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Test: Nikon Coolpix A

von Klaus Zellweger 25.04.2013

Fotos

Bei Bedarf ist die Bedienung der Coolpix A narrensicher. In der Vollautomatik heisst es: draufhalten, abdrücken und fertig. Wie bereits eingangs erwähnt, lässt sich die Kamera aber auch in dem üblichen PSAM-Modi bedienen. Szenen-Programme für verschiedene Motive runden die Automatiken ab.

Darüber hinaus bietet die Coolpix A gehobene Funktionen, die sie von Nikons DSLR geerbt hat. An erster Stelle wäre da die ISO-Automatik zu erwähnen. Sie sorgt dafür, dass eine frei wählbare Verschlusszeit nicht unterschritten wird, indem die Kamera bei Bedarf automatisch den ISO-Wert erhöht. Dabei nimmt zwar das Bildrauschen zu, doch im Vergleich zu verwackelten Bildern ist das in den meisten Fällen das kleinere Übel.

Gern gesehen wird auch die Funktion «Picture Control», bei der sich die Sättigung, die Schärfe, der Kontrast und andere Parameter anpassen lassen. Sechs verschiedene Einstellungen sind ab Werk dabei: Standard, Neutral, Brillant, Monochrom, Porträt und Landschaft. Alle Vorgaben lassen sich an die persönlichen Präferenzen anpassen, so dass jeder Fotograf seine ideale Abstimmung vornehmen kann. Um die Unterschiede zwischen den Einstellungen auszuloten, wird eine Szene am besten einmal im Raw-Format abgelichtet; anschliessend lässt sich das Bild mit beliebigen Einstellungen in der Kamera entwickeln, als JPEG sichern und später am Bildschirm vergleichen.

Von oben nach unten: neutral, brillant und monochrom mit zusätzlicher Kontrastverstärkung Von oben nach unten: neutral, brillant und monochrom mit zusätzlicher Kontrastverstärkung Zoom

Zu den weiteren Besonderheiten zählen Intervall-Aufnahmen sowie Nikons «Active D-Lighting», mit der sich der Dynamikumfang bei kontrastreichen Szenen mildern lässt. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine HDR-Funktion; eine solche sucht man bei der Coolpix A vergeblich.

Bleiben wir gleich bei den Unterlassungssünden. Die kleine Nikon bietet kein integriertes GPS-Modul für Geotagging und auch keine Anbindung an ein WLAN. Stattdessen muss tief in die Tasche gegriffen werden. Das GPS-Signal wird durch den externen Empfänger GP-1 erfasst (ca. 260 Franken). Um die WLAN-Anbindung kümmert sich der WU-1a für ca. 70 Franken.

Und zu guter Letzt fehlt der Coolpix A sogar eine Panorama-Funktion; stattdessen wird auf der DVD eine Software mitgeliefert, um die einzelnen Bilder zusammenzusetzen. Wie diese zustande kommen, bleibt dem Fotografen überlassen; eine Hilfe für die korrekte Überlappung der einzelnen Aufnahmen fehlt nämlich ebenfalls.

Filmen

Die Coolpix A bescherte mir eine Premiere: Zum ersten Mal musste ich bei einem Kameratest im Handbuch nachsehen, wie die Filmfunktion aktiviert wird. Es gibt keine dedizierte Taste für die Aufnahme und auch kein Filmkamera-Symbol auf dem Funktionswählrad. Wäre da nicht das Stereomikrofon auf der Vorderseite, müsste man annehmen, dass die Coolpix A nicht filmen kann.

Die beiden Mikrofon-Öffnungen sind der einzige optische Hinweis auf die Filmfunktion Die beiden Mikrofon-Öffnungen sind der einzige optische Hinweis auf die Filmfunktion Zoom

Die Lösung: «i»-Taste drücken, zum Aufnahmemodus wechseln, Filmfunktion anwählen. Und wenn das nächste Foto dran ist, das Ganze zurück. Wie bitte?

Also könnte man die Filmfunktion ja auf eine der beiden Fn-Tasten legen? Nein, das kann man nicht. Oder vielleicht auf die Position «U1» oder «U2» auf dem Funktionswählrad? Fehlanzeige. Dabei wäre dies der perfekte Ort, um alle Einstellungen zusammenzulegen: Filmfunktion, kontinuierlicher Autofokus, lebhafte Farben. Stattdessen klettert man ohne Unterlass in den Menüs herum.

Einmal aktiviert, filmt die Coolpix A wahlweise mit HD (720p) oder Full-HD (1080p), jeweils mit 24, 25 oder 30 fps. Kleine Ruckler prägen die Aufnahme, weil das Objektiv nicht mit einem Bildstabilisator ausgerüstet ist. Die Schärfe wird während der Aufnahme nur nachgeführt, wenn in den Menüs der kontinuierliche Autofokus angewählt ist. Das tut er langsam, unsicher und vor allem mit einem schnarrenden Geräusch, das bei leisen Passagen die Tonspur ruiniert.

In einem Satz: Die Filmfunktion der Coolpix A ist kaum zu gebrauchen.

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Tags: Foto, Nikon
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    Kommentare

    • Schorschl 25.04.2013, 12.13 Uhr

      also entweder muss nikon aufhören kompaktkameras zu bauen oder die nächste generation muss wirklich top sein. nachdem die P7700 die P7100 abgelöst hatte, ging die bildqualität nach unten, der optische sucher fiel weg und die bilder sind im weitwinkel alle verzeichnet. die V1-V2, J1-J3 und S1 kameras sind auch nicht gerade das gelbe vom ei, wenn es um die qualität oder die bedienung geht (habe mir vor einigen tagen dann doch lieber eine NEX-5R gekauft - scheiss bedienung, exzellente bilder)[...]

    • swissmac 25.04.2013, 16.17 Uhr

      Der Typ, der bei Nikon für das User-Interface zuständig ist, gehört definitiv fristlos entlassen. Habe die D5100 und auch hier das absolute Elend. Schlechter kann man so etwas nicht machen. Jede Kompaktkamera hat 10x mehr Funktionen, aber ist trotzdem einfacher bedienbar. Ich begreife es einfach nicht ...

    • Lunerio 25.04.2013, 23.58 Uhr

      @swissmac Man kauft sich DSLRs die zu einem passt. Ist halt keine günstige Anschaffung. Bist du irgendwie selbst schuld..

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