. 
Preis: Fr. 179.– • Gesehen bei: ultimateears.com

Der flippige Lautsprecher UE Megaboom richtet sich an ein jüngeres Publikum mit Bedürfnissen punkto Mobilität und Budget. Er ist wasserfest und lässt sich auch ohne App mit Smartphones verbinden. Preis: Fr. 179.– • Gesehen bei: ultimateears.com Zoom© Ultimate Ears

In Sachen Bass erringen der Raumfeld One S und der Panasonic SC All9 noch minimale Dynamikvorteile gegenüber Sonos. Beim Panasonic SC All9 ist das auf den vergleichsweise grossen Resonanzkörper zurückzuführen – es ist klar das grösste der drei Geräte, während sich die bassdynamischen Vorteile des One S vor allem bei sehr hoher Lautstärke zeigen, was dem eingebauten 50-Watt-Bi-Amping-Verstärker zu verdanken ist. Bei sehr hoher Lautstärke klingt der Sonos Play:1 etwas dumpf.

Für unseren Musikgeschmack ein wenig zu basslastig und etwas dünn in den Höhen empfanden wir UEs Megaboom. Allerdings dürften Hip-Hop- oder Drum-'n'-Bass-Enthusiasten hier auf ihre Kosten kommen.

Streaming-Dienste wie Spotify sind in den Apps integriert. Im Bild: Samsung-App Streaming-Dienste wie Spotify sind in den Apps integriert. Im Bild: Samsung-App Zoom Musikalisch ebenfalls stark zeigte sich Samsungs Wireless Audio 360 R7. Die aussergewöhnliche Bauweise sorgt für saubere Mittel- und feine Hochtöne im ganzen Raum. Allerdings ist die Positionierung nicht ganz einfach. Schlecht platziert läuft man Gefahr, dass der Sound «vorbeirauscht».

Fazit: je nach Bedürfnis

Die getesteten Musikboxen gleichen sich alle sehr stark – sowohl in ihrer Handhabung als auch in der Leistung. Es ist daher schwierig, einen Testsieger zu küren. Bezüglich Sound spielt sicher Sonos mit dem Play:1 ganz vorne mit, hat aber auch beim Preis die Poleposition inne. Zudem ist die Einrichtung mühsamer als bei der Konkurrenz. Für ausgesprochene Musik-Enthusiasten dürfte sich Sonos dennoch empfehlen, nicht zuletzt wegen der ausgeklügelten Ansteuerung der einzelnen Boxen.

Unser Preistipp ist der Raumfeld One S, der in Sachen Handling, Design und Sound überzeugen kann und somit das stimmigste Gesamtpaket und mit rund 280 Franken auch sehr preisgünstig ist. Wer viel unterwegs ist und sich auch unter freiem Himmel an gutem Sound erfreuen möchte, greift zum UE Megaboom.  

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    Kommentare

    • since1990 02.06.2017, 16.24 Uhr

      Bekannteste Marken??? Wenn ihr das im Bericht erwähnt und die BOSE-Lösung (Soundtouch) nicht vorstellt, kann ich diesen Bericht nicht ernst nehmen! Das einfach mal zur Ausgangslage... Ja die SONOS-Lösung ist sehr gut. Ich war ein begeisterter Anhänger (Benutzer) seit 2010 mit diversen SONOS Komponenten. Habe weit über 1'000.- Franken investiert in diese Lösung. Bis ich im 2016 auch noch die TV-Soundbar für knapp 800.- gekauft habe. Ich habe dies nach 5 Minuten zutiefst bedauert. Nach etli[...]

    • Richy0 03.06.2017, 12.27 Uhr

      "Nonplusultra für den heutigen Musikgenuss" - ist wohl arg übertrieben, wenn man die ausgewählten Produkte betrachtet. Kein wirkliches Highendprodukt dabei, alle eher mit durchschnittlich gutem Klang.

    • dolby1 03.06.2017, 15.15 Uhr

      Für mich ist es unverständlich warum die Systeme von Bose, HEOS Denon und Bluesound in diesem Test fehlen! Da wurden die besten Lösungen entweder vergessen oder bewusst ignoriert¨ Ebenfalls fehlt das Play-Fi System, welches Markenübergreifend funktioniert.

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