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Test: Canon EOS M

Mit der EOS M bringt Canon als letzter grosser Hersteller eine spiegellose Systemkamera auf den Markt. Der Neuling kann viel; und versemmelt so manches.

von Klaus Zellweger 19.03.2013

Spiegellose Systemkameras liegen voll im Trend. Je nach Modell bieten sie dieselbe Qualität wie eine ausgewachsene Spiegelreflexkamera (DSLR), sind aber deutlich kompakter und leichter. Immer mehr Fotografen liebäugeln mit diesem Kameratyp. Schliesslich zelebriert man ja als Hobby die Fotografie, und nicht das Kamera-durch-die-Gegend-schleppen.

Die EOS M gibt es in Weiss, Schwarz, Silber und Rot (Bild: Canon) Die EOS M gibt es in Weiss, Schwarz, Silber und Rot (Bild: Canon) Zoom

Mit der EOS M schliesst Canon die klaffende Lücke zwischen den Kompakten und den DSLRSs. Die Kamera gilt zwar als Neuentwicklung, versteht sich aber als Teil des etablierten EOS-Systems. Blitzgeräte lassen sich genauso nutzen wie die über 60 EF-Objekte. Dazu wird der Adapter EF-EOS M benötigt, der auch die Steuerung des Autofokus, der Belichtungsmessung und des Bildstabilisators überträgt. Damit verfügt die EOS M einen Vorteil gegenüber anderen Systemen. Sonys NEX-Serie ist zum Beispiel bis heute nicht richtig in die Gänge gekommen, was die Auswahl der Objektive betrifft.

Adapter EF-EOS M (Bild: Canon) Adapter EF-EOS M (Bild: Canon) Zoom

Wir testeten die EOS M mit dem Kit-Zoom 18–55 mm/3,5–5,6 mit integriertem Bildstabilisator. Wie bei den grossen Canon-DSLRs beträgt der Crop-Faktor 1,6x, sodass die Zoombereich etwa 29–88 mm beträgt, wenn man ihn auf das KB-Format umrechnet.

Äussere Werte

Gehäuse und Objektiv sind hervorragend verarbeitet. Die Linse vermittelt das Gefühl, dass man mit ihr Nägel einschlagen könnte. Das Gehäuse ist jedoch so kompakt, dass wichtige Elemente keinen Platz darin finden: So fehlt nicht nur ein eingebautes Blitzgerät, sondern auch ein Sucher. Immerhin gehört das kleine Systemblitzgerät 90 EX zum Lieferumfang, doch damit büsst die EOS M auch an Kompaktheit ein.

Der kleine Gummiwulst auf der Vorderseite verbessert die Griffigkeit ein wenig, aber das Gewicht kann er nicht reduzieren: Kamera mit Objektiv und Akku belasteten unsere Küchenwaage mit stattlichen 510 Gramm.

Das Gehäuse wirkt fast schon niedlich Das Gehäuse wirkt fast schon niedlich Zoom

Der erste Dämpfer lässt nicht lange auf sich warten: Das Objektiv wird ohne Sonnenblende geliefert – ein Versäumnis, für das es keine Entschuldigung gibt. Wer also die bestmögliche Qualität und einen wichtigen Schutz für die Linse sucht, darf zuerst diesem Zubehörteil nachrennen. Ärgerlich.

Der grösste Teil der Rückseite wird vom 3-Zoll-Display mit einer Auflösung von über einer Million Bildpunkten in Beschlag genommen. Das Display agiert als Touchscreen und beherrscht sogar Multitouch-Gesten für das Zoomen des Bildausschnitts. Dieses Display ist das wichtigste Bedienelement der Kamera, wie wir später noch sehen werden. Davon abgesehen befinden sich auf der Rückseite nur wenige Tasten.

Das Display überzeugt in seiner Brillanz, doch bei strahlendem Sonnenschein lässt sich darauf kaum etwas erkennen – ein richtiger Sucher wird schmerzlich vermisst. Ausserdem lässt es sich weder drehen noch kippen. Dabei gilt gerade diese Eigenschaft als Wunderwaffe, um Kinder auf Augenhöhe abzulichten oder um zielsicher über eine Menschenmenge hinweg zu fotografieren.

Bei der Befestigung des Kameragurts geht die EOS M eigene Wege. Anstelle von Ösen wird das mitgelieferte Modell einfach eingehängt und mit der Drehung einer Münze fixiert. Das wirkt zwar praktisch, aber wer den Standardgurt nicht mag, bleibt auf dieses eher banale Modell beschränkt.

Die Befestigung des Riemens ist einfach, erlaubt aber keine Alternativen Die Befestigung des Riemens ist einfach, erlaubt aber keine Alternativen Zoom

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    Kommentare

    • octane 19.03.2013, 23.38 Uhr

      Eine "wirhabenjetztaucheinespiegelloseSystemkamera" von Canon. Sie wird den Canon DSLRS kaum Konkurrenz machen. Der lahmste AF aller spiegellosen Systemkameras, kein Kippdisplay, kein elektronischer Sucher (noch nicht mal optional) und gerademal zwei native Objektive. Die EF Objektive mit Adapter sind ja wohl keine Alternative. Eine spiegellose Systemkamera für Leute mit Canon Brille welche die Marke nicht wechseln wollen oder die ihre Canon EF Objektive benutzen wollen. Immerhin ist der Preis[...]

    • tomz65 20.03.2013, 19.45 Uhr

      Ich habe die EOS-M trotz des medialen Bashings im Herbst 2012 als Ergänzung zu meiner Canon- Asurüstung gekauft und bin sehr zufrieden damit. Sie schiesst tolle Fotos, Punkt. Genussvolles Fotografieren ist damit problemlos möglich. Sie liegt gut in der Hand, und das Bedienkonzept finde ich sehr gelungen, gerade weil es sich auf den Touchscreen konzentriert. Dass nebenbei auch ein genial gemachtes Clickwheel zur Verfügung steht, z.B. um Blende oder Zeit einzustellen, hat der Autor glatt überseh[...]

    • octane 21.03.2013, 10.29 Uhr

      Denn diese Kamera muss und will sich gar nicht mit einer SLR messen. Wer die Leistungen und Möglichkeiten einer SLR will, soll bitteschön eine SLR kaufen... Das ist genau das was Canon will: Die eigenen DSLRs sollen nicht konkurrenziert werden. Nikon hat dieselbe Strategie. Wer eine spiegellose Systemkamera als DSLR Ersatz will, der wird sich auch in Zukunft bei anderen Marken bedienen müssen. Ist auch klar weshalb Panasonic, Olympus und Sony die spiegellosen Systemkameras pushen. Panasonic[...]

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