Im Test: Acer Aspire U27

Acer will bei den All-in-One-PCs angreifen. Wie das gelungen ist, lesen Sie hier.

von Florian Bodoky 06.11.2017
Edler All-in-One-PC: Acer Aspire U27 Edler All-in-One-PC: Acer Aspire U27 Zoom Acer tanzt wahrlich auf allen Hochzeiten: Nebst dem breiten Arsenal an Gaming-Hardware, den Notebooks, Convertibles und sonstigen Gadgets, erweitern die Taiwanesen nun ihr All-in-One-Spektrum um den Aspire U27. 

Der 27-Zöller macht auf den ersten Blick einen sehr edlen Eindruck: Der Alu-Unibody mit Glasfront misst gerade mal 1,2 Zentimeter Breite und ist massiv – keine verbiegbaren Teile, kein Plastik. Seitlich und unterhalb des Screens ist das Gerät mit ordentlich Anschlüssen ausgerüstet, als da wären: HMDI in und out, 4 × USB (1 × USB-C), ein Thunderbolt-3- sowie ein Gbit-Ethernet-Anschluss auf der Rückseite. Einen SD-Karten-Slot kann man auch noch entdecken. Ebenfalls auf der Rückseite befindet sich logischerweise noch ein Stromanschluss fürs Netzteil. Ein WLAN-AC-Modul und eine Bluetooth-Schnittstelle sind ebenfalls vorhanden. Apropos Rückseite: Der ins Gehäuse eingefräste Power-Button ist auf selbiger angebracht – da ist alles schon versorgt, nichts ragt heraus. Ebenfalls hübsch sieht das grosse Acer-Branding – oder sollten wir Cutting sagen? – auf der Rückseite aus. Der V-förmige Standfuss steht dem Body selbst in nichts nach, sogar einen Diamantschliff wurde dem Ständer verpasst. 

Der Start gelingt rasch: Das Aufstarten und direkte Überleiten ins Setup dauert lediglich wenige Sekunden. Das Aufleuchten des Windows-typischen Blau entlockt uns einen Erleichterungsseufzer: Die krasse Spiegelung nimmt deutlich ab, wenn das Gerät läuft. Den Unterschied sieht man deutlich, wenn man in die Seitenpanels blickt. Ist die Arbeit einmal aufgenommen, weist der U27 eine Menge nützlicher Features auf, die zwar dezent sind, aber deren Abwesenheit stark auffallen würde: So ist der Bildschirm zwar nicht höhenverstellbar, jedoch im Winkel drehbar. Dies ist für kreative Arbeiten praktisch. Zudem lässt sich der 27-Zoll-Bildschirm mit den Fingern bedienen – auch Multi-Touch-Gesten, wie zum Beispiel Zoom – werden unterstützt. Dies ist vor allem am Anfang eine Erleichterung, sofern man keine Bluetooth-Peripherie sein Eigen nennt: Die mitgelieferte Tastatur und auch die Maus taugen leider nicht viel – weder in Sachen Verarbeitung noch punkto Langlebigkeit. Allerdings Vorsicht bei Fingernägeln: Da macht das Touchdisplay nicht mit. Nur Fingerkuppen sind gefragt. Und die Hinterlassen das, was Fingerkuppen auf Glas eben hinterlassen: Abdrücke. Ein Plus ist dafür die herrliche Stille. Lüfterlärm gibts bei Acers Maschinen nicht, dafür sorgt das Liquid-Loop-System, das die Komponenten ohne Gebläse runterkühlt. 

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Starker Sound, solide Webcam

Neben Spielereien wie dem Face Login (funktioniert soweit ganz gut), hat Acer offenbar in seine Audio-Qualität investiert. Die Downfire-Speakers und ein 6-Watt-Subwoofer sorgen für kräftige und basslastige Klänge – ersetzen aber bestimmt keine Kompaktanlage oder Multiroom-Speaker. Gefallen hat auch die Kamera mit 1080 Pixeln samt Mikrophon, mit dem auf hoher Qualität «geskyped» werden kann.

Der Zankapfel schlechthin ist das Display: Satte, unverfälschte Farben und ein helles Display stehen auf der Plus-Seite. Die Full-HD-Auflösung hingegen lässt uns etwas ratlos zurück. Keine Frage: In Sachen Auflösung kommt der U27 nicht an die 4K-Konkurrenz von Dell oder an das Retina-Display des iMac 5K ran. Was sich lohnt, ist eine Investition in bessere Komponenten, welche die Leistung im Verhältnis zum Preis sicher gut erhöht. Denn 8 Gigabyte RAM verbaut man heute bereits in einen Office-Laptop. Und bei 256 GB SSD knallen uns auch nicht gerade die Sicherungen heraus. Auch wenn das 1-Terabyte-HDD trotzdem für genügend Speicher sorgt. Im Prozessortest mit Cinebench bleibt der Acer Aspire U27 hinter Geräten wie dem Surface Studio oder dem iMac klar zurück, ebenso beim 3D-Mark-Test. 

Fazit 

Der Acer Aspire U27 ist ein edel verarbeiteter All-in-One-PC für Einsteiger. Er offenbart einige kleinere Schwächen bei der Hardware, kostet aber auch klar weniger als Geräte, die diese Schwächen nicht aufweisen. Für den privaten Alltagsgebrauch ist er eine gute Lösung. Wollen Sie vielleicht dann und wann einige Videos schneiden oder Grafiken rendern, greifen Sie zu Microsofts Surface Studio.

Tags: Acer
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