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Test: Fujifilm X100S

von Klaus Zellweger 25.03.2013

Zusammenfassung

Listen wir die Kritikpunkte dieser aussergewöhnlichen Kamera noch einmal auf: Sie kommt ohne Sonnenblende, was bei einer Kamera in dieser Preislage ziemlich knausrig wirkt. Der mitgelieferte RAW-Konverter ist eine Zumutung, die Anschaffung von Capture One Express ist fast schon ein Muss. Der Fokus wird bei Filmaufnahmen nicht nachgeführt und die Ergonomie des Gehäuses könnte besser sein – was in erster Linie dem kaum vorhandenen Griffwulst zu verdanken ist.

War’s das? Ja. Selbst wenn man sich in die Rolle eines kleingeistigen Erbsenzählers versetzt, gibt es an dieser Kamera nichts weiter auszusetzen.

Eine Kamera, fast ohne Makel Eine Kamera, fast ohne Makel Zoom

Stattdessen erwartet den Käufer ein Glas voller Bonbons: Die Schärfe ist so sensationell, dass sie fast schon surreal anmutet. Die Farbgebung ist genau richtig, weil sie sich dank Filmsimulationen und anderen Einstellungen nahtlos an die persönlichen Vorlieben anpassen lässt. Der praktisch geräuschlose Zentralverschluss erlaubt das Blitzen bei jeder Verschlusszeit. Und, und, und. Die X100S ist sehr nahe an einer perfekten Kamera dran.

Zielgruppe

Die Fujifilm X100S zielt auf Street-Fotografen und ambitionierte Amateure. Sie empfiehlt sich als Reise- und Reportage-Kamera. Dass sich das 35-mm-Objektiv nicht wechseln lässt, mag für einige Fotografen ein Manko sein, für andere jedoch ein Vorteil – denn dadurch bleibt das Fotogepäck zwangsläufig überschaubar. Kurz, wir kennen zurzeit keine andere Kamera, die das Fotografieren so konsequent auf ihren Kern reduziert, wie die X100S. Wer also nach solchen Attributen sucht, kann bedenkenlos zugreifen.

Alternativen

Die einzige nennenswerte Konkurrenz kommt zurzeit von Fujifilm selbst, und zwar in Form der X-E1. Ihr Gehäuse ist ein wenig grösser und schwerer, die Optik sowieso. Doch gerade dadurch fühlt sie sich auch ein wenig ergonomischer an. Die X-E1 hinkt der X100S beim Autofokus zwar hinterher, doch der ältere X-Trans-Sensor befindet sich mit dem neuen Modell nahezu auf Augenhöhe. Die Filmsimulationen und die meisten anderen Leckereien bietet die X-E1 ebenfalls.

Die härteste Konkurrenz aus dem eigenen Stall: die X-E1 Die härteste Konkurrenz aus dem eigenen Stall: die X-E1 Zoom

Da die X100S fast gleich viel kostet wie eine X-E1 mit 35-mm-Objektiv, sollten Sie besonders diese beiden Modelle gegeneinander abwägen. (Den Test zur X-E1 finden Sie hier.)

Fazit: Die X100S setzt neue Massstäbe bei der Bildqualität. Ihr eigenwilliges Design und ihre Alleinstellungsmerkmale erleichtern die Kaufentscheidung enorm: Entweder man will diese Kamera unbedingt, oder man wird sich schnell zu Alternativen hingezogen fühlen. Wer jedoch seine Bedürfnisse kennt und trotzdem zur X100S greift, kann fast nicht enttäuscht werden.

  • Fujifilm X100S

    Positiv:
    Bildqualität, Schärfe, Farben, Autofokus, Verarbeitung, Filmsimulationen, Zentralverschluss, nahezu unhörbar
    Negativ:
    Filmfunktion, zu kleiner Wulst, keine Sonnenblende, Software
    Details:
    APS-C-Sensor mit 16 Mpxl, optisch-digitaler Sucher, fest verbautes Objektiv 35 mm (KB), ƒ/2,0
    Strassenpreis:
    ca. 1400 Franken
    Info:
    www.fujifilm.ch/de/
    PCtipp-Bewertung:
    5 Sterne

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    Kommentare

    • Schorschl 25.03.2013, 21.12 Uhr

      huiiiiiii.... endlich mal ein echter test. okay, vielleicht keiner mit labormessungen aber so viel test wie in diesem test war hier glaube ich noch nie in einem test. ich bin begeistert...

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