Test: Acer Predator Helios 300

Gaming-Laptops sind stets ein Kompromiss.

von Luca Diggelmann 26.01.2018

Maximale Leistung ist in einem so kompakten Gehäuse schlicht nicht möglich. Es gilt daher, so viel Leistung wie möglich in ein tragbares Format zu packen. Wie viel Leistung benötigt wird, hängt auch stark vom Nutzer ab. Reicht Full HD oder muss es eine höhere Auflösung sein? Sind 30 FPS akzeptabel oder sollten es 60 sein? Wie hoch müssen die Einstellungen sein? Auch der genaue Anwendungszweck bringt unterschiedliche Ansprüche mit sich. Gaming ist nicht mehr einfach Gaming. Die technischen Ansprüche für E-Sportler sind anders als jene für reine Spasszocker, und die sind wiederum anders als jene für VR.

Das Helios 300 bietet Gamer-Design ohne zu stark zu übertreiben Das Helios 300 bietet Gamer-Design ohne zu stark zu übertreiben Zoom© Acer

Leistung

Acer platziert den Helios 300 etwa in der Mitte dieses Kompromisses zwischen Leistung und Portabilität. Der Laptop ist nicht an der Spitze der mobilen Game-Maschinen, aber auch nicht zu schwach. Verbaut ist ein Standardset an Komponenten für die Preisklasse: Ein Intel i7-7700HQ gibt den Takt an. Dazu gibt es 16 GB RAM und eine Nvidia GeForce GTX 1060 für die Grafik. Das Betriebssystem (Windows 10) macht sich auf einem 256-GB-SSD breit, das für zusätzliche Games eher knapp bemessen ist. Die meisten Spiele dürften wahrscheinlich auf der 1-TB-Festplatte Platz finden, während nur die wichtigsten Titel auf dem SSD installiert werden.

Platz schaffen darf man gleich zu Beginn sowieso: Der Predator Helios 300 kommt mit einer ordentlichen Ladung vorinstallierter Software. Davon ist eigentlich nur Steam für Gamer effektiv nützlich, eventuell noch die Streaming-Software XSplit. Die meisten weiteren vorinstallierten Apps stammen aus dem Microsoft Store. Als Hardcore-Gamer darf man sich über Spitzentitel wie «Bubble Witch 3 Saga» oder «March of Empires: War of Lords» freuen. Mit Minecraft und World of Warships sind sogar zwei PC-Games vorinstalliert. Wer diese Titel jedoch nicht spielt, hat trotzdem nichts davon und muss den Speicherplatz von Hand wieder freiräumen. Besonders nervig ist die App Acer Collection. Dabei handelt es sich um eine Werbe-App, die weitere Apps zur Installation vorschlägt. Die App startet sich beim Systemstart mit und blendet Benachrichtigungen ein, die zum Herunterladen weiterer Partner-Apps animieren möchten. Am besten gleich weg damit.

Die Verarbeitung ist durchwegs solid Die Verarbeitung ist durchwegs solid Zoom© Acer

Zurück zur Leistung: Diese ist für einen Laptop in dieser Preisklasse in Ordnung. Wir haben das Helios 300 mit drei Games getestet und dabei die folgenden Ergebnisse erzielt:

Destiny 2

Der aktuelle FPS-Titel Destiny 2 eignet sich gut dazu, einen Gaming-PC ordentlich zu fordern. Kaum verwunderlich also, dass es das Helios 300 nicht ganz auf Spitzenwerte schafft. Hierzu wäre ein Desktop-PC oder ein deutlich teurerer Laptop vonnöten. Bei der nativen Auflösung von Full HD (1920 × 1080) und durchschnittlich hohen Einstellungen schafft das Helios 300 nur in ruhigeren Momenten stabile 60 FPS. Bei Feuergefechten und in komplexeren Aussenbereichen fällt die Bildrate schnell auf rund 40 FPS. Für stabile 60 FPS müssen die Einstellungen bereits auf Niedrig gestellt werden. Mit einigen Feineinstellungen kann dann das Aussehen weiter optimiert werden.

Overwatch

Der Team-Shooter Overwatch bietet eine gute Mischung aus moderner Grafik und kompetitiven Bedürfnissen. Zudem ist das Spiel extrem gut optimiert, wodurch die rohe Leistung der Hardware besser eingeschätzt werden kann. Bei einer FHD-Auflösung und Ultra-Details schafft es das Helios 300 hier auf respektable 70 FPS ohne grössere Einbrüche. Allerdings lässt sich die Framerate auch nicht allzu stark erhöhen, es sei denn, man schraubt die Auflösung nach unten, was jedoch spielerisch ein Nachteil sein kann.

Counter-Strike: Global Offensive

In CSGO zählt weniger die Optik und mehr die Performance. Niedrige Auflösungen und Detail-Einstellungen sind hier an der Tagesordnung. Unbedingt nötig ist das nicht einmal: Selbst in FHD und hohen Einstellungen schafft das Helios 300 zwischen 80 und 95 FPS auf de_dust2 und bis zu 100 FPS auf älteren Maps. Schraubt man die Einstellungen weiter nach unten, erreicht man immerhin zwischen 90 und 120 FPS (niedrig bei 1024 × 768).

VR

Für VR-Fans erhält das Helios 300 die Bezeichnung «VR-Ready» vom Grafikkartenhersteller Nvidia. «VR-Ready» ist aber ein wenig wie damals «HD-Ready»: Genau genommen schon, aber nicht zwingend gut. Ja, das Helios 300 kann VR-Inhalte darstellen und mit passenden Headsets verwendet werden. Die wirklich guten und aufwendigen VR-Games überfordern den Laptop jedoch im Nu.

Auf der nächsten Seite: Display, Anschlüsse und mehr

Tags: Acer, Notebook
Seite 1 von 2
       
       

    Kommentare

    Keine Kommentare

    Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.