Test: Fujifilm X-H1

Fast zu gross für APS-C – aber zu gut, um ihr das anzukreiden.

von Klaus Zellweger 25.06.2018

Was für ein Brocken! Das ist ungefähr das Erste, was einem beim Anblick der Fujifilm X-H1 durch den Kopf schiesst – dem Spitzenmodell eben jener Kameraserie, die auch für ihre kompakten Abmessungen geschätzt wird. Bis anhin war die Fujifilm X-T2 «die Grosse», doch gegenüber der X-H1 nimmt sie sich geradezu bescheiden aus, vor allem in der Tiefe:

Die Fujifilm X-H1 hat im Vergleich zur X-T2 vor allem in der Tiefe zugelegt Die Fujifilm X-H1 hat im Vergleich zur X-T2 vor allem in der Tiefe zugelegt Zoom© camerasize.com

Doch es geht noch grösser und schwerer. Die X-H1 ist in verschiedenen Ausführungen zu haben. Das Gehäuse allein kostet zum Beispiel bei Digitec 1899 Franken. Dann gibt es noch ein Päckchen für 2099 Franken, in dem zusätzlich der VBP-XH1 steckt – der «Vertical Power Booster». Und spätestens wenn auch noch ein etwas grösseres Objektiv dazukommt, wirkt diese Kamera der APS-C-Klasse auf empfindsame Gemüter ein wenig martialisch:

Mit dem Fujinon 10–24 Millimeter und dem VBP-XH1 kommt einiges zusammen Mit dem Fujinon 10–24 Millimeter und dem VBP-XH1 kommt einiges zusammen Zoom© PCtipp / ze

Vertical Power Booster

Bleiben wir beim VBP-XH1. Der «Vertical Power Booster» erlaubt bequemeres Fotografieren im Hochformat, flankiert von einem zusätzlichen Auslöser und den wichtigsten Bedienelementen wie dem Q-Menü. Ausserdem steigt das Aufnahmetempo beim mechanischen Verschluss von 8 fps auf 11 fps. Und zu guter Letzt ist er mit einem Audio-Ausgang für Kopfhörer ausgestattet, während die Kamera selbst «nur» einen Eingang für ein externes Mikrofon bietet.

Gewicht hin, Grösse her: Für den VBP-XH1 muss man Fujifilm ein Kränzchen winden. Gespeist wird der Griff von zwei NP-W126S-Batterien – also exakt denselben Kraftspendern, die auch die Kamera bei Laune halten. Wenn Sie den Griff also gerade nicht brauchen, hält er zwei vollwertige Reservebatterien für die Kamera bereit.

Batterien laden und Kopfrechnen

Der VBP-XH1 kommt mit einem eigenen Netzteil, sodass die Akkus abends im Hotel nicht vor dem Ladegerät der Kamera Schlange stehen müssen. Eine weitere Batterie kann via USB direkt in der Kamera geladen werden. Total lassen sich also bis zu vier Batterien gleichzeitig aufpäppeln.

Das neue Spitzenmodell der X-Serie Das neue Spitzenmodell der X-Serie Zoom© Fujifilm

Richtig gekauft, bekommen Sie den Griff praktisch umsonst. Rechne: Zwei Originalbatterien kosten ungefähr 120 Franken, ein zusätzliches Ladegerät etwa 55 Franken. Wenn Sie das gegen den Aufpreis von 200 Franken für den VBP-XH1 rechnen, kostet dieser Griff unter dem Strich noch etwa 25 Franken. Oder anders gesagt: Wenn Sie auch nur das geringste Interesse am VBP-XH1 haben, kaufen Sie ihn unbedingt im Kit mit dem Gehäuse – denn im Nachhinein schlägt er mit knapp 400 Franken aufs Budget.

Die wichtigsten technischen Eigenschaften

Im Inneren der Kamera sorgt der X-Trans-Sensor III für die Aufnahme. Dieser Sensor löst mit 24 Mpx auf und bildet zurzeit die technologische Grundlage im X-System von Fujifilm. Die Bildqualität des Sensors ist also dieselbe, die man auch mit einer X-T2, einer X-E3 oder einer X100F erhält. Mehr dazu lesen Sie im Test zur Fujifilm X-T2.

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